Unbekannte haben mehrmals auf ein Geschäft in Steglitz-Zehlendorf geschossen. Einsatzkräfte fanden am frühen Morgen am Tatort in der Osdorfer Straße zudem einen selbst gebauten Spreng- beziehungsweise Brandsatz, wie die Polizei auf der Plattform X mitteilte. Dieser sei nicht explodiert. Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand. Teile der Straße waren am Montagmorgen in beide Richtungen gesperrt.

Erneut Schüsse auf Geschäft in Berlin
Das von Einschüssen betroffene Geschäft an der Osdorfer Straße, Ecke Hildburghauser Straße.© Andreas Gandzior | Andreas Gandzior

Der betroffene Friseur befindet sich an der Osdorfer Straße, Ecke Hildburghauser Straße. Bis in die Mittagsstunden waren Kriminaltechniker vor und in dem Geschäft, um Spuren zu sichern. Der Bereich um den Tatort war für die Ermittlungen weiterhin abgesperrt. Auch eine Drohne der Polizei kam zum Einsatz. Mindestens zehn Schüsse wurden auf das Geschäft abgefeuert. Mehrere Hundert Schülerinnen und Schüler werden wohl am ersten Schultag wegen der Schüsse zu spät gekommen sein. Denn seit etwa 5 Uhr konnten die Busse der Linien 186 und 112 nicht durch die Osdorfer Straße fahren.

Erneut Schüsse auf Geschäft in Berlin
Deutlich ist zu lesen: „By Samra“. Ein Hinweis darauf, dass es ein Laden des bekannten Berliner Rappers sein könnte.© Andreas Gandizor | Andreas Gandizor

Auf den Fotos ist zu sehen, dass der Friseur folgenden Schriftzug trägt: „Hair Salon Cutaleya – By Samra“. Offensichtlich gehört der Laden dem Berliner Rapper Samra. Bereits im März 2022 wurden Schüsse auf das Geschäft abgegeben.

Bandenkrieg in Berlin? Was wirklich hinter den Schüssen steckt

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    Schüsse in Steglitz: Gewerkschaft der Polizei nimmt Stellung

    Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP), sagt in einer Stellungnahme: „Es ist jetzt kein Geheimnis, dass das Rapbusiness auch für Protagonisten aus der Organisierten Kriminalität interessant ist und hier mitunter Kontakte gepflegt werden. Losgelöst davon, ob der Laden einem Rapper gehört oder nicht, sehen wir in der letzten Nacht einen weiteren Beleg für die besorgniserregende Entwicklung, dass zur Konfliktlösung oder Durchsetzung eigener Interessen zunehmend zu Schusswaffen und längst sogar zu Brand- und Sprengsätzen gegriffen wird.“

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    Die Schusswaffengewalt in Berlin hat sich in den vergangenen Jahren drastisch verschärft. Mehr als 600 Ermittlungsverfahren hat die Sondereinheit „Ferrum“ (lateinisch für „Eisen“) beim Landeskriminalamt (LKA) rund neun Monate nach Gründung eingeleitet (Stand: 13. August). 

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    Bei der Staatsanwaltschaft ist die Ermittlungsgruppe „Telum“ (lateinisch für „Angriffswaffe“) für die Verfahren zuständig. Sie wurde in Reaktion auf „Ferrum“ eingerichtet, um die Bekämpfung der Organisierten Kriminalität (OK) zu verstärken. Die beiden Einheiten arbeiten eng zusammen.

    mit dpa/dw