Die CDU/SPD-Koalition wollte jährlich bis zu 20.000 neue Wohnungen schaffen. Eine Analyse von immowelt zeigt: Dieses Ziel wurde bislang deutlich verfehlt. Gleichzeitig sind die Angebotsmieten in Berlin seit 2023 um mehr als zwölf Prozent gestiegen.

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Als CDU und SPD im April 2023 ihre gemeinsame Regierung bildeten, setzte sich die Koalition ein ambitioniertes Ziel: Bis zu 20.000 neue Wohnungen sollten im Durchschnitt jedes Jahr entstehen. Gut drei Jahre später fällt die Bilanz ernüchternd aus. Nach einer aktuellen Auswertung des Immobilienportals immowelt wurden 2024 rund 15.000 Wohnungen fertiggestellt. 2025 waren es nur noch etwa 11.000.

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Auch bei den landeseigenen Wohnungsunternehmen blieb die Zahl hinter den politischen Vorgaben zurück. Statt der im Koalitionsvertrag vorgesehenen 6500 Fertigstellungen pro Jahr wurden im vergangenen Jahr weniger als 5000 Wohnungen fertig.

Mieten in Berlin seit 2023 um 12,2 Prozent gestiegen

Die Folgen des knappen Angebots zeigen sich laut immowelt unmittelbar bei den Preisen. Die durchschnittliche Angebotsmiete für Bestandswohnungen kletterte demnach von 12,95 Euro pro Quadratmeter im April 2023 auf 14,53 Euro im Juli 2026. Das entspricht einem Anstieg von 12,2 Prozent.

Für eine 75 Quadratmeter große Wohnung bedeutet das einen Anstieg der monatlichen Kaltmiete von rund 971 auf 1090 Euro. Wohnungssuchende müssten damit im Vergleich zum Beginn der Regierungszeit von CDU und SPD rund 119 Euro mehr im Monat aufbringen.

Serie: Nahaufnahme Wohnungsmarkt

Im Vergleich der fünf größten deutschen Städte fällt der Anstieg in Berlin allerdings noch vergleichsweise moderat aus. In Hamburg verteuerten sich die Angebotsmieten laut immowelt um 18,8 Prozent, in Frankfurt am Main um 18,3 Prozent. Köln kommt auf ein Plus von 15,5 Prozent, München auf 14,1 Prozent.

Immowelt-Chef: „Die Lage am Berliner Wohnungsmarkt hat sich nicht entspannt“

Theo Mseka, Geschäftsführer von immowelt, sieht dennoch keinen Grund für Entwarnung. „Die Lage am Berliner Wohnungsmarkt hat sich seit dem Amtsantritt der Koalition nicht entspannt“, sagt er. „Die Mieten sind spürbar gestiegen, und die Kaufpreise von Wohnungen ziehen in Berlin sogar stärker an als in anderen deutschen Metropolen.“

Entscheidend sei aus seiner Sicht vor allem das fehlende Angebot. „Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass in der Hauptstadt weiterhin zu wenig gebaut wird“, so Mseka. „Nur ein spürbar beschleunigter Neubau kann den Druck vom Markt nehmen.“

Eigentumswohnungen in Berlin werden teurer

Auch beim Kauf von Wohnungen entwickelte sich Berlin im Vergleich zu anderen Metropolen auffällig. Die Angebotspreise für Bestandswohnungen stiegen laut immowelt von durchschnittlich 4872 Euro pro Quadratmeter im April 2023 auf 4994 Euro im Juli 2026. Das entspricht einem Plus von 2,5 Prozent.

Damit verzeichnete Berlin den stärksten Anstieg unter den fünf größten deutschen Städten. In München gingen die Preise im gleichen Zeitraum um 2,8 Prozent zurück, in Frankfurt am Main sogar um 3,2 Prozent. Hamburg kam auf ein Plus von 1,2 Prozent, Köln auf 0,6 Prozent.

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Trotz des vergleichsweise geringen Anstiegs bleibt der Kauf einer Wohnung für viele Berliner Haushalte schwierig. Neben den Immobilienpreisen belasten weiterhin hohe Finanzierungskosten potenzielle Käufer.

Preisdruck erreicht Berliner Umland

Die angespannte Situation auf dem Berliner Wohnungsmarkt wirkt sich laut immowelt zunehmend auf das Umland aus. In den acht an Berlin angrenzenden Landkreisen stiegen die Angebotspreise für Eigentumswohnungen seit April 2023 im Durchschnitt um 8,2 Prozent. In Berlin selbst waren es im selben Zeitraum 2,5 Prozent.

Besonders deutlich fiel die Entwicklung im Landkreis Oberhavel aus. Dort verteuerten sich Eigentumswohnungen laut Analyse um 21 Prozent.

Bei den Mieten ist die Entwicklung im Umland unterschiedlich. In Potsdam-Mittelmark stiegen die Angebotsmieten um 16,1 Prozent, in Teltow-Fläming um 15,5 Prozent und in Dahme-Spreewald um 14,6 Prozent. In Oberhavel waren es dagegen 6,6 Prozent, in Märkisch-Oderland 7,8 Prozent. Über alle acht angrenzenden Landkreise hinweg legten die Angebotsmieten laut immowelt um durchschnittlich 11,2 Prozent zu – und damit etwas weniger als in Berlin.

Für die Analyse wurden auf immowelt.de inserierte Angebote ausgewertet. Die Preise beziehen sich auf Bestandswohnungen mit 75 Quadratmetern, drei Zimmern, im ersten Stock und aus den 1990er-Jahren. Bei den Mieten handelt es sich um Nettokaltmieten bei Neuvermietung, bei den Kaufpreisen um Angebotspreise und nicht um tatsächlich erzielte Verkaufspreise.

lth/dpa