Zu der Berichterstattung nach dem Wahlsieg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt
Ich muss ganz ehrlich sagen: Wenn wir jetzt anfangen, einer rechtsextremen Partei ein freundliches Gesicht zu zeigen, dann ist das nicht mein Land.
Petra Hammann, per E-Mail
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Den großen Erfolg verdankt die AfD wohl auch der geringen Qualifikation von Friedrich Merz und Olaf Scholz. Aber vielleicht braucht es genau das: eine regionale „Macht“ der AfD. Im Gegensatz zu den AfD-Wählern habe ich zur Kenntnis genommen, was diese Partei vorhat. Ich kann mir vorstellen, dass sich die AfD ihr eigenes Grab schaufelt.
Michael Ziganke, per E-Mail
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Das historische Rekordergebnis der AfD und der gleichzeitige Absturz der CDU bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt kommen keineswegs überraschend. Sie sind das logische Resultat einer jahrzehntelangen, mutlosen „Geschenkepolitik“, gepaart mit dem eklatanten Fehlverhalten der Bundespolitik. Anstatt strukturelle Probleme an der Wurzel zu packen, wurde die Bevölkerung zu oft mit kurzfristigen Subventionen beruhigt. Das hat allerdings auch auf der Gegenseite Spuren hinterlassen: Eine solche Politik erzieht die Bürger zu einer maßlosen, oft unrealistischen Erwartungshaltung, bei der der Staat vermeintlich jedes Lebensrisiko vollkommen absichern und finanzieren soll. Diese politische Trägheit lastet schwer auf den etablierten Kräften. Zum einen ist das bittere Ergebnis die Quittung für Bundeskanzler Friedrich Merz, dessen hilf- und visionslose Politik in Berlin die Wähler im Osten endgültig entfremdet hat. Zum anderen darf die Mitschuld der SPD nicht verschwiegen werden. Als langjähriger Koalitionspartner im Land hat sie diesen innovationslosen Kurs mitgetragen, während die Bundes-SPD mit ihren umstrittenen Sozialreformen und einer abgehobenen Politik an den realen Sorgen der Menschen vorbeiregiert. Die Quittung droht nun in einer politischen Sackgasse zu enden: Da die demokratische Mitte kollabiert ist, rücken die scheinbaren Chancen für eine Zusammenarbeit von AfD und dem BSW in greifbare Nähe. Wenn das BSW bereits offen eine Beteiligung der Rechtsextremen als „demokratische Pflicht“ einfordert, wird deutlich, wohin die Reise geht. Damit die AfD nicht endgültig über das Ziel schießt, muss Berlin jetzt radikal umsteuern. Eine reine Abgrenzungspolitik reicht nicht mehr aus. Gefragt ist eine echte Zukunftsvision: Weg von der Gießkannen-Subventionierung, hin zu massiven, nachhaltigen Investitionen in die Infrastruktur des ländlichen Raums – von der ärztlichen Versorgung bis zum schnellen Internet. Der Bund muss wieder Handlungsfähigkeit beweisen, die ausufernde Bürokratie abbauen und Probleme wie die Migrations- und Energiekrise pragmatisch lösen, anstatt sie ideologisch zu moralisieren. Zur Wahrheit gehört aber auch: Die Politik muss den Bürgern endlich wieder reinen Wein einschenken. Ein zukunftsfähiges Land funktioniert nur, wenn die Anspruchshaltung der Gesellschaft wieder auf ein realistisches Maß schrumpft und Eigenverantwortung statt staatlicher Rundumversorgung zählt.
Helmut Schmidt, per E-Mail
Zum Artikel „Folgen des Hackerangriffs womöglich über Jahre spürbar“ vom 5. September
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Die Senatskanzlei und insbesondere Bürgermeister Wegner scheinen ein ausgeprägtes Talent für personelle Fehlentscheidungen, fachliche Missgriffe und verzögerte (oder ganz ausbleibende) Aktivitäten zu haben (und das insbesondere in den datentechnischen und sicherheitsrelevanten Schlüsselbereichen): Kultursenatorin Wedl-Wilson, Chef-Digital-Officer Hundt, Visit-Berlin-Geschäftsführer Amann waren nur sehr kurze Zeit im Amt. Beim Stromausfall Anfang des Jahres spielte Wegner erst einmal Tennis, beim IT-Vorfall im August erklärte er zwei Wochen lang, es habe keinen sicherheitsrelevanten Datenabfluss gegeben. Nun folgt die nächste Fehlentscheidung: Man engagiert ausgerechnet die US-amerikanische Cybersicherheitsfirma Crowdstrike – einen Betrieb, der 2024 eine weltweite Betriebsstörung auf über acht Millionen Microsoft-Systemen auslöste und dessen Falcon-Agent Daten an US-Behörden weiterreichen kann. Wann ziehen endlich fachliche Kompetenz, Weitblick und uneingeschränktes Pflicht- und Verantwortungsbewusstsein in die Berliner „Spitzen“-Politik ein?
Wolf-Rüdiger Heilmann, per E-Mail
Meines Erachtens hätte das Land Berlin, unter Wahrung des Anscheins der Nichterpressbarkeit, mittels vertrauenswürdiger „Hintermänner“ der Hackergruppe die geforderte Summe zukommen lassen sollen, um die gestohlenen Daten zu sichern. Es ist überhaupt nicht abschätzbar, ob durch die Veröffentlichung dieser Daten im Darknet nicht ein mittelbarer Schaden entsteht, der weit höher als die geforderten zwei Millionen Euro ist. Schließlich können jetzt auch Staaten, die Deutschland nicht gut gesonnen sind, auf diese in Teilen sicherheitsrelevanten Daten zugreifen.
Joachim Willers, per E-Mail
Zum Artikel „TV-Charakterheld: Schauspieler Michael Mendl ist tot“ vom 5. September
Wer regelmäßig in die „Röhre“ guckt, der müsste auch den Schauspieler Michael Mendl (1944–2026) kennen. Was für ein Darsteller, was für ein Mime, ein richtiger toller und wichtiger Charakterkopf in der deutschen Filmszene. In Serien wie „Tatort“, bei „Ein Fall für zwei“, in „Donna Leon“-Krimis, im „Starken Team“, in „Derrick“, bei „Der Alte“, sogar bei „Wilsberg“, beim „Bergdoktor“ und so weiter war er oft präsent. Auch in Kinofilmen wie „Schlafes Bruder“ aus dem Jahr 1995 oder auch in „Hexe Lilli – Die Reise nach Mandolan“ aus dem Jahr 2011. Spielen konnte Michael Mendl so gut wie alles, er konnte in jede Rolle schlüpfen und der gespielten Person eine glaubhafte Psyche einhauchen.
Klaus P. Jaworek, per E-Mail
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