Craig S. Hendershott ist in den 1980er Jahren als US-Soldat in Berlin stationiert. Als junger Mann erlebt er in der geteilten Stadt wohl die Zeit seines Lebens. Das liegt gar nicht mal an seinem Job als Schwarzmarkt-Ermittler. Es sind die ausufernden Nächte am Kurfürstendamm, im Irish-Pub im Europa-Center oder der Weihnachtsabend mit der deutschen Familie seiner Freundin. Nach seiner Rückkehr nach Michigan nach dem Fall der Mauer, behält er die Stadt im Herzen, und verfolgt in den sozialen Medien, was die Menschen hier bewegt. Mehr als 30 Jahre soll es dauern, bis er zurückkehrt. Als erneut der Flug nach Hause geht, fließen Tränen.

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Wieso die Geschichte? Wer Henderschott zuhört, der bekommt einen ungefähren Eindruck davon, wie stark das Band zwischen Amerika und der deutschen Hauptstadt zu dieser Zeit gewesen sein muss. Berlin war für viele Amerikaner aus dieser Generation nie bloß ein Posten am anderen Ende der Welt, sondern ein Teil ihrer Biografie. Und umgekehrt haben Generationen von Berlinerinnen und Berlinern Amerika nicht nur als Schutzmacht erlebt, sondern als Versprechen von Freiheit, Offenheit und kultureller Neugier.

Funke Zentralredaktion / Berliner Morgenpost Mitarbeiter: Norman Börner.
Norman Börner ist Bezirksreporter für Charlottenburg-Wilmersdorf