Der Mangel an bezahlbaren Wohnungen in Berlin wird vor allem für Jüngere und Ältere zum Problem. Sie müssen überdurchschnittlich viel ihres Einkommens fürs Wohnen ausgeben. Das geht aus dem „Sozialen Wohn-Monitor 2026“ hervor, den das Pestel-Institut zusammen mit dem Bündnis „Soziales Wohnen“ am Donnerstag in Berlin vorgestellt hat.

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Zu dem Bündnis gehören der Deutsche Mieterbund, die Industriegewerkschaft Bau, die Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie sowie Akteure der Bauwirtschaft. „Um das Wohnungsdefizit bis 2030 abzubauen, müssten in Berlin bis 2030 gut 98.000 Wohnungen neu gebaut werden“, sagt Matthias Günther, Studienleiter des Pestel-Instituts. Besonders gravierend sei der Mangel an Sozialwohnungen.

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Sozialwohnungen: Zahl sinkt trotz hoher Nachfrage

In Berlin ist die Anzahl der Sozialwohnungen durch auslaufende Bindungen nach Angaben der Studie auf rund 92.000 gesunken. Damit leben nur noch 5,4 Prozent der Mieterhaushalte in einer Sozialwohnung. In Berlin haben aber knapp 60 Prozent der Haushalte aufgrund ihres geringen Einkommens Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein (WBS).

In Berlin sind im vergangenen Jahr nach Angaben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung rund 14.000 Wohnungen fertiggestellt worden – genaue Zahlen liegen noch nicht vor. „Für 2026 rechnet der Senator mit einer positiven Entwicklung“, sagt Martin Pallgen, Sprecher von Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler (SPD). Ein Indikator dafür seien die Prognosen der landeseigenen Gesellschaften, die 2025 etwa 4700 Wohnungen fertigstellten, für 2026 aber mit mehr als 7000 rechneten.

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Wohnkosten verschlingen Hälfte des Einkommens

Dennoch: Der Mangel an Sozialwohnungen wird zunehmen. Bis 2034 werden nach Angaben des Wohnungsmarktberichts der landeseigenen Investitionsbank Berlin (IBB) 46.000 Wohnungen aus der Sozialbindung fallen. Neu bewilligt wurden 2025 dagegen nur 5175 Sozialwohnungen.

„Die Härte der Wohnungsnot trifft vor allem Jüngere und Ältere. Sie sind die Verlierer auf dem Wohnungsmarkt“, so Studienleiter Günther, der von einem „Sozial-Drama“ spricht. Studierende müssten im Schnitt 53 Prozent des Geldes, das sie im Monat zur Verfügung haben, fürs Wohnen ausgeben. Berlinweit wenden die Haushalte durchschnittlich 33 Prozent ihres Einkommens auf.

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1100 Euro Rente reichen nicht

Bei den Älteren trifft es laut Studie immer mehr Babyboomer, die in den kommenden Jahren aus dem Berufsleben ausscheiden. Viele davon mit einer kleinen Rente. „Steigende Wohnkosten werden für Ältere zu einer existenziellen Bedrohung, denn die Mieten steigen – und die Renten sinken“, so Melanie Weber-Moritz, Präsidentin des Deutschen Mieterbunds (DMB). 1100 Euro durchschnittliche Rente in Deutschland reichten bei Weitem nicht, um die hohem Mieten in Metropolen wie Berlin zu zahlen.

Die Folgen dieser Entwicklung lassen sich laut Studie auch an der sogenannten Armutsgefährdungsquote ablesen. Diese zeigt den Anteil der Bevölkerung, deren Nettoäquivalenzeinkommen bei weniger als 60 Prozent des Medianeinkommens liegt. In Berlin sind davon 704.000 Einwohnerinnen und Einwohner beziehungsweise 383.000 Haushalte betroffen.

Das Bündnis fordert die Politik zum Handeln auf. Zwar habe der Bund in diesem Jahrzehnt mehr Geld für den sozialen Wohnungsbau bereitgestellt. Dies erreiche die Bundesländer allerdings nur gestaffelt über fünf Jahre. Für den Bau von Sozialwohnungen werde der Großteil der Förderung aber sofort benötigt.