Endspurt im Wahlkampf der Grünen. Die Spitzenkandidaten der Grünen, Werner Graf und Bettina Jarasch, sind im „Mauersegler“ am Mauerpark zu Besuch. Die Bundestagsabgeordnete Ricarda Lang und Suse Sziborra-Seidlitz, Ex-Spitzenkandidatin aus Sachsen-Anhalt, sind zur Unterstützung dabei.

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Eine gemäßigte Punkband spielt draußen auf einer kleinen Bühne. Dahinter hängt ein Plakat mit dem Grünen-Slogan „Gegen Hitze und Hetze“. Gelbes Flatterband mit „Werner Graf“ ist um die schmalen Bäume gewickelt. Ricarda Lang läuft zwischen den rund 100 Besuchern herum, macht Fotos mit ihnen. Ex-Umweltminister Jürgen Trittin lehnt entspannt an einem kleinen Container. Er ist als Besucher hier, spricht von einem „dezentralen Wahlkampf“ der Grünen. Auf einem Schild wird „Pumpkin Spiced Chai und Latte“ angeboten. Wahlhelfer verteilen gratis rotes und grünes Eis. Die Sonne scheint. Noch.
Prenzlauer Berg ist eine historische Hochburg der Grünen, die bei dieser Wahl an die Linken gehen könnte. Es sind noch zwei Tage bis zur Wahl in den Bezirken und zum Abgeordnetenhaus.
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Hohe Mieten und Nebenkosten, besserer Nahverkehr und Klimawandel
Jarasch macht den Anfang, begrüßt die Gäste. Sie spricht über hohe Mieten und Nebenkosten, einen besseren öffentlichen Nahverkehr und über den Klimawandel. Berlin müsse offen und vielfältig bleiben. Am Himmel ziehen dunkelgraue Wolken auf.
Jarasch kündigt den Bürgermeisterkandidaten Werner Graf an. „Wir holen Berlin raus aus dem Rückwärts“, verspricht er. Seine Vision für Berlin lautet: „klimagerecht, bezahlbar und frei“. Man habe einen Hitzesommer erlebt in diesem Wahlkampf. Mehr Bus und Bahn, weniger Verkehrstote. 700 Kinder seien 2025 im Straßenverkehr verletzt worden. Die Grünen seien die politische Kraft für sichere Schulwege, verspricht Graf. Die den Bus- und Bahnverkehr wieder flottmachen will.

Sachsen-Anhalt ist ein großes Thema bei den Grünen in Berlin
Berlin müsse wieder bezahlbar werden, das klingt ähnlich wie bei den Linken. Dagegen planen die Grünen ein Mietengesetz, um Mietwucher zu stoppen. Und er kritisiert die Ölindustrie und die hohen Benzinpreise. Ein Energiebonus soll den Bürgern ein Drittel der Stromkosten ersetzen.
Auch Sachsen-Anhalt spricht er an. Die Menschen hätten dort Angst vor Faschismus. Erst ginge es gegen Frauen mit Kopftuch, dann gegen alle Frauen, so Graf. Kultur und Kunst seien die Retter der Demokratie. Die letzten Wahlkampf-Diskussionsrunden hat er als Streitrunden wahrgenommen. Auf Graf folgen Britta Haßelmann und Susan Sziborra-Seidlitz. Es wird immer windiger.
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Sziborra-Seidlitz warnt vor einem faschistischen Landtagspräsidenten
Sziborra-Seidlitz berichtet aus Sachsen-Anhalt. Die Grünen haben hier 8,9 Prozent und acht Sitze geholt. Die AfD: 43,8 Prozent. Sie nennt sie „Faschisten“. Trotzdem gäbe es eine mutige Zivilgesellschaft, erklärt sie. „Erstmals seit Hermann Göring könnte ein faschistischer Landtagspräsident gewählt werden“, warnt sie, „das hat das BSW schon zugesichert.“ Sie werde in Sachsen-Anhalt bleiben und nicht wegziehen, kündigte sie an „Wir bleiben da“, kündigte sie für die Grünen an.
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Jarasch übernimmt, die grauen Wolken ziehen vorbei. Sie kritisiert den schwarz-roten Senat, der viel Geld ausgegeben habe, aber bei der Förderung der Zivilgesellschaft massiv gekürzt hätte. Die AfD sei auch in Pankow viel zu stark. In Französisch-Buchholz waren AfD-Veranstaltungen, die Grünen und die Kirche hielten lautstark mit „Nazis raus“ dagegen. Alle ernsthaften Demokraten können zusammenarbeiten. „Das werden wir schaffen“, erklärt sie und erntet Applaus.
Ricarda Lang macht den Abschluss, sie warnt vor den Folgen einer AfD‑Regierung. „Antidemokraten dürfen niemals staatliche Macht bekommen“, sagt sie und kritisiert die Remigrationsideen der Rechten scharf. Man müsse die Demokratie verteidigen und gleichzeitig den Klimawandel bekämpfen. Grüner Schlussspurt im Wahlkampf. Die grauen Wolken haben sich verzogen.









