Zum Artikel „‚Berlin hat grob fahrlässig gehandelt‘: Hackerangriff macht IT-Experten sprachlos“ vom 5. September

Auch interessant

Ich bin kein Informatiker und habe generell auch wenig Ahnung von Digitalem aller Art. Dass ich mich damit auf einer Stufe mit unseren Regierenden und Verantwortlichen befinde, befremdet mich allerdings. Und ja, es macht langsam Angst. Bisher ging ich immer davon aus, dass sensibelste Daten, mit denen Behörden zu tun haben, mehrfach verschlüsselt und somit unknackbar sind. Vielleicht sollten wir doch eher wieder zu analogeren Zeiten zurückkehren, bevor wir unsere Daten den Schwerkriminellen auf dem Silbertablet(t) präsentieren!

Ullrich Herzau, per Mail

„Grobe Fahrlässigkeit“ – betroffene Mitarbeiter, Bürger und Unternehmen sollten das Land Berlin verklagen.

Marion Ben, per Facebook

Es scheint, dass bei der Nutzung analoger Arbeitsabläufe, dem Fehlen einer kryptografischen Absicherung kritischer Daten und offensichtlich bekannten Schwachstellen die digitale Infrastruktur in Berlin nicht dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Es stellt sich die Frage nach der Verantwortlichkeit und den daraus resultierenden Konsequenzen.

Gibt es in den Behörden keine Datenklassifikation? Werden streng vertrauliche Daten auf regulären Freigaben und per E-Mail versendet? Dies würde normalerweise bei jeder Prüfung zu erheblichen Beanstandungen führen. Es ist positiv zu bewerten, dass diese gravierenden Mängel nun bekannt sind, da dies die Möglichkeit zur Behebung schafft.

Welche Rolle spielte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik in all den Jahren?

Jörg Schröder, per Facebook

Nach diesem Hackerangriff auf Teile der Berliner Verwaltung sollte auch langsam dem Dümmsten klar werden, dass die Digitalisierung der Verwaltung ein Irrweg ist. IT-Sicherheit kann immer nur reaktiv und nie proaktiv sein, zumindest nicht auf lange Sicht. Und wenn bald Führerscheine oder Ausweise auf Smartphones statt als physische Karten verteilt werden, dann kann man sich jetzt schon ausmalen, wann die ersten unechten Versionen verfügbar sind. Und die vielen östlich von Europa angesiedelten Hacker lachen sich jetzt schon krumm. Digitalisierung hat viel mehr Risiken, als die Politik versteht. Das Chaos steht uns bevor, und wir laufen sehenden Auges hinein.

Papierakten sind vielleicht unpraktisch, aber für Externe deutlich schwieriger zugänglich als Dateien auf externen Servern oder bei Dienstleistern.

Thomas Künzel, per Mail

Zum Artikel „Aufstieg der AfD: Auf den Ossis rumzuhacken, ist zu einfach!“ vom 5. September

Auch interessant

Nachdem die Euphorie der Wiedervereinigung nach 36 Jahren weitestgehend verflogen ist und die Entfremdung der beiden Länder zunimmt, sollte über eine gesamtdeutsche Verfassung nachgedacht werden. Denn noch haben wir nur ein Grundgesetz von 1949, das die Bevölkerung der DDR 1989 akzeptierte. Vielleicht hilft eine gemeinsame Überarbeitung des Grundgesetzes auf dem Weg in eine Verfassung, sich mehr „gesamtdeutsch“ zu fühlen.

Michael Nitzsche, per Mail

Zum Artikel „‚Technokratische Partei‘: SPD-General räumt bittere Wahrheit ein“ vom 5. September

Auch interessant

Die Analyse von Tim Klüssendorf geht in die richtige Richtung. Schließlich gehört zu einer verantwortungsvollen Politik auch eine gute Fehlerkultur, wobei gerade die Idee, dass künftig viele Arbeitnehmer bereits ab dem ersten Krankheitstag verpflichtend ein ärztliches Attest vorlegen müssen, durch ihr negatives Menschenbild nur die politischen Ränder stärkt. Zudem stimmt es, dass ein großes Problem der SPD darin liegt, dass diese von außen vielerorts nur noch als eine technokratische Funktionärspartei wahrgenommen wird. Deshalb helfen hier nur wesentlich mehr direkte Bürgergespräche aus der Misere. Indem man als Politiker zum Beispiel viel öfter auf den Dienstwagen verzichtet und zumindest bei kürzeren Strecken in Berlin lieber in die U-Bahn am Reichstag einsteigt oder das Willy-Brandt-Haus zu einem transparenten und dialogorientierten Thinktank für die großen Zukunftsfragen ausbaut! 

Rasmus Heldt, per Mail

Zum Artikel „Bis zu 80 Prozent Förderung: Für wen der Höchstsatz möglich ist“ vom 27. August

Auch interessant

Obwohl ich selbst eine PV-Anlage und ein E-Auto besitze, stimme ich Frau Reiche zu. Wir müssen bei der Subventionierung unseres Stromnetzes endlich gegensteuern. Die Anlagen müssen sich aus sich selbst heraus tragen und sich nicht erst dadurch rechnen, dass der Staat über Steuern feste Einspeisevergütungen zahlt, die sich komplett vom Marktpreis entkoppeln. Wir geben jetzt schon dafür jährlich circa 16 bis 20 Milliarden Euro an Steuern aus.

Bei Windkraftanlagen hat man im Falle von negativen Strompreisen wegen Überangebot zum Glück schon gegengesteuert.

Auch wenn rein rechnerisch genug E-Autos existieren, die zum Beispiel in der Nacht signifikant benötigten Strom einspeisen könnten, ist die Aussage von Agora Energiewende meines Erachtens unterkomplex. Den Strom dahin zu bekommen, wo er benötigt wird, ist sicher deutlich komplexer.

Und selbst wenn, sollte die Einspeisevergütung nie über dem Marktpreis liegen.

Henry Schubert, per Mail

Hier lesen Sie mehr Leserbriefe an die Berliner Morgenpost

So erreichen Sie die Leserbriefredaktion

Berliner Morgenpost,

Redaktion, Brieffach 3110,

10874 Berlin

Telefon: 030-8872 77887

E-Mail:

leserbriefe@morgenpost.de

Internet:

www.morgenpost.de

Wir geben die Meinung unserer Leserinnen und Leser wieder, nicht die der Redaktion. Wegen der großen Zahl an Briefen, E-Mails und Kommentaren bei Facebook ist es uns leider nicht möglich, jede Meinungsäußerung zu veröffentlichen oder zu beantworten. Die Redaktion der Berliner Morgenpost behält sich vor, diese zu kürzen.