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Berlins Flohmärkte – Second Hand unter freiem Himmel

Hausrat und Schallplatten, Bücher und Teddybären, Antikes und Nippes: Praktisches aus zweiter Hand findet man zwischen Spandau und Neukölln auf den zahlreichen Trödelmärkten der Stadt. Eine Auswahl.

Foto: David Heerde

Tiergarten: Der Platzhirsch auf der Straße des 17. Juni

Der bekannteste Flohmarkt der Stadt? Mit dieser Auszeichnung kann sich immer noch der am 17. Juni schmücken. Der Platzhirsch bietet denn auch alles, was man sich vorstellen kann. Vom Kronleuchter bis zum Ölschinken, von Bilderrahmen bis Fotoalben, von Klamotten bis Tischdecken, von Porzellan bis zu Kunstobjekten in Form von Masken oder Holzschnitzereien, CDs, Bücher, man findet alles. Weil die Anzahl der Trödelmärkte in der Stadt hoch ist, drängelt man sich hier auch nicht mehr so wie früher. Für Trödelpausen kann man sich am Imbisswagen mit einer Currywurst stärken.

Trödelmarkt, Kunst- und Kunsthandwerkermarkt Straße des 17. Juni, Tiergarten, S5, 7, 75, 9 Tiergarten, Sbd.+So. 10–17 Uhr, www.berliner-troedelmarkt.de

Weißensee: Gemütlich trödeln direkt aus dem Auto

Am Wochenende parken hier nur die Flohmarkthändler. Ihre Stände bauen sie direkt an ihren Autos auf und es sind vor allem Privatleute, die diesen gemütlichen Flohmarkt auf dem Parkplatz eines Getränke- und Tierfutter-Filialisten bespielen. Der umgrenzende Bauzaun dient schon einmal als Hängefläche für Kleidung, Kindersitze und Spielzeug. An rund 50 Ständen werden ausrangierte Haushaltswaren, Bücher, Schuhe und Billig-Uhren offeriert. Es gibt nicht nur Ersatzteile für Fahrräder, man kann sein Rad auch vor Ort reparieren lassen. Die Feldküche bietet ab 11 Uhr Sitzplätze, Bockwurst und Erbseneintopf, der kleine Eiswagen italienisches Eis.

HansaMarkt – Trödelmarkt Weißensee Hansastr. 188, Weißensee, Tram M4 Stadion Buschallee/Hansastraße, Sbd.+So. 10–16 Uhr, www.hansamarkt.de

Schöneberg: Im Gedrängel auf dem Rathaus-Parkplatz

In der Woche parkt hier, wer einen Termin im Schöneberger Rathaus hat. Am Wochenende wird getrödelt. Die einen bieten LPs, Bücher, Kleidung und Geschirr in dicht an dicht aufgereihten Pappkartons an, die anderen haben ihre Tische und den Boden drum herum mit Teppichen beladen. In den Reihen mit ihren überdachten Ständen, die parallel zum Rathaus verlaufen, drängeln sich die Trödelmarktgänger, stöbern in Altem und Neuem, es gibt auch Elektrogeräte und Pflanzen. Die Händler-Gemeinschaft ist international, „scheene Bicher“ hört man genauso rufen wie die Turmuhr regelmäßig läutet.

Flohmarkt am Rathaus Schöneberg John-F.Kennedy-Platz, Schöneberg, U4 Rathaus Schöneberg, Sbd.+So. 8–16 Uhr

Spandau: Drinnen und draußen trödeln

Der Hallentrödelmarkt liegt mitten in einem Gewerbegebiet, ein Stück hinter einem Schuhcenter und einem Weingeschäft. Draußen haben einige Privathändler ihre Stände –- dort ohne Standmiete - aufgebaut, ein Imbiss bietet Rostbratwurst vom Grill an. Die Händler der Haupthalle – am Infostand gibt es Getränke und Pflaumenkuchen – mieten für Hausrat, Geschirr, Bücher, Lampen und Kleidung monatsweise kleine Abteile. Nebenan, wo das Hab und Gut von Haushaltsauflösungen feilgeboten wird, geht es rumpeliger zu.

Antik- & Trödelhalle Spandau Am Juliusturm 55, Spandau, U7 Zitadelle, Sbd.+So 8–16 Uhr, www.troedelmarkt-spandau.de

Friedrichshain: Briefmarken, Münzen und alte Briefe

Das mancher Besucher mit Koffer umher strollt, liegt hier in der Natur der Sache: Der Flohmarkt befindet sich direkt hinterm Ostbahnhof. Die Erich-Steinfurth-Straße ist auf ihrer kompletten Länge an beiden Seiten von Ständen gesäumt, am Ende wird noch ein sandiges Zusatzareal miteinbezogen. Ob der Breite der Straße lässt sich bequem trödeln, man findet alles an Hausrat, alte Bilder, Geldbörsen, Bücher und Spielzeug. Auffällig: Briefmarken und Münzen werden vielfach angeboten, aber auch alte handgeschriebene private Briefe, Orden sowie Teddybären, Comics und Werbeschilder. In zweiter Reihe gibt es zahreiche Imbisse.

