Am Lichtenberger Campus der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) hat eine Zeugin mehrere „mutmaßliche Vorrichtungen zum Anbringen von versteckten Kameras“ entdeckt. Das teilten die Berliner Polizei am Montagnachmittag mit. Die Halterungen seien auf Damentoiletten entdeckt und gemeldet worden. Kameras wurden nicht gefunden. Die Polizei ermittelt nun.

Bereits vor einigen Monaten waren Kameras auf Damentoiletten auf dem Campus entdeckt worden. Die Hochschule erstattete Anzeige. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts auf Eingriff in den höchstpersönlichen Lebensbereich. Die Toiletten waren öffentlich zugänglich. 

In diesem Zusammenhang wird ein 66-Jähriger verdächtigt, die Kameras installiert und damit Aufnahmen angefertigt zu haben. Die Polizei durchsuchte in der vergangenen Woche die Wohnung des Mannes in Treptow und stellte Beweismittel sicher. Der Verdächtige soll für ein Unternehmen tätig sein, das in der HWR beschäftigt ist. Ob die nun entdeckten Vorrichtungen auch auf ihn zurückgehen, sei nun Gegenstand der Ermittlungen, sagte ein Polizeisprecher dieser Redaktion.

Toiletten öffentlich zugänglich

Wie der RBB berichtete, waren damals die Kameras mit Klettband unter Hygienebeutelspendern befestigt. Nach Informationen des Senders konnten die Kameras keine Bilder in Echtzeit senden. Um an Aufzeichnungen zu kommen, hätten die Kameras abgenommen werden müssen – der Polizeisprecher konnte dazu nichts sagen. Die Geräte würden kriminaltechnisch untersucht, sagte er. Dabei solle auch geprüft werden, ob Speicherkarten eingesetzt waren oder die Aufnahmen möglicherweise doch direkt online übertragen wurden.

Die Hochschule kündigte nach dem Bericht des RBB an, die Kontrollen aller WC- und Sanitärbereiche deutlich zu verstärken. Zudem sollen sämtliche Kontrollen und mögliche Auffälligkeiten lückenlos dokumentiert werden.

dpa