Tourismusmesse

Was man auf der ITB nicht verpassen darf

Am Wochenende ist die ITB für alle Besucher geöffnet. Bei 11.000 Unternehmen aus 180 Ländern ist es schwer, den Überblick zu behalten. Die Berliner Morgenpost schickt Sie auf vier Touren um die Welt.

Foto: Krauthoefer

Wer über die ITB geht, fühlt sich ein bisschen wie ein Kind auf dem Jahrmarkt: viele bunte Stände, Menschen in exotischen Verkleidungen, die einen mit einem Lächeln anlocken, Gerüche, die nach Abenteuer schmecken. Man kann durch Mexiko laufen, links in die Seidenstraße oder rechts Richtung Sydney abbiegen.

Doch gerade diese Vielfalt birgt das Risiko, sich in dem bunten Angebot zu verlaufen – oder zumindest nicht auf die Stände zu stoßen, die einen besonders interessieren. Die Morgenpost hat deshalb vier Touren für unterschiedliche Besucher-Interessen zusammengestellt: für Familien, für Abenteurer, für Wohlfühler und für Gourmets.

Geöffnet ist die große Tourismusmesse auf dem Gelände unter dem Funkturm Sonnabend und Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr. Tickets kosten 14,50 Euro, ermäßigt acht Euro. Das große Finale der zwei Publikumstage wird am Sonntag von 15.30 bis 17 Uhr gefeiert. Inklusive Tanz- und Musikgruppen aus Malaysia, Burundi, Thüringen und Aserbaidschan sowie Sängern aus Indonesien, dem diesjährigen Partnerland der ITB.

Die Berliner Morgenpost mit vier Touren rund um die Welt:

Für Abenteurer

Afrika Wer das große Abenteuer sucht, findet auf der ITB viel Inspiration dafür – und sollte seine Tour am Besten am Palais im Norden beginnen. Dort befindet sich die Halle 20 mit vielen Ländern Afrikas, zum Beispiel Zambia, Südafrika und Namibia. Nur eine Halle weiter steht Oumie Sies-Sallah, eine Gambierin. „Deutsche sind in den vergangenen drei Jahren zu unseren wichtigsten Kunden geworden“, sagt sie. Gambia sei sehr klein, liegt umgeben von Senegal, „aber gerade unsere Bootstouren mit Kanus sind sehr beliebt“.

Wandern Weitere Abenteuer warten im Bereich für Touren durch Australien (Halle 5.2) und für Artik-Ausflügler (4.1) oder Wandertouren in Albanien (3.2), durch die Karpaten (Halle 11.1.). In Kasachstan können archäologische Monumenten oder die Seidenstraße besucht werden (Halle 7.2).

Versicherungen Wer manchmal zu viele Risiken eingeht, kann sich in Halle 25 auch über Versicherungen informieren – alle großen Unternehmen sind vertreten. Gleich daneben, in Halle 24, informiert die Apotheke über Impf-Empfehlungen für verschiedene Länder.

Gruppenreisen Wer es ruhiger mag, kann sich in Halle 25 über geführte Gruppenreisen zu fernen Orten informieren. Neben den Großen wie Studiosus und Marco Polo gibt es weitere Anbieter. Überhaupt kann man sich in dieser Halle über das Reisen an unbekannte Orte informieren, zum Beispiel am Stand des Veranstalters Gebeco. Dort werden Vorträge über mögliche Ziele gehalten, von Israel nach Indien bis hin zu Vietnam und Myanmar. Reisefilme über den Mekong oder in der Transsibirischen Eisenbahn laufen in Halle 26c, Stand 301.

Orang-Utan Beim Partner der ITB in diesem Jahr, Indonesien, ist der Stand von „Adventure Indonesia“ empfehlenswert (Halle 26a). Die Firma organisiert Touren auf die größten Inseln des Landes – auf Wunsch mit Orang-Utan-Besuch.

Für Familien

Bastelaktionen Die ITB ist auch eine Familienmesse. Viele Stände bieten kleine Bastelaktionen oder Sonderaktionen für Kinder an. Starten könnten man am Eingang Süd, wo dänische Reiseunternehmen Drachenbasteln und Kresse-Säen im Garten eines echten Hauses anbieten. Nebenan stimmt Vietentours auf die Fußball WM 2014 ein: Am Sonnabend um 12 und 16:30 Uhr sowie am Sonntag um 11 Uhr wird der Vize-Weltmeister von 1982, Uwe Reinders, von seinen persönlichen Erfahrungen berichten (Halle 1.1b, Stand 209). Peruanische Tänze bestaunen oder zusammen mit Tanja Pelaez Gonzales Hüte wie in Ecuador herstellen können Kinder in Halle 1.1. Nicht weit davon stehen die Indianer von Nordamerika, die ganztägig Tänze aufführen und Kindern beibringen, wie man den typischen Schmuck bastelt (Halle 2.1).

Musical Nicht weit davon, in Halle 4.1 ist eines der Zentren für Kinder und Jugendliche. So kann man bei Stage Entertainment um 11Uhr eine Szene aus dem aktuellen Musical „Warhorse“ sehen. Zudem können Kinder einen virtuellen Urlaubstag nachempfinden: mit X-Box-Contest, Clubtanz-Workshop und Sürferbändchen-Knüpfen. An Stand 120 lernen Kinder und Jugendliche Brotbacken. An einem Glücksrad „märchenhafte“ Gewinne ergattern können Kinder in der Halle 7.2 von Hessen.

