Laut einer Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung hält der Zuzug nach Berlin auch in den kommenden Jahren an. 2045 wird Berlin demnach deutlich über vier Millionen Einwohner zählen. Das entspricht einem Plus von 9,5 Prozent. Brandenburg dürfte im selben Zeitraum moderat um etwa 1,8 Prozent schrumpfen, heißt es in der Studie mit dem Titel „Die demografische Lage der Nation“.

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Insgesamt dürfte die Bevölkerung Deutschlands bis 2045 auf rund 81,8 Millionen Menschen schrumpfen. Für die Studie hat das Berlin-Institut gemeinsam mit der Wüstenrot-Stiftung zum fünften Mal die 400 Kreise und kreisfreien Städte untersucht. In das bundesweite Bewertungssystem fließen 26 Indikatoren aus Demografie, Wirtschaft, Bildung und sozialen Bedingungen ein. Die entscheidende Frage sei nicht, ob Deutschland wachse oder schrumpfe, sondern wo, sagte Catherina Hinz, Direktorin des Berlin-Instituts.
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Zuzug stellt Berlin vor gewaltige Herausforderungen
Vor allem größere Städte werden demnach einen weiteren massiven Zuzug erleben. So dürfte die Bevölkerung in Hamburg laut Studie um 8 Prozent auf über zwei Millionen Einwohner steigen, in München um 9,4 Prozent auf annähernd 1,7 Millionen Einwohner. Ein weiterer Bevölkerungs-Boom wird Leipzig vorausgesagt. Hier liegt das Plus sogar bei 14,1 Prozent. Die Einwohnerzahl der Messestadt soll im Jahr 2045 bei fast 700.000 Einwohnern liegen. Zum Vergleich: Mitte der 1990er-Jahre war die größte Stadt Sachsens von massiver Abwanderung betroffen und zählte gerade einmal noch 440.000 Einwohner.
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Für Berlin bedeutet die Prognose, dass die Stadt in vielen Bereichen noch schneller agieren muss. Vor allem bei der sozialen Infrastruktur und beim Wohnungsbau. Laut Studien fehlen aktuell bereits 100.000 Wohnungen in der Hauptstadt. Um den Bedarf zu decken, müssten jährlich mindestens 20.000 neue gebaut werden. Auch bei den Schulplätzen gibt es Stand 2026 ein großes Defizit von 24.100 Plätzen. In den nächsten fünf Jahren werden zudem über 4000 Ärztinnen und Ärzte in den Ruhestand gehen, es droht eine Versorgungslücke. Auf die noch zu bildende Berliner Regierung warten also gewaltige Aufgaben.
mit dpa







