Wo Stunden zuvor Blaulicht und Einsatzkräfte der Polizei Berlin das Bild dominierten, herrscht am Mittwochmorgen wieder der Alltag. Menschen eilen in der Feurigstraße in Berlin-Schöneberg zur Arbeit, bringen ihre Kinder zur Schule. Lieferwagen hupen sich in den engen Straßen gegenseitig an. Von der blutigen Tat, die die Nachbarschaft erschütterte, ist nichts mehr zu sehen.
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Ein 26 Jahre alter Mann ist hier am Dienstagabend gegen 20.20 Uhr angeschossen und schwer verletzt worden – eine Mordkommission ermittelt. Auch die Sondereinheit „Ferrum“, die im November 2025 zur Bekämpfung der grassierenden Schusswaffengewalt gegründet wurde, ist im Einsatz. Zeugen berichten von dem blutverschmierten jungen Mann und wie er sofort von Ersthelfern auf dem Bordstein versorgt wurde.
Schüsse in Schöneberg: Hintergründe unklar
Nach ersten Erkenntnissen sollen aus einer Personengruppe heraus mehrere Schüsse auf den Mann abgegeben worden sein, teilte die Polizei mit. Er erlitt lebensbedrohliche Verletzungen und wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er notoperiert wurde. Informationen dieser Redaktion zufolge ist er mittlerweile nicht mehr in Lebensgefahr und wieder stabil. Über die Hintergründe zu den Schüssen wollte er bislang noch nicht sprechen.
Gegen 20:20 Uhr wurden unsere Einsatzkräfte in die Feurigstraße in #Schöneberg alarmiert, nachdem Anwohnende dort Schüsse vernommen hatten. Nach ersten Erkenntnissen sollen aus einer Personengruppe heraus mehrere Schüsse auf einen 26-Jährigen abgegeben worden sein. Dieser wurde… pic.twitter.com/lQo94WBTsJ
— Polizei Berlin (@polizeiberlin) 1. September 2026
Die Einsatzkräfte waren den Angaben zufolge gegen 20.20 Uhr in die Feurigstraße alarmiert worden, weil Anwohner Schüsse gehört hatten. Bei den Tätern soll es sich um mehrere Männer handeln. Der Tatort ist ein typischer Berliner Altbau in unmittelbarer Nähe zu einer Feuerwache und einer Schule, der von mehreren Parteien bewohnt wird. Die Ladenzeilen im Erdgeschoss sind verlassen. Schräg gegenüber befindet sich ein Eingang zur Kaiser-Wilhelm-Einkaufspassage. Die Nachbarschaft wirkt ruhig.
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GdP-Sprecher zu den Schüssen: „Gezielte Auftragstaten“
„Berlin ist und bleibt der Hotspot der Waffengewalt“, sagt Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Berlin. „Durch die hohe Verfügbarkeit an Schusswaffen müssen wir aber längst auch über zahlreiche Halbstarke reden, die dann mitunter auch gezielte Auftragstaten übernehmen, ohne in feste Strukturen eingebunden zu sein.“ „Crime as a Service“ sei auch in der Organisierten Kriminalität längst zum Lifestyle geworden.
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„Durch dieses hohe Personenpotenzial sowie die Tatsache, dass selbst die Angeschossenen in der Folge selten mit der Polizei reden, gestalten sich die Ermittlungen äußerst schwierig“, so Jendro weiter. „Die Kollegen der BAO Ferrum werden ihr Bestmögliches geben, ermitteln selbstverständlich auch in alle Richtungen, um die Tat aufzuklären und Beteiligte zur Verantwortung zu ziehen.“
2025 registrierte die Berliner Polizei 1119 Fälle von Schusswaffengebrauch. In 515 Fällen wurde tatsächlich geschossen, in den übrigen Fällen ging es überwiegend um Drohungen. Insgesamt waren das 68 Prozent mehr Straftaten mit Waffen als 2024.
Mit dpa/viv








