Zum Artikel „Regierungsbildung in Berlin: Evers erneuert Gesprächsangebot“, vom 25. Oktober

Auch interessant

Spät kommt er, der Herr Evers von der CDU. Jetzt muss nur der SPD-Umfaller Krach sehen, wie er aus der Nummer mit der Linken einigermaßen unbeschädigt rauskommt und die Grünen mit umstimmen. Das wäre fünf vor zwölf noch die vernünftigste Regierungsalternative für Berlin. Das würde unter Umständen auch manchen SPD-Zauderer aus der Schmollecke holen und könnte alles in allem eine vernünftige Basis für Berlin bedeuten. Also Herrschaften, jetzt den Riemen auf die Orgel werfen und verhandeln. 

Dietmar Astfalk, per E-Mail

Zum Artikel „Unverhoffte Wahlkampfhilfe für Trump: Audi-Konzern kündigt neues US-Werk an“, vom 25. Oktober

Es mag unternehmerisch eine nachvollziehbare Entscheidung sein, SUVs für den amerikanischen Markt vor Ort zu bauen. Autos werden längst irgendwo auf der Welt gebaut und hin und her transportiert. Aber was für ein Desaster der Verkündung. Der Audi-Chef ist nicht mehr tragbar. In Deutschland bangen die Mitarbeiter um ihre Jobs und er verspricht neue Jobs in den USA, was eine Verlagerung der bisherigen Produktion aus der Tschechoslowakei bedeutet. Wie werden die günstigen Kapazitäten dann dort genutzt? Bedeutet das eine weitere Verlagerung der Produktion aus deutschen Werken und noch mehr Arbeitsplatzabbau in Deutschland?

Michael Strache, per E-Mail

Was für ein Aufschrei in Europa, als US-Vizepräsident JD Vance versuchte, Wahlbeeinflussung in Ungarn zu betreiben. Und jetzt? Zehn Tage vor den Midterms im Swing State Georgia: große Verkündung. Auf einer Bühne mit Trump. Herr Döllner: In 14 Tagen hätten Sie dies machen können. Warum gerade jetzt? 

Ralph Müller, via E-Mail

Der Auftritt des Audi-Chefs bei Donald Trump wirft eine grundsätzliche Frage auf: Welche Verantwortung trägt ein deutscher Konzern für seine Beschäftigten in Deutschland? Audi investiert Milliarden in den USA. Trump präsentiert solche Investitionen als Erfolg seiner Politik. Doch während dort neue Arbeitsplätze versprochen werden, bangen in Deutschland Beschäftigte der Autoindustrie und ihrer Zulieferer um ihre Zukunft. Natürlich darf Audi international investieren. Aber darf ein Vorstandschef bei einer Wahlkampfveranstaltung einem Präsidenten öffentlich danken, dessen Zollpolitik deutsche Unternehmen unter Druck setzt, ohne zugleich deutlich Verantwortung für die Beschäftigten in Deutschland einzufordern? Arbeitsplätze sind keine Verhandlungsmasse für politische Inszenierungen. Die Zukunft der deutschen Autoindustrie darf nicht zum Wahlkampferfolg Trumps werden.

Berthold Gehlen, per E-Mail

Zum Artikel „Söder will sie, Merz zögert: Wird diese Frau Bundespräsidentin?“, vom 21. Oktober

Das hat Markus Söder sehr geschickt eingefädelt, Ilse Aigner für die Wahl zum Bundespräsidenten vorzuschlagen. Merz wird es jetzt kaum mehr schaffen, eine Kandidatin aus seinen eigenen Reihen zu nominieren. Das würde sinnlosen Union-Streit hervorrufen. Wenn Merz Frau Aigner wirklich nicht will, dann bleibt nur die Lösung, eine Frau zu nominieren, die eventuell bisher politisch nicht in Erscheinung getreten ist, aber eine große Reputation besitzt. Das wird sicherlich nicht so einfach. Auf alle Fälle wird dieses Randthema noch sehr spannend und kann ein wenig von den wichtigen Themen ablenken.

Andreas Müller-Reichenwallner, per E-Mail

Zum Artikel „Bürgermeister-Wahl in Treptow-Köpenick: So ist der aktuelle Stand“, vom 24. Oktober

Auch interessant

Seit 2011 regiert Oliver Igel unseren Bezirk. Fünfzehn Jahre, in denen sich zumindest bei mir als Friedrichshagener Bürger zunehmend der Eindruck verfestigt hat, dass Treptow-Köpenick politisch vor allem eines beherrscht: den Stillstand zu verwalten. Vieles geht schleppend voran, Probleme werden ausgesessen, Veränderungen lassen auf sich warten. Nun haben die Wähler der SPD mit gerade einmal 14,6 Prozent ein deutliches Signal gegeben. Die Linke wurde mit 25,5 Prozent stärkste Kraft. Wer darin keinen Anlass für einen politischen Wechsel erkennt, will das Wahlergebnis offenbar nicht verstehen. Umso befremdlicher ist das Verhalten der Linken. Mit Carolin Weingart schickte sie eine Spitzenkandidatin ins Rennen, die öffentlich als Herausforderin Igels wahrgenommen wurde. Nach dem Wahlsieg erfahren wir nun, dass sie offenbar gar nicht für das Bürgermeisteramt vorgesehen war. Stattdessen wird hinter verschlossenen Türen weiter über Personen und Posten verhandelt. Wozu dann überhaupt eine Spitzenkandidatin? Die Wähler entscheiden sich auch für Personen, denen sie politische Veränderungen zutrauen. Wer nach der Wahl plötzlich andere Personalfragen stellt als im Wahlkampf, darf sich über enttäuschtes Vertrauen nicht wundern.

Martin Berger, per E-Mail

So erreichen Sie die Leserbriefredaktion

Berliner Morgenpost,

Redaktion, Brieffach 3110,

10874 Berlin

Telefon: 030-8872 77887

E-Mail:

leserbriefe@morgenpost.de

Internet:

www.morgenpost.de

Wir geben die Meinung unserer Leserinnen und Leser wieder, nicht die der Redaktion. Wegen der großen Zahl an Briefen, E-Mails und Kommentaren bei Facebook ist es uns leider nicht möglich, jede Meinungsäußerung zu veröffentlichen oder zu beantworten. Die Redaktion der Berliner Morgenpost behält sich vor, diese zu kürzen.