An der Humboldt-Universität ist die Freude groß: Der Neurowissenschaftler Peter Hegemann erhält den diesjährigen Medizin-Nobelpreis gemeinsam mit seinem deutschen Kollegen Georg Nagel und dem US-Forscher Karl Deisseroth. Das Nobelkomitee würdigt ihre Entdeckungen zu lichtgesteuerten Ionenkanälen und der daraus entstandenen Methode der Optogenetik.

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Ein Mitarbeiter Hegemanns sagte der Berliner Morgenpost: „Ich habe von der Entscheidung in einer WhatsApp‑Gruppe erfahren.“ Bisher habe er jedoch noch nicht mit Hegemann persönlich sprechen können. Zwar habe sich die Auszeichnung gewissermaßen abgezeichnet, die finale Entscheidung sei für alle trotzdem eine große Überraschung gewesen. Für die Humboldt-Universität und die Stadt Berlin sei der Preis „schon echt cool“.

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Nobelpreis für Berliner Professor: Hegemanns Team feiert erst mal ohne den Preisträger

Die Arbeit mit Peter Hegemann sei „ganz toll“, lobt der Mitarbeiter. „Er ist immer sehr bemüht. Wenn es Probleme gibt, hat er oft auch nach Feierabend noch geholfen.“ Den Preis wolle das Team am Institut nun angemessen feiern, jedoch leider ohne Hegemann selbst. Der sei aus privaten Gründen verhindert.

Auch Professorin Julia von Blumenthal, Präsidentin der Humboldt-Universität, gratulierte Hegemann, und bezeichnete ihn als „visionären Forscher“. Ihm sei es zu verdanken, „dass für das zukunftsträchtige Forschungsgebiet der Optobiologie in Berlin gerade ein Forschungsneubau entsteht“, erklärte Blumenthal in einer Mitteilung der Universität.

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Czyborra sieht Nobelpreis als Würdigung des Forschungsstandortes Berlin

Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra (SPD) bezeichnete die Auszeichnung als besondere Würdigung für Hegemanns wissenschaftliche Arbeit und als Erfolg für den Berliner Forschungsstandort. „Ich gratuliere Professor Peter Hegemann von der Humboldt-Universität zu Berlin herzlich zum Medizin-Nobelpreis. Das ist eine herausragende Auszeichnung und würdigt eine beeindruckende wissenschaftliche Leistung, die unser Verständnis des Gehirns grundlegend verändert hat“, erklärte die Senatorin laut Mitteilung der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege vom Montag.

Für Berlin sei der Nobelpreis ein Anlass zur Freude, so Czyborra weiter. „Berlin ist stolz auf seinen neuen Nobelpreisträger.“ Hegemanns Arbeit mache zudem „die internationale Strahlkraft der Optobiologie-Forschung an der Humboldt-Universität sichtbar“ und verdeutliche den Wert langfristiger Grundlagenforschung für die Medizin.

Die Senatorin verwies zugleich auf die Bedeutung der Forschung für die Berliner Wissenschaftspolitik. Mit ihrer forschungspolitischen Strategie wolle das Land den Bereich der Gesundheitsforschung weiter stärken. Ihre Glückwünsche richtete Czyborra auch an Hegemanns Mitpreisträger Nagel und Deisseroth.

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Nobelpreis für Forschung an Nervenzellen

Hegemann und Nagel hatten Anfang der 2000er Jahre lichtempfindliche Proteine in einer einzelligen Alge untersucht. Ihre Forschung legte einen wichtigen Grundstein für die Optogenetik. Mit der Methode können Wissenschaftler die Aktivität von Nervenzellen mithilfe von Licht gezielt steuern.

Deisseroth entwickelte die Methode anschließend weiter, indem er die entsprechenden Gene in Nervenzellen einbrachte. Dadurch wurde es möglich, einzelne Nervenzellen in lebenden Tieren mit Licht zu aktivieren oder zu hemmen. Nach Angaben des Nobelkomitees hat die Optogenetik damit neue Möglichkeiten eröffnet, die Funktionsweise des Gehirns zu untersuchen.

Die drei Forscher teilen sich das Preisgeld von zwölf Millionen schwedischen Kronen. Die feierliche Verleihung des Nobelpreises findet traditionell am 10. Dezember statt.

Mit dpa