Mauer wieder hochziehen. Die Ossis nerven. Solche Kommentare hört man nicht selten in Debatten über Ostdeutschland. Kurz vor der Wahl in Sachsen-Anhalt ist der Ton schärfer geworden. Einige Leitartikler, vor allem westdeutscher Prägung, hauten auf die Pauke: Nun sei die Geduld mit den AfD-wählenden Ossis aber zu Ende. Man könne doch überlegen, denen Geld über den Länderfinanzausgleich zu streichen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Die Nervosität ist verständlich. Niemand sollte ruhig bleiben, wenn eine extrem rechte Partei wie die AfD nach der Macht greift. In Sachsen-Anhalt ist sie gefährlich nah dran. Doch: Allein auf den Ossis rumzuhacken, ist zu einfach. Die AfD ist längst ein Problem des ganzen Landes. Siehe die Zuwächse in westdeutschen Ländern.

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Eine Wahl ohne Gewinner?
Rambo Zambo – Der Merz-Podcast
 

Auch die Ostdeutschen müssen sich fragen: Was ist da schiefgelaufen?

In der Partei gibt es ostdeutsche Spitzenleute wie Tino Chrupalla aus Weißwasser und Ulrich Siegmund aus Tangermünde, aber auch genügend Kader aus dem Westen. Natürlich gibt es ostdeutsche Besonderheiten: Dort hat die AfD in vielen Regionen am stärksten Einfluss gewonnen.

Doreen Reinhard
Doreen Reinhard, Korrespondentin für Ostdeutschland.© Privat | Frauke Thielking

In ihren Wahlkämpfen, in ihrer Propaganda spielen DDR-Verklärung und eine Neigung zu Autokraten eine große Rolle. Die AfD-Wählerschaft ist dafür nur zu gern empfänglich. Da ist auch eine ordentliche Portion ostdeutscher Selbstkritik gefragt: Was ist da schiefgelaufen?

Ost und West: Wir sollten mehr zusammenhalten denn je

Doch eines sollte in den Debatten nicht passieren: Spaltung. Wir sollten mehr denn je zusammenhalten. Ost und West. Die Gefahren für die Demokratie gemeinsam erkennen und dagegenhalten. Auch jene sehen und unterstützen, die im Osten nicht AfD wählen. Sonst freuen sich nur Diktatoren wie Putin. Denn deren liebstes Geschäft ist Spaltung.