Die völlig unzureichende Gemüseversorgung löst in der DDR-Bevölkerung erhebliche Verärgerung aus. Wie die Berliner Morgenpost in ihrer Ausgabe vom 15. Mai 1989 berichtet, war dies verschiedenen Provinzzeitungen der DDR zu entnehmen.

In Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) räumte das SED-Blatt „Freie Presse“ ein, dass es „berechtigte Kritiken an der Gemüseversorgung“ gebe. Den „Thüringer Neuesten Nachrichten“ zufolge hat das Gemüseangebot in Weimar in den Wochen zuvor aus Kohl und noch mal Kohl bestanden, „man konnte ihn schon nicht mehr sehen“. Jetzt werde auch dieser „gehandelt, als wäre es eine seltene tropische Frucht“.

Grund für die schlechte Frühjahrs- und Winterversorgung ist, dass die DDR kaum Gemüse importiert und Gewächshausflächen fehlen. Exotische Früchte wie Bananen gibt es selten, Zitrusfrüchte wie Mandarinen und Orangen meist nur in der Vorweihnachtszeit.