Kai Wegner zieht sich zurück. Und bleibt trotzdem. Er will nicht erneut als Regierender Bürgermeister kandidieren, führt die Berliner Regierung aber bis zur Wahl weiter. Für die CDU ist das kein Befreiungsschlag, sondern ein politischer Schwebezustand.

Montag bis Samstag
Morgenpost der Chefredaktion
Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Mit seinem Verzicht signalisiert Wegner, dass die Debatten über seine Person für die Partei zu einer immer größeren Belastung geworden sind. Sie haben die politische Arbeit längst überlagert. Ein Wahlkampf mit ihm an der Spitze erschien der CDU offenbar nicht mehr erfolgversprechend.

Doch sein Verbleib im Amt löst das Problem nicht. Berlin wird nun von einem Regierenden Bürgermeister geführt, dessen politische Zukunft bereits feststeht. Wegner bleibt formal im Amt, seine Autorität dürfte jedoch weiter schwinden.
Ein sofortiger Rücktritt hätte eine Regierungskrise auslösen können. Dass Wegner bis zur Wahl weitermacht, sichert deshalb zunächst Stabilität. Politisch aber verlängert diese Lösung die Unsicherheit: Die Regierung bleibt im Amt, während die CDU bereits nach einer neuen Führung sucht.
News zur Berlin-Wahl 2026
Für die Partei beginnt jetzt unter hohem Zeitdruck die Suche nach einem neuen Spitzenkandidaten. Sie muss innerhalb kürzester Zeit eine Person aufbauen, ein Profil schärfen und die eigenen Reihen schließen. Das ist weniger ein geordneter Neuanfang als eine Notoperation kurz vor der Wahl.
Das ist weniger ein geordneter Neuanfang als eine Notoperation kurz vor der Wahl.
Pascal Biedenweg, Mitglied der Chefredaktion
Dass die CDU in diese Lage geraten ist, zeigt ihr eigentliches Versagen. Statt über Wohnungsbau, Sicherheit, Verkehr oder Schulen zu sprechen, dreht sich alles um Personalfragen und Krisenmanagement.
Wegners Rückzug ist deshalb nur die halbe Konsequenz. Er verhindert vorerst eine Regierungskrise, beendet aber nicht die politische Krise. Die CDU hat ihren Spitzenkandidaten verloren – und bislang keinen glaubwürdigen Ersatz. Das könnte sie am Wahltag teuer zu stehen kommen.








