Die mutmaßliche Spann-Vorrichtung, die am Montag auf einer Damentoilette auf dem HWR-Campus in Lichtenberg gefunden wurde, ist offenbar neu dort angebracht worden. „Die Objektleitung führt tägliche Kontrollen durch“, heißt es vom Bezirksamt Lichtenberg. „Im Rahmen dieser Kontrollen wurde der aktuelle Fund entdeckt und gemeldet.“ Die Kontrollgänge würden seit dem ersten Fund im Juni durchgeführt. Der Fund wurde laut Polizei am Montag um 11.45 Uhr gemeldet.

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„Wir können nicht ausschließen, dass es sich um eine Altlast handelt“, sagt Polizeisprecher Jörn Iffländer auf Nachfrage. „Dennoch wird geprüft, ob es sich hierbei um ein neues Tatgeschehen handeln könnte.“ Wenn letzteres zutrifft, muss der oder die Täter weiterhin Zugang zu den Räumen haben. „Bereits nach dem ersten Fund wurden die WC-Räume in allen vom Bezirksamt genutzten Flächen mit Schließungen nachgerüstet, um sie ausschließlich für Mitarbeiter*innen des Bezirksamts zugänglich zu machen“, heißt es aus dem Lichtenberger Rathaus weiter.

Anfang Juni hatte es am Standort Alt-Friedrichsfelde 60 zwei Funde kurz nacheinander gegeben. Auf einer Damentoilette der Hochschule für Wirtschaft und Recht stießen Studentinnen auf Kameras. Kurz darauf wurden Klettvorrichtungen zur Befestigung von Kameras auf einem Klo des dortigen Standorts des Bezirksamts entdeckt.

Spanner-Verdacht: Polizei stellt Datenträger bei Durchsuchung sicher

Ein 66-Jähriger steht im Verdacht, die Kameras im Juni dort installiert zu haben. In der vergangenen Woche durchsuchte die Polizei die Wohnung des Mannes in Treptow. Man habe Datenträger sichergestellt, die nun ausgewertet würden, hieß es. Ob er auch für den jüngsten Fund verantwortlich ist, wird auch im Rahmen der neuen Ermittlungen geprüft. Der mutmaßliche Spanner soll für eine Firma im Facility-Management arbeiten, die vor Ort beschäftigt ist.

Man habe alle Mitarbeitenden sensibilisiert, „sowohl auf Besucher*innen auf den Etagen und explizit im Bereich der WCs als auch innerhalb der WC-Räume auf ungewöhnliche Gegenstände zu achten“, heißt es vom Bezirksamt Lichtenberg weiter. Man sei „sowohl mit dem Vermieter und seinem Dienstleister am Standort als auch mit allen anderen Mietern im engen Austausch“.

Kontrollgänge und Sensibilisierungsmaßnahmen wie Schilder gibt es auch von der HWR, wie ein Sprecher mitteilt. „Uns ist Transparenz enorm wichtig, weshalb das Präsidium die Hochschulangehörigen regelmäßig dazu informiert.“ Gleichzeitig sei man nur Mieter und nicht Hausherr. „Darauf, welche Firmen etwa mit dem Facility-Management beauftragt werden, haben wir keinen unmittelbaren Einfluss.“ Die Liegenschaft Alt-Friedrichsfelde 60 gehört der landeseigenen Berliner Immobilien Management GmbH (BIM).