Brutale Serienmörder, spektakuläre Geiselnahmen, lang vergessene Todesfälle. Mit „Das dunkle Berlin“ ist ab sofort ein True-Crime-Podcast der Berliner Morgenpost verfügbar, der die spannendsten Kriminalfälle der Hauptstadt in ihrer Tiefe durchdringt und analysiert.

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Die Redakteurinnen Julia Lehmann und Sarah Dapena Fernández und Polizeireporter Dennis Meischen sprechen alle zwei Wochen im Wechsel über Verbrechen und Cold Cases. Es geht um Fälle, die sich in den vergangenen 200 Jahren in Berlin und Umgebung ereignet und teils ins kollektive Gedächtnis der Spreemetropole gebrannt haben.
Die Hosts haben sich intensiv mit Kriminalfällen und Justizprotokollen beschäftigt. Dennis Meischen hat als Leiter der Polizeiredaktion die gleichnamige Online-Reihe „Das dunkle Berlin“ mitkonzipiert. Alle drei Gastgeber eint die Leidenschaft für das Makabre und Düstere, das Interesse an den historischen Hintergründen der Taten und der empathische Blick auf die Opfer, die nur selten eine Stimme erhalten.
„Mord im Darkroom“ gibt der Polizei zunächst Rätsel auf

In der ersten Folge des Podcasts diskutieren Julia Lehmann und Dennis Meischen über den K.o.-Tropfen-Killer Dirk P., der im Jahr 2012 drei schwule Männer mittels Überdosen tötete und in der queeren Community für Angst und Schrecken sorgte. Seine Beweggründe liegen bis heute im Dunkeln.
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Als die Ermittler am 5. Mai 2012 die Leiche von Nicky M. im Darkroom der bekannten Schwulenbar „Große Freiheit“ in Friedrichshain finden, stehen sie zunächst vor einem Rätsel. Wie genau ist der junge Mann zu Tode gekommen? Handelt es sich um eine unbeabsichtigte Überdosis? Um einen Suizid? Oder gar um Mord? Dass die Polizei kurz davor ist, einer Tötungsserie auf die Schliche zu kommen, die Berlin noch 14 Jahre später bewegen wird, kann sie zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen.
Podcast betrachtet Kriminalfälle aus neuen Blickwinkeln

„Das dunkle Berlin“ betrachtet die Zusammenhänge der Bluttaten und lässt mit dem Wirt der „Großen Freiheit“, Danjel Zarte, eine Person zu Wort kommen, die sich an die damaligen Auswirkungen auf das Nachtleben Berlins erinnert. Zarte spricht auch über die Wirkung, die die Morde und vor allem die Berichterstattung darüber auf die schwule Community in Berlin hatten. Er erklärt, wie der Party-Metropole durch Dirk P. die Leichtigkeit, das Besondere verloren ging – und hofft, dass aus dem Fall Lehren für die Zukunft gezogen werden können.
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Diese hautnahe Erzählweise wird sich auch in den weiteren Episoden fortsetzen, in denen etwa die Mordserie des „S-Bahn-Mörders“ Paul Ogorzow in den 1940ern oder die BVG-Bus-Entführung durch den berüchtigten „Skorpion“ im April 2003 aus völlig neuen Blickwinkeln beleuchtet werden.
Tochter einer Ermordeten spricht über ihr Schicksal
Sarah Dapena Fernández hat Christa Katzur getroffen, die heute 87 Jahre alte Tochter von Hedwig Ehbauer. Ehbauer ist eine der acht Frauen, die dem „S-Bahn-Mörder“ Paul Ogorzow zum Opfer fielen. Sie starb am 5. Januar 1941 im Alter von 27 Jahren, als sie mit einem Bleikabel erschlagen und aus einem fahrenden Zug geworfen wurde. In einer Doppelfolge sprechen Fernández und Julia Lehmann über die Mordserie des Frauenhassers und über die Wirkung, die der Verlust der Mutter in frühester Kindheit auf Katzur und ihre Entwicklung hatte.

Die meisten Berlinerinnen und Berliner werden sich noch an die Bilder erinnern: Am 11. April 2003 entführte der bekannte Intensivstraftäter Dieter Wurm alias „Der Skorpion“ in Steglitz einen BVG-Bus der Linie 185 und nahm nach einem Banküberfall sieben Passagiere als Geiseln. Ein Großeinsatz für die Polizei! Karsten Loest war damals als SEK-Beamter vor Ort. In „Das dunkle Berlin“ erzählt der 57-Jährige, wie der gekaperte Bus schließlich von der Spezialeinheit in Schöneberg gestoppt werden konnte, wie die Verhandlungen mit Wurm abliefen und wie er persönlich daran beteiligt war, die Geiselnahme auf spektakuläre Weise zu beenden.

Der Mordfall Lucie Berlin schockiert noch nach 120 Jahren
In der ersten Staffel von „Das dunkle Berlin“ rollen die Hosts außerdem den Mordfall Lucie Berlin wieder auf. Ein Verbrechen, das auch nach über 120 Jahren noch schockiert. Am 9. Juni 1904 verschwand das erst achtjährige Mädchen spurlos aus ihrer Mietskasernenwohnung in Wedding. Wenige Tage später wurde ihre Leiche in Einzelteile zerstückelt aus der Spree gefischt.

Im Podcast erklärt Marc Trimborn, Fachbereichsleiter DNA-Analytik und Textilkunde des Landeskriminalamts Berlin, wie die damals hochmoderne, wissenschaftliche Methode funktioniert, die den Täter schließlich überführte. Dennis Meischen und Julia Lehmann analysieren im Anschluss die umfassenden Gerichtsprotokolle, um hinter die Beweggründe des Mörders zu kommen – er selbst hat darüber bis zu seinem Tod geschwiegen.
„Das dunkle Berlin“ ist seit dem 3. November verfügbar
In einer weiteren Folge geht es um den Serienvergewaltiger Thomas Rung, der zwischen 1983 und 1995 in der ganzen Stadt sieben Menschen tötete und noch heute in der JVA Tegel einsitzt. Die Hosts gehen der Frage nach, was Rung antrieb, was seine verkorkste Kindheit mit den Bluttaten zu tun hat und warum er gleichzeitig den Prototyp eines Serienkillers darstellt und doch nur schwer von der Polizei zu fassen war.
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„Das dunkle Berlin“ versteht sich dabei nicht als bloßes Erzählformat, sondern will auch einordnen, erklären und alternative Perspektiven anbieten. Denn hinter jedem gruseligen Serienmord, hinter jedem grausamen Verbrechen und hinter jedem kniffligen Cold Case stehen menschliche Schicksale, die es nicht zu vergessen gilt. Die erste Folge von „Das dunkle Berlin“ ist seit dem 3. November verfügbar. Neue Episoden erscheinen alle zwei Wochen dienstags auf allen gängigen Podcast-Plattformen.








