Auf der eigenen Homepage wirbt das Autohaus König noch mit einer „Berliner Familiengeschichte zwischen Wachstum und Verantwortung“. Doch kurz nach seinem 60. Geburtstag in diesem Jahr steht eines der größten Unternehmen der Hauptstadt vor dem Aus. Das Berliner Traditionsunternehmen hat Insolvenz angemeldet.

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Der Insolvenzantrag soll laut einer Hausmitteilung an die Beschäftigten am Mittwoch, 26. August, gestellt worden sein. Die Bekanntmachung durch das Amtsgericht Charlottenburg vom Dienstag, 1. September, hat das Aktenzeichen 3616 IN 5523/26. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist der Berliner Anwalt Rainer Eckert.
„Wir haben bis zuletzt intensiv um eine Lösung außerhalb der Insolvenz gerungen“, heißt es am Mittwoch in einer Mitteilung von der Geschäftsführung des Unternehmens. „Der eingeschlagene Weg über das Verfahren gibt uns jetzt die Grundlage, eine geordnete und klare Struktur für unser Unternehmen zu schaffen – im Schulterschluss mit unseren Herstellerpartnern und für unsere Kundinnen und Kunden.“
Insolvenzverwalter Eckert betonte am Mittwoch, dass die Autohaus-König-Gruppe weiterhin „über ein starkes Geschäftsmodell und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ verfüge. „Die konstruktive Haltung der Herstellerpartner und die Bereitschaft aller Beteiligten, gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten, stimmen mich sehr zuversichtlich für den weiteren Verlauf des Verfahrens“, so der Insolvenzverwalter.
Noch im Vorjahr schrieb das Autohaus Rekordzahlen
Die Autohaus-König-Gruppe ist mit rund 84 Standorten sowie rund 1200 Beschäftigten einer der größten mehrmarkigen Automobilhändler in Ostdeutschland und einer der größten Renault-Vertragshändler Deutschlands. Die Gruppe vertritt unter anderem die Marken Renault, Dacia sowie die Stellantis-Marken Opel, Fiat, Jeep, Kia, BYD und Citroën.
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Im vergangenen Jahr präsentierte das Unternehmen noch neue Rekordzahlen. Im ersten Quartal 2025 habe man mit 11.600 verkauften Fahrzeugen einen neuen Höchstwert erreicht. Auch der Werkstattumsatz sei in diesem Zeitraum auf 6,8 Millionen Euro gestiegen – ebenfalls ein Allzeithoch. Die bislang letzten offiziellen Zahlen (September 2023 bis August 2024) wiesen einen Umsatz von 570 Millionen Euro sowie einen Gewinn von rund 1,2 Millionen Euro aus.
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Die nun eingetretene Zahlungsunfähigkeit sei laut Mitteilung des Unternehmens „vor dem Hintergrund eines tiefgreifenden strukturellen Wandels im Automobilhandel“ zu verstehen. „Die Transformation vom Verbrenner zum Elektroantrieb, ein spürbar gewachsener Wettbewerbsdruck durch neue Marktteilnehmer sowie ein insgesamt stagnierendes Neuwagengeschäft belasten die gesamte Branche“, heißt es am Mittwoch von der Autohaus-Gruppe.
Autohaus König: Beschäftigte sollen Löhne für August nachgezahlt bekommen
Wie die „Welt“ berichtet, soll die „Autohaus Gotthard König GmbH“ zum Zeitpunkt der Insolvenzanmeldung Verbindlichkeiten von mehr als 212 Millionen Euro gehabt haben. An liquiden Mitteln sollen jedoch nur 1,3 Millionen Euro sowie ein nicht abgerufenes Kreditdarlehen in Höhe von 250.000 Euro vorhanden gewesen sein.
Die Beschäftigten sollen schon am 1. September per Hausmitteilung über die Insolvenz informiert worden sein. Am Mittwoch heißt es vom Unternehmen, die Gehälter für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien „im Rahmen des vorläufigen Verfahrens gesetzlich abgesichert“. Für den Monat August würden die Löhne rückwirkend über das Insolvenzgeld nachgezahlt. „Ziel des Insolvenzverfahrens ist die nachhaltige Restrukturierung und Fortführung des Unternehmens.“ Man arbeite mit Hochdruck an einem Konzept, das möglichst viele Standorte und Arbeitsplätze erhalte.
Autohaus König will laufende Aufträge weiter bearbeiten
Für Kundinnen und Kunden soll sich zunächst nichts ändern. „Verkauf, Werkstätten, Ersatzteilversorgung und Serviceleistungen an allen Standorten werden im gewohnten Umfang und unmittelbar fortgeführt“, heißt es in der Mitteilung. Laufende Aufträge, Reparaturen und Fahrzeugbestellungen würden planmäßig bearbeitet. Für Kundinnen und Kunden, die bereits Anzahlungen geleistet haben, bemühten sich die Geschäftsführung und der vorläufige Insolvenzverwalter gemeinsam mit den Herstellerpartnern um individuelle Lösungen.
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Begonnen hatte die Geschichte des Autohauses vor 60 Jahren in Westberlin. Gotthard König eröffnete damals in der Dennewitzstraße eine kleine offene Werkstatt. Seine Frau Marianne König unterstützte den Aufbau von Beginn an. In den 1970er-Jahren konnte das Unternehmen durch den Gebrauchtwagenhandel wirtschaftliche Erfolge erzielen. Später übernahm mit Dagmar König die nächste Generation Verantwortung für das Unternehmen. Nun sollte die dritte Generation das Geschäft übernehmen, wie es noch zum 60-jährigen Bestehen des Unternehmens hieß.







