ITB 2013

Die besten Reiseführer über Polen, Zürich und die Sahara

Vom Amerika-Bildband bis zum ungewöhnlichen Nullmeridian-Bericht: Die Berliner Morgenpost stellt die besten Reisebücher vor.

Foto: George Steinmetz

„Das besondere Reisebuch des Jahres“

Die Zählung der Breitengrade beginnt logischerweise beim Äquator, aber wo beginnen die Längengrade? Diese Antwort wird benötigt, will man die Welt vermessen, entdecken, begreifen, verstehen.

Vor Kolumbus lag der Nullmeridian bei den Kanaren, weil dahinter die Welt aufhörte. Dann stritten sich lange Franzosen und Engländer um den Nabel der Welt, es gab Konferenzen und Debatten, und am Ende hatte 1884 Greenwich den Wettbewerb um den Ausgangspunkt von globalen Längen- und Zeitmessungen gewonnen.

Heute geht der Nullmeridian unbestritten von Großbritannien bis Ghana. Er taucht an einem eher virtuellen Punkt aus dem Meer vor der britischen Küste auf und verschwindet ebenso virtuell hinter Accra.

Aber auf dem Land, da kann man ihn verfolgen, über Frankreich, Spanien, Algerien, Burkina Faso, Togo und Ghana, und genau das hat der niederländische Journalist und Schriftsteller Alfred van Cleef mit GPS-Gerät und diversen Fortbewegungsmitteln gemacht.

Seine „Reise entlang des Nullmeridians“ ist eine aufschlussreiche wie atmosphärische Mischung aus Abenteuer und Information. Mit Menschen, die keine Ahnung haben, dass sie auf dem Nullpunkt leben, und Orten, Restaurants, Läden, die den Meridian mehr oder weniger erfolgreich zur Vermarktung benutzen.

Reiseführer-Reihe

Als besondere Reiseführer-Reihe werden die „Merian Porträts“ ausgezeichnet. Der Leser wandert auf den Spuren berühmter historischer und in den Metropolen lebender Persönlichkeiten und erfährt so scheinbar bekannte Städte wie New York oder Barcelona auf neue Art. Im Zürich-Band (l.) läuft man etwa in den Fußstapfen von Max Frisch oder Bruno Ganz.

Humor

Persönliche Erfahrungen mit seiner Wahlheimat hat der deutsche Kabarettist Steffen Möller in dem Buch „Expedition zu den Polen“ verarbeitet. Er erzählt amüsant von einer Bahnfahrt von Berlin nach Warschau und zeigt über zwischenmenschliche Episoden hinaus die unterschiedlichen Mentalitäten der Nachbarländer. Unterhaltsam!

Innovationspreis

Ausgezeichnet wird das multilinguale, in deutscher, italienischer und englischer Sprache verfasste Buch „Total alles über Südtirol“ von Hermann Gummerer und Franziska Hack. Das Bilder- und Lesebuch veranschaulicht das Reiseziel Südtirol mit seinen vielen modernen Infografiken, Daten und Fakten auf innovative und unkonventionelle, teils amüsante Weise.

Bildband I

Horst Hamann hat „America“ im gleichnamigen Bildband von Ost nach West mit dem Auto durchfahren. Unerschütterlich. In seiner Weite. Seinem Licht. Seinen ungeahnten Möglichkeiten. Gesehen, entdeckt und für die Ewigkeit festgehalten in diesem wunderbaren Band im Panorama-Format. Großes Kino.

Bildband II

In seinem Bildband „Wüsten von oben“ präsentiert der Fotograf George Steinmetz in großformatigen Bildern die Quintessenz seiner Passion: Farben und Formen der bizarren Landstriche aus der Vogelperspektive. Wie die Dünen der Ténéréwüste in der Sahara, die heißen Schwefelquellen und Salzseen im Afar-Dreieck Äthiopiens.

Bildband III

Als ideale Mischform aus Bildband und Reisebeschreibung wird das Kreuzfahrt-Buch „Traumreise Hurtigruten“ ausgezeichnet. Fotografiert von Axel M. Mosler und geschrieben von Ralf Schröder, vermittelt es mit großflächigen Fotos und einem schnörkellosen Text Vielfalt und Schönheit einer unvergesslichen Fahrt durch eine aufregende Landschaft.