Asien Einer der Höhepunkte für Familien findet sich aber in Halle 26, wo es vor allem um Asien geht. Dort gibt es neben japanischer Bastelkunst und chinesischem Tee auch koreanische Blütenmalerei (beides Hallenabschnitt a). Dort findet sich auch das „Kinderland“ (Abschnitt c). mit einem Verkleidungsbasar (Wie wickle ich einen Turban?), eine Weltkinderbaustelle (Wie baue ich eine Jurte, Hütte oder einen Palast?) sowie eine Sushi-Bastelecke – für Rollen aus Filz.

Karriere Jugendliche können sich in Halle 5.1 über ihre Karrieremöglichkeit im Tourismusgeschäft informieren.

Für Wohlfühler

Entspannung Wer sich gern etwas gönnt, kann auf der ITB auch das finden: Entspannung. Am besten beginnt man am Funkturm. Gleich in Halle 16 gibt es mehrere Wellness-Highlights, die vom Portal beauty24 präsentiert werden. Massageplätze für eine Schulter-, Nacken-, oder Gesichtsmassage sowie für eine Handmassage, die erst einen anstrengenden Messetag möglich machen. Auch das Partnerland Indonesien präsentiert sich in dieser Halle „Discover the wonders of Indonesia traditional spa“.

Wellnesshotels Gleich in der Nachbarhalle findet sich zudem der polnische Stand mit mehreren Angeboten von Wellnesshotels (Halle 15.1). Halb um den Funkturm herum befindet sich auch ein Stand mit Mini-Kneipp-Anwendungen, Massagen oder Ayurveda-Behandlungen. Allerdings müsste man dieses Mal nicht weit reisen, um das Original zu besuchen: Es ist der Gemeinschaftsstand von Berlin und Brandenburg in Halle 12.

Orient Express Eine besondere Luxusreise ist die in einem Zug, da ist der Weg das Ziel. Die österreichische Firma „Majestic Train de Luxe“ bietet eine Zugreise „wie zu Kaisers Zeiten“ an. Schon das Interieur des Zuges erinnert an eine Reise im Orient Express. Sieben Mal im Jahr gibt es reguläre Fahrten, sonst fährt die Firma auf Buchung, dann können Passagiere die Ziele auch selbst aussuchen, ob von Wien nach Berlin oder von Bratislava nach Budapest. Der Original-Waggon steht zwischen Halle 1 und 2.

Hotels Wer sich auf schöne Hotels festlegt, sollte unbedingt die Stände der großen Hotels aufsuchen. Besonders Dubai (Halle 22a) oder Mauritius (Halle 20) schaffen es, schon aus dem Besuch ihrer Pavillons etwas von dem Komfort erahnen zu lassen. Dort kann der Gast schon einmal in nachgebauten Hotellounges Probe sitzen – und entspannen.

Für Gourmets

Süßes Über das gesamte Messegelände bieten verschiedene Länder ihre Speisen an, sodass die 4,50-Euro-Hot-Dogs zumindest eine große Konkurrenz haben. Gleich in der Nähe des Funkturms gibt es einen Stand für „Kürtöskalács“. Wer das aussprechen und bestellen kann, zahlt vier Euro für die Süßigkeit aus Teig, wahlweise in Zimt, Nüsse oder Vanille eingewickelt (Halle 11.1).

Bier Ganz in der Nähe finden Besucher Ardenner Schinken und Käse sowie belgisches Bier (Halle 10.2), iberischer Schinken (Halle 4.2) und tschechisches Pilsner gibt es ebenso (Halle 11.1, Stand 105). Wer Lust auf Wein hat, dem sei eine Verkostung von portugiesischem Wein (Halle 2.2, Stand 206) empfohlen.

Kuchen Wer wissen will, warum Indonesien vor rund einem Jahr ganz aufgeregt über einen Kuchen gesprochen hat (“Kue Warna warni“), der sollte am Sonnabend um 14 Uhr in Halle 7.1c, Stand 121, vorbeischauen. Da gibt es ihn nämlich, diesen „Regenbogenkuchen“ – solange der Vorrat reicht.

Vietnam An beiden Publikumstagen bietet Vietnam an seinem Stand die Möglichkeit, von 15.30 bis 16 Uhr vietnamesischen Kaffee und kleine Snacks zu probieren – natürlich umrahmt von passender Musik (Halle 26a, Stand 124). Wer will, kann ihn mit dem griechischen Kaffee (Halle 2.2, Stand 101) vergleichen.

Saté-Spieße Die meisten Stände bieten kleine Köstlichkeiten aus ihren Ländern an. Piroggen aus der Ukraine (Halle 2.1), Pistazien aus dem Irak (Halle 7.2a) oder Saté-Spieße aus Indonesien (Halle 26a).

Peru Roher Fisch mariniert in Limettensaft, Lila Kartöffelchen in Käsesoße und Traubenbranntwein – Peru hat eine Vielzahl von Spezialitäten zu bieten, die in Halle 1.1, Stand 101, am Wochenende probiert werden können.

Beachbars Wer lieber etwas Strandatmosphäre haben will, kann sich an eine von vielen Beachbars stellen, die mit echtem Sand versuchen, Urlaubsstimmung in die Hallen zu bringen. Eine befindet sich in der Halle 25, Stand 154. Für Morgenpost-Leser ein besonderes Extra: Wer im Bikini an die Beachbar kommt, kriegt ein Freigetränk.