Liebe Leserin, lieber Leser,

was ist heute los in der Stadt? Hier ein kurzer Blick auf die Termine des Tages:

  • Gedenkfeier und Enthüllung einer Bodentafel für Beate Fischer, die 1994 von Neonazis ermordet wurde. Erst 2018 wurde sie von staatlicher Seite als Opfer rechter Gewalt anerkannt. Mit Emine Demirbüken-Wegner, Bürgermeisterin des Bezirks Reinickendorf.
  • Beginn Prozess gegen 37-Jährigen nach einer Serie von Bombendrohungen
    Der Mann habe laut Ermittlungen in den Jahren 2022 und 2023 in zahlreichen Fällen schriftlich oder telefonisch gegenüber Schulen, Polizeidienststellen, Behörden oder Unternehmen im gesamten Bundesgebiet vorgegeben, in den jeweiligen Häusern eine Bombe versteckt zu haben.

Neues aus Berlin

Die Wahl des neuen Abgeordnetenhauses in Berlin rückt näher. Am 20. September (oder schon früher, wer auf Briefwahl setzt) verteilen die Berlinerinnen und Berliner die Macht neu. Der Neuling unter den Spitzenkandidaten, CDU-Finanz- und Kultursenator Stefan Evers, hat nun deutlich gesagt, was ihm – Zitat – gegen den Strich geht: nämlich das Müllproblem. Das gab er jedenfalls bei „Welt TV“ zum Besten. Im Kampf gegen die Vermüllung könne jeder seinen Beitrag leisten, auch wenn es einen Auftrag des Staates dafür gebe, so Evers.

Also machen wir mal den Check.

Welche Partei will wie die Stadt sauberer machen? In unserer großen Wahlserie zu den Berliner Problemen und den möglichen Lösungen hat Chefreporter Joachim Fahrun die Antworten der Parteien zusammengetragen.

Übrigens ist das Thema „Saubere Stadt“ kein Thema des Geldes, wie eine Morgenpost-Analyse ergeben hat.

Empfehlen möchte ich Ihnen auch die Reportagen meiner Kollegen zu diesem Thema. Oskar Paul hat sich in Berlin-Mitte umgeschaut und von Möbeln bis Jacken alles auf den Straßen gefunden. Verdreckt, kaputt und unbenutzbar. Einfach weggeworfen. Aber wir als Morgenpost wollen nicht nur die Missstände beschreiben, sondern auch Lösungen aufzeigen. Deswegen hat Oskar Paul auch Raffael Zinser getroffen, der im Sprengelkiez wohnt und sich mit Nachbarn gegen die Vermüllung engagiert.

Montag bis Samstag

Morgenpost der Chefredaktion

Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.

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Und es gibt weitere Beispiele, wie Berlinerinnen und Berliner für eine lebenswerte Stadt sorgen. Leonard Laurig hat die „Nachtlichter“ begleitet, Ehrenamtliche, die als mobile Fahrradstreife in Tempelhof-Schöneberg für Ordnung sorgen wollen.

Also ganz im Sinne des Evers-Checks: Da leisten schon viele einen Beitrag. Aber es kann insgesamt noch besser werden. Evers‘ Idee, Menschen für die Müllbeseitigung heranzuziehen, die staatliche Leistungen erhalten, hat mein Kollege Alexander Rothe einmal mit der Wirklichkeit abgeglichen. Spoiler: In bestimmten Grenzen geht offenbar was.

Mit Evers ist die Berliner CDU zumindest in den letzten Umfragen wieder im Aufschwung. Andere müssen da eher noch kämpfen. SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach macht mächtig Druck. Vor allem die Wiedereinführung einer Gebühr fürs Schulessen und fürs Schülerticket (beides CDU-Positionen) tituliert er als familienfeindlich. Nächste Woche Mittwoch präsentiert Krach vormittags im Astra Kulturhaus seine Wahlkampagne. Werbung in eigener Sache muss sein.

Bleibt die Linkspartei. Und, oh Wunder, ein Lob für den Senat. Bausenator Christian Gaebler (SPD) hatte einen Mietenscan durchgeführt und Erschreckendes bei den Angeboten festgestellt. Die Ergebnisse finden Sie hier. Niklas Schenker von der Linken erklärte: Der Staat dürfe nicht zulassen, dass dreiste Vermieter völlig überzogene Mieten aufrufen. Ein Baustein dafür sei der Mietenscan. Ein Lob für den schwarz-roten Senat?

Auflösung: kein Lob ohne Eigenlob in diesen Tagen des Wahlkampfes. Schenker verwies darauf, wer zuerst die Idee für einen Mietenscan hatte: „Bereits im Juni 2023 hatten wir den im Abgeordnetenhaus beantragt.“ Sein Fazit: „Die Linke wirkt.“

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Außerdem wichtig

Was die Fluggesellschaft Wizzair in Berlin plant, beschreibt Jessica Hanack.

Wieso die Polizei in zwei Todesfällen in Seniorenheimen ermittelt, weiß Joachim Fahrun.

Was beim CSD am Wochenende Besonderes ansteht und wieso der Ehemann von Comedian Thomas Hermanns nicht nach Pirna will ,berichtet Alexander Rothe.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Donnerstag.

Ihr Gilbert Schomaker,

stellvertretender Chefredakteur.

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