In der Nacht zu Montag sind auf dem Hardenbergplatz am Bahnhof Zoologischer Garten Schüsse gefallen. Dabei ist ein 30-Jähriger getötet worden. Informationen dieser Redaktion zufolge wird eine Auseinandersetzung rivalisierender Banden vermutet, mutmaßlich ging es um Drogengeschäfte.

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Der Bahnhof Zoo ist seit den siebziger Jahren berühmt für Drogen, Gewalt und Obdachlosigkeit. Trotz verschiedener Maßnahmen, die Gegend sicherer zu machen, bleibt der Bahnhof für die Polizei eine Herausforderung. Ein Blick auf einige der prägnantesten Schlagzeilen rund um den Bahnhof in den vergangenen Jahren zeigt, wie häufig es dort zu Vorfällen kommt.
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2023: Streit im U-Bahnhof eskaliert: Mann niedergestochen
Nach einem Streit im U-Bahnhof Zoologischer Garten wurde einem Mann mehrfach in den linken Oberschenkel gestochen. Die zwei Männer hatten sich auf dem Bahnsteig angerempelt und wurden daraufhin aggressiv. Der eine zog ein Messer und flüchtete zu Fuß, nachdem er zugestochen hatte.
2018: Massenschlägerei am Bahnhof Zoo – acht Verletzte nach Raubversuch
Zwei Männergruppen begannen mit einer Schlägerei am Bahnhof Zoo. Der Auslöser dafür war ein Raubversuch. Mindestens zehn Personen waren beteiligt. Acht davon wurden verletzt, einige mussten in Krankenhäuser. Zwei von ihnen wurden notoperiert. Einigen Beteiligten gelang die Flucht. Sie wurden später aber von der Polizei festgenommen.

2018: Mit Flaschen beworfen
Am 8. Juli 2018 begab sich ein Paar nachts in ein Schnellrestaurant am Hardenbergplatz. Daraufhin wurde die Frau offenbar sexuell beleidigt. Nach Bitten, dies zu unterlassen, kam es zum Streit. Stühle und Flaschen flogen durch die Gegend, bis die Polizei eingriff und drei Männer festnahm.
2017: Auf der Rolltreppe mit Messer bedroht
Mit 1,2 Promille bedrohte ein 24-Jähriger 2017 einen anderen jungen Mann auf der Rolltreppe im Bahnhof Zoologischer Garten. Er hielt ihm ein Messer an den Hals, woraufhin sich die 16-jährige Schwester des Opfers zwischen die beiden stellte. Später versuchte der Angreifer, ihm außerdem ins Gesicht zu schlagen. Andere Besucher des Bahnhofs hielten den Mann fest, bis die Polizei eintraf.
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2017: Der Mord an Susanne Fontaine
Unweit des Bahnhofs Zoo wurde die 60-jährige Kunsthistorikerin Susanne Fontaine 2017 ermordet. Sie lag drei Tage im Gebüsch, bevor sie von Passanten entdeckt wurde. Etwa 20 Meter vor dem Hardenbergplatz hatte der Täter sie ausgeraubt, erwürgt und in den Busch geschleppt. Ilyas A. wurde im Jahre 2018 für diese Tat verantwortlich gemacht und zu lebenslanger Haft verurteilt. Obwohl 18-Jährige normalerweise nach Jugendstrafrecht verurteilt werden, behandelte das Gericht Ilyas A. wegen seiner „Heimtücke“ und „Habgier“ als Erwachsenen.

2011: Messerattacke U-Bahnhof Zoologischer Garten
Im Jahre 2011 wurden zwei Männer im U-Bahnhof Zoologischer Garten mit einem Messer angegriffen. Kurz nach Mitternacht pöbelte eine Gruppe in der U9 junge Frauen an. Daraufhin stritten sich die Opfer mit der Gruppe. Am Bahnsteig kam es dann zu den Messerstichen. Der 19-jährige Täter stellte sich später der Polizei.
2009: Student ermordet Obdachlosen
Am Bahnhof Zoo lernte ein 28-Jähriger einen obdachlosen Mann kennen und nahm ihn mit nach Hause. Dort tötete er ihn und zerstückelte anschließend die Leiche, sodass sie zunächst nicht identifiziert werden konnte. Die Leichenteile verpackte er in Tüten und versteckte sie am Innsbrucker Platz in Schöneberg. Staatsanwalt Jörg Wetzel bezeichnete die Tat als „kaltblütig“ und erklärte, sie komme „einer Hinrichtung gleich“. Das Opfer soll zum Tatzeitpunkt stark alkoholisiert und kaum in der Lage gewesen sein, sich zu wehren.
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2009: Mann durch Polizei erschossen
Bei einer Kontrolle am Bahnhof Zoo eskalierte die Situation: Ein Mann wehrte sich gegen die Polizisten und entriss einem Beamten die Dienstwaffe. Anschließend hielt er die Waffe an den Kopf des Polizisten. Ein Kollege erschoss den Mann schließlich. Nach damaligen Angaben soll gegen ihn wegen mehrerer Haftbefehle ermittelt worden sein.
1987: Mord an Emilio R.
Der Spanier Emilio R. war oft am Bahnhof Zoo unterwegs, um männliche Prostituierte zu treffen. Auch am 8. Februar begab er sich zunächst mit einem Bekannten dorthin. Später traf er jemanden und nahm ihn nach Angaben des Bekannten mit nach Hause. Am nächsten Tag wurde er tot in seiner Badewanne aufgefunden. Lange war unklar, was in der Nacht passierte. Jahre später gab es erneut Hinweise: Die Spuren führten zu einem Serben. Ein Mord kann ihm aber nicht nachgewiesen werden.

1970er-Jahre: Drogenhandel und Beschaffungskriminalität
In den 1970er-Jahren war der Bahnhof Zoo ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, der Westberlin mit dem Rest der Bundesrepublik verband. Gleichzeitig entwickelt sich der Bahnhof zu einem Treffpunkt für Jugendliche aus der Drogenszene. Vor allem Heroin wurde dort konsumiert; hinzu kam Prostitution, mit der einige Abhängige ihren Drogenkonsum finanzierten.
Ende der 1970er-Jahre rückte der Bahnhof durch das Buch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ bundesweit ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Die Biografie von Christiane F. erzählt vom Absturz eines jungen Mädchens in die Drogensucht und ihrem Leben auf dem sogenannten Kinderstrich. Das Buch prägt das öffentliche Bild des Ortes nachhaltig – bis heute wird der Bahnhof Zoo eng mit Drogen, Jugend und Verwahrlosung verbunden.









