Die Ergebnisse der Berlin-Wahl 2026 in allen Bezirken

Zur Berichterstattung der Berlin-Wahl am Sonntag, dem 20. September:

Als gebürtiger Berliner, aufgewachsen im amerikanischen Sektor, frage ich mich: Was ist nur aus dieser Stadt geworden? Überragende West-Berliner Bürgermeister wie Ernst Reuter, Willy Brandt, Richard von Weizsäcker und Eberhard Diepgen standen gemeinsam mit den Alliierten dafür ein, dass unsere Stadt frei blieb und dem kommunistischen SED-Regime trotzen konnte. Haben die Wähler der Linken denn alles vergessen – die Luftbrücke, die Mauer und die Toten an der Grenze?

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Meine Frau und ich überlegen ernsthaft, Berlin zu verlassen. Wir werden die Senatsbildung abwarten. Von der Nachfolgepartei eines Unrechtsstaates regiert zu werden, ist für uns nicht denkbar.

Wolfgang Horn, Berlin, per E-Mail

Was ich mir wünsche, ist eine schnelle Regierungsbildung. Man könnte lang und breit über den Zustand der einzelnen Parteien reden – aber das bringt Berlin nicht weiter. Sogenannte Koalitionsverträge halte ich für überflüssig: Am Tag nach der Unterschrift sind sie bereits veraltet. Eine pragmatische Lösung wäre, dass die künftigen Koalitionspartner nur absprechen, wer koaliert, wer die Bürgermeisterin stellt und wer welche Senatoren benennt. Alles andere führt bis Jahresende zu Stillstand.

Die CDU sollte sich da heraushalten und sich personell neu aufstellen. Dass es nicht so kommt, bedarf nicht viel Fantasie – und damit wird den Bürgern gleich gezeigt, was sie angerichtet haben. Aber die Hoffnung sollte man am Tag nach der Wahl noch nicht aufgeben.

Andreas Müller-Reichenwallner, per E-Mail

Die Chose is jelaufen und jetzt haben wir den Salat. Der Berliner hat jewählt und sieht jetzt überall rot. Um de Zukunft kann einem schon bange werden, milde formuliert.

Elif Eralp hat wohl beste Chancen, ins farblich passende Rote Rathaus einzuziehen – Jlückwunsch. Ihr Hauptthema war und is Wohnen und de Bekämpfung des Mietwuchers, dazu will se die Wohnungsunternehmen enteignen. Fraje: Watt det kostet, is wohl noch nicht anjedacht. Berlin hat ehemals die schrottreifen, asbestverseuchten Immobilien den Unternehmen uffjezwungen – die sich im Nachhinein nur Ärjer und Unfrieden damit einfingen. Und jetzt soll Berlin die Jebäude wieder übernehmen, bestimmt nicht für‘n Appel und‘n Ei. Wer soll det bezahlen?

Insjesamt soll der Hauskauf teurer werden und jleichzeitig ein Mietendeckel einjeführt werden – häh, wie passt det zusammen? Da wird wohl jeder Investor de Flucht aus Berlin vorziehen.

Zudem is von ihr jeplant, de Polizei stark einzuschränken. Bei der jetzigen kriminellen Laje wär eine Aufstockung mehr als angebracht. Und det schwere Antisemitismus-Problem der Linken is jerade in Berlin vollkommen fehl am Platz – hier sollte mehr auf Ausgleich und Diplomatie jearbeitet werden.

Insjesamt find ick det Erjebnis besorjniserrejend. Aber der Berliner valiert de Ruhe – Ärjer is er ja jewohnt.

Thomas Hansen, per E-Mail

Danke der SPD für die Absenkung des Wahlalters in Berlin auf 16 Jahre. Noch völlig unerfahrene Menschen an die Wahlurne zu lassen – da hatte die Linke leichtes Spiel: „Wollt ihr eine eigene Wohnung, dann müsst ihr uns wählen.“ So einfach war das. Ohne zu bedenken, dass eine Enteignung keine einzige neue Wohnung auf den Markt bringt – und dass Berlin das Geld dafür schlicht nicht hat.

Was diese Wohnungspolitik für die Immobiliensubstanz bedeutet, konnte man in der DDR und im Ost-Berlin der Nachwendezeit sehen: Verfall. Die rot-grüne Regierung hatte vor der schwarz-roten Koalition lange Zeit, das durch massiven Neubau zu ändern – und hat gefühlt vor allem Fahrradwege zustande gebracht.

Dass Sozialministerin Bas nach den schwachen SPD-Wahlergebnissen nun bereits beschlossene Reformen aufweichen will, zeugt von wenig politischer Standfestigkeit.

Frank Jansen, per E-Mail

Es ist besorgniserregend, dass die Linken den nächsten Bürgermeister stellen werden. Wer unter Rot-Rot-Grün gearbeitet hat, weiß, dass Eigenverantwortung und Selbstbestimmung dort schnell staatlichem Dirigismus und Ideologie weichen. Ich erinnere mich an die Vernachlässigung des volkseigenen Wohnungsbestands in der DDR – genau das können wir wieder erwarten, wenn Enteignungen realisiert werden. Kein Investor wird sich einem solchen Klima unterwerfen. Die Enteignungskosten müssen vom Steuerzahler getragen werden. Berlin wird noch ärmer. Die Wähler werden es selbst merken.

Gabriele Francke, per E-Mail

Fast 37 Jahre ist es her, dass die Berlinerinnen und Berliner an der Bornholmer Straße die Schlagbäume beiseitegeschoben haben. Heute steht die Rechtsnachfolgerin der SED vor dem Einzug ins Rote Rathaus. Die Namen haben gewechselt, die juristische Kontinuität ist geblieben. Wer das für eine Petitesse hält, hat vergessen, wo er lebt.

Dieser Wahlabend hat Bilder geliefert, die man nicht wieder loswird. Auf der Wahlparty der Neuköllner Linken tauchte Issa Remmo auf – Oberhaupt einer Familie, die Sicherheitsbehörden seit Jahren mit Organisierter Kriminalität in Verbindung bringen. Er ließ sich mit dem Satz zitieren, er fühle sich zum ersten Mal von einer Berliner Partei unterstützt. Neben ihm stand ein führender Unterstützer der PFLP, die in der EU als Terrororganisation gelistet ist. Die Linke erklärt, man habe diese Gäste nicht eingeladen. Man muss diesen Satz zweimal lesen – und fragen: Warum hat es niemanden gestört?

SPD und Grüne tragen jetzt eine Verantwortung, der sie sich nicht entziehen können. Sie sollten keinen Koalitionsvertrag unterschreiben, bevor die Linke schriftlich erklärt hat, dass Organisierte Kriminalität konsequent bekämpft wird – und dass extremistische Gratulanten nicht mit Schweigen, sondern mit klarer Zurückweisung beantwortet werden.

Jörn Biernoth, per E-Mail

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