25 Jahre Mauerfall

8000 Erinnerungen an eine geteilte Stadt

Als „Lichtgrenze“ werden zum Mauerfall-Jubiläum 8000 beleuchtete Ballons über 15 Kilometer den Verlauf der Berliner Mauer nachzeichnen. Jeder dieser Ballons hat nun einen Paten mit einer Botschaft.

Foto: FABRIZIO BENSCH / REUTERS

Ein Wochenende lang wird Berlin im November wieder geteilt sein. 8000 beleuchtete Ballons zeichnen als „Lichtgrenze“ über 15 Kilometer hinweg den Verlauf der Berliner Mauer zwischen Bornholmer Straße und Oberbaumbrücke nach. Jeder Ballon wird einen Paten haben, der ihn zum Abschluss der Aktion in den Himmel steigen lässt. Diese 8000 Paten seien jetzt gefunden, sagte der Geschäftsführer der Kulturprojekte Berlin GmbH, Moritz van Dülmen, bei der Vorstellung am Dienstag.

Knapp 200 Vereine, Schulen und Initiativen suchten ebenso Paten wie die Unternehmen, die als Sponsoren der Aktion auftreten. Gemeinden und kirchliche Institutionen haben insgesamt etwa 3000 Ballonpaten benannt, darunter auch die Evangelische Koreanische Gemeinde Berlin, für die Pfarrer Sungho Cho die Ballonpaten vorstellte. Er sagte, er hoffe, dass Korea ebenso wie Deutschland vor 25 Jahren die Möglichkeit zu einer gewaltfreien Wiedervereinigung erhalte. Auch einige Ballonpaten der Pfadfinder Berlin-Brandenburg und der Laufgemeinschaft Mauerweg waren bei der Präsentation dabei. Die Ballonpaten werden die leuchtenden weißen Kugeln am 9. November zwischen 19 und 20 Uhr loslassen. Ihre Gedanken, die sie mit der Patenschaft verbinden, sollen mit dem Ballon aufsteigen – und zugleich nachlesbar bleiben: Jeder Pate veröffentlicht seine Botschaft auf der Internetseite www.fallofthewall25.com.

Neben der Lichtgrenze wird es zum Jubiläum des Mauerfalls zahlreiche weitere Veranstaltungen geben. So spielen beispielsweise die Musiker des European Union Youth Orchestra am Sonnabend, 8. November, auf mehreren kleinen Bühnen entlang der Lichtgrenze. Ausstellungen und Führungen erinnern an die Teilung der Stadt. Am Sonntag laden die Bundesregierung und das Land Berlin zum Bürgerfest am Brandenburger Tor.

Die Berliner müssen sich an dem Wochenende auf einige Straßensperrungen einstellen. „Wir werden die großen Verkehrsadern natürlich offen halten“, versprach Moritz van Dülmen, ganz ohne Sperrungen gehe es aber nicht. Damit es „schöne Sichtachsen“ gebe, würden zudem einige Parkplätze gesperrt. Aber auch damit ist es vorbei, wenn sich die Lichtgrenze am Sonntagabend wieder auflöst.