Antikmarkt am Ostbahnhof Erich-Steinfurth-Straße, Friedrichshain, S3, 5 7, 75, 9 Ostbahnhof, So. 9–17 Uhr

Mariendorf: Nagellack und Rostbratwurst

Parkplätze sind beliebte Trödelmarktareale, so auch im Süden der Stadt. Auf der Freifläche vor einem großen Baumarkt bauen am Wochenende vor allem viele Privatleute ihre großen und kleinen Stände auf. Sie offerieren meist ordentlich sortiert Bücher, DVDs, zuweilen schon mit Preisangabe zwei Euro, Spielzeug, Puppen, Bettwäsche, Koffer, Kleidung und sogar Nagellacke und Reinigungsmittel. Eine Imbissbude bietet türkische Pizza an, eine andere die „große Rostbratwurst“.

Trödelmarkt in der Großbeerenstraße Großbeerenstr. 133, Mariendorf, U6 Alt-Mariendorf, dann Bus 277, M77 Wilhelm-von-Siemensstr., So. 9–15 Uhr

Neukölln: Taschen, T-Shirts und Stoffe über Stoffe

Ein richtiger Trödelmarkt ist der „Türkenmarkt“ natürlich nicht. Aber auch kein typischer Wochenmarkt, obwohl Obst, Gemüse, Fisch, Feinkost und Pflanzen weiterhin im Fokus stehen. Immer mehr der rund 150 Marktstände, inzwischen sind es an die zwei Dutzend, bieten Stoffe, dazu auch Borten, Bordüren und Knöpfe feil. Die Stoffe sind, ebenso wie Haarschmuck-Nippes, Taschen, Socken und T-Shirts, zwar neu, werden aber vielfach zu Schnäppchenpreisen feilgeboten.

Wochenmarkt Maybachufer Maybachufer zwischen Kottbusser Damm und Schinkestraße, Neukölln, U7 Schönleinstraße, Di.+Fr. 11–18.30 Uhr, www.mv-perske.de

Gesundbrunnen: Szenetreff und Sehenswürdigkeit

Wahrscheinlich steht er inzwischen in jedem Reiseführer für Szene-Touristen: der Flohmarkt am Mauerpark. Man taucht ein in ein internationales Sprachgewirr, drängelt sich von Stand zu Stand, bleibt stehen, um Fotos zu machen. Gleich vorne gibt es frisch gepressten O-Saft für 1 Euro (0.2 l) und ein Stück dahinter kann man sich die Schuhe putzen lassen. Die Händler haben sich mit LPs, T-Shirts und Schmuck aufs junge Publikum eingestellt. Häkeldeckchen als Souvenir für die Eltern gibt es aber auch.

Flohmarkt am Mauerpark Bernauer Str. 63–64 Mitte/Gesundbrunnen, Tram M10 Wolliner Straße, So. 8–18 Uhr, www.mauerparkmarkt.de

Wilmersdorf: Marktstände in geordneten Reihen

Früher galt der Fehrbelliner-Platz-Trödelmarkt als Geheimtipp. Hier bauten Privathändler recht unsortiert ihre Verkaufsflächen auf. Inzwischen ist daraus ein hübsches Trödelareal mit ordentlichen, einheitlichen Marktständen in geordneten Reihen entstanden. Viel Schmuck und Schönes für die Wohnung, Bücher und Platten gibt es, und am Imbissstand kann man sich mit Currywurst und Chili con Carne versorgen.

Kunst- und Trödelmarkt Fehrbelliner Platz Wilmersdorf, U3, 7 Fehrbelliner Platz, Sbd.+So. 10–16 Uhr, www.fehrbi.info

Treptow: Technik-Relikte bis unters Dach gestapelt

Kurz vor dem Arena-Eingang öffnen sich am Wochenende die Türen großer Lagerhallen. Vollgestopft bis unters meterhohe Dach stapelt sich hier Technik-Trödel von Radios über Fotoapparate, Mischpults, Diaprojektoren, Kameraobjektive und alte Telefone. Aber auch Teppiche. Man findet Standspiegel, Werkzeuge, Schrauben, viele Fahrräder und je weiter man nach hinten vordringt, desto mehr Hausrat, Geschirr, Bilder und falsch gehende Kuckucksuhren. Draußen kann man sich mit Falafel, Brötchen und Kuchen versorgen.

Treptower Hallentrödelmarkt neben der Arena, Eichenstr. 4, Treptow, S 41, 42, 8, 85, 9, Treptower Park, Sbd.+So. 10–16 Uhr