Liebe Leserin, lieber Leser,

was wird heute wichtig? Beginnen wir mit einem Blick auf die Termine des Tages.

  • Die Berliner Linke will auf ihrem Weg zur Regierungsbildung nach der Wahl einen Schritt vorankommen. Auf einem Parteitag soll ab 17 Uhr darüber abgestimmt werden, ob die Linke die Grünen und die SPD zu Sondierungsgesprächen einlädt.
  • Eine unabhängige Initiative hat bundesweit zu Schulstreiks gegen die Wiedereinführung einer Wehrpflicht aufgerufen. In Berlin ist für 11.30 Uhr eine Kundgebung am Leopoldplatz geplant.
  • Das Aktionsbündnis „Solidarität statt Bezahlkarte“ ruft zu einer Demonstration vor dem Brandenburger Landtag sowie zu einer Kundgebung in Berlin (Knesebeckstraße 59, Charlottenburg, 14.30 Uhr) gegen die Bezahlkarte für Geflüchtete auf.

Neues aus Berlin

Sie haben es oben schon gesehen: Gerade wird stark um die Zukunft Berlins gerungen. Wird die Linke die Grünen und die SPD zu Sondierungsgesprächen einladen? Die Parteispitze befürwortet das und zeigte sich zuletzt sicher, dass die Delegierten auf dem heutigen Parteitag dem Vorschlag mehrheitlich folgen. Wir werden sehen, wie berechtigt der Optimismus ist – denn dass die Linke etwas Unberechenbares hat, war in den letzten Tagen vielfach zu besichtigen.

Berliner Abgeordnetenhaus - Die Linke
Wahlsiegerin Elif Eralp.© Sebastian Gollnow/dpa | Sebastian Gollnow

Derweil hat Steffen Krach, der Landesvorsitzende der Berliner SPD, schon einmal Bedingungen für Sondierungsgespräche formuliert. „Wir werden natürlich darüber sprechen, wie wir die Polizei stärken“, sagte er. „Wir haben auch eine klare Position, dass der Verfassungsschutz nicht abgeschafft wird.“ Die Streitlinien sind klar erkennbar, ganz abseits der Enteignungsdebatte: Denn die Linke will die „teure Aufrüstung der Polizei stoppen“ und tritt dafür ein, den „Berliner Verfassungsschutz als Geheimdienst aufzulösen“, wie es wörtlich in ihrem Wahlprogramm heißt.

Tickets zu gewinnen

Der Berliner Schriftsteller Marius Goldhorn hat in seinem Roman „Die Prozesse“ unsere Gegenwart auf atmosphärisch dichte, beängstigend schlüssige Weise weitergedacht – vom Klimawandel bis zur Digitalisierung. Der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft ehrt ihn dafür mit dem Literaturpreis 2026. Am 9. Oktober um 13.45 Uhr wird Marius Goldhorn sein Werk in einer multimedialen szenischen Lesung mit dem Berliner Ensemble und im Gespräch mit Enis Maci im Kammermusiksaal der Philharmonie vorstellen. Wir verlosen 5×2 Tickets. Dazu einfach unter morgenpost.de/verlosung das Formular ausfüllen und absenden. Das Gewinnspiel endet am 4. Oktober. Wir drücken die Daumen!

Unvereinbar? Wir werden sehen. Derweil mehren sich die Stimmen in der SPD, per Mitgliederentscheid über die Aufnahme von Koalitionsgesprächen zu befinden.

Montag bis Samstag

Morgenpost der Chefredaktion

Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.

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Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp wird auf dem Weg ins Rote Rathaus jedenfalls noch andere Probleme zu lösen haben als die Wünsche ihrer einzig möglichen Koalitionspartner. Da ist die parteiinterne Diskussion um die Landesarbeitsgemeinschaft Palästina-Solidarität und ihre Sprecherin Hannah Bruns, die einzelne Mitglieder aus der Partei ausschließen wollen. Da ist der Jugendverband Solid, der „faule Kompromisse“ mit Grünen und der SPD ablehnt und stattdessen den Kapitalismus überwinden will. Und da ist der Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak, der mit dem Remmo-Clan chattet, der weiterhin Aufmerksamkeit auf sich zieht – auch wenn Koçak sich nun aus der Öffentlichkeit zurückziehen will. Viele Baustellen also für Elif Eralp. Zu viele? Joachim Fahrun analysiert die Lage.

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Außerdem wichtig

Weniger Geld für Berlins Spielplätze. Charlottenburg-Wilmersdorf klagt über ein riesiges Defizit bei den Spielflächen. Nun fällt ein wichtiges Instrument für Neubau und Unterhalt weg. Und das gilt für die ganze Stadt, berichtet Norman Börner.

Woran scheiterte die Olympiabewerbung? Zu wenig Rückhalt der Bevölkerung, mangelnde politische Unterstützung – woran liegt es, dass Berlin den Rückzug antrat? Nelis Heidemann analysiert die Gründe.

Erstmals ein AfD‑Stadtrat? Nach der Wahl hat die AfD in Tempelhof-Schöneberg erstmals Anspruch auf einen Stadtratsposten. Wie gehen die anderen Parteien damit um? Leonard Laurig hat sich umgehört.

„Wichtig, dass Eltern unterstützen.“ Berliner Schülerinnen und Schüler haben eine immer schlechtere Lesekompetenz. Das merkt auch Lesepatin Birgit Simon, die mit ihrem Ehrenamt aber etwas dagegensetzt. Das Porträt von Pia Pentzlin finden Sie hier.

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Ihr Felix Müller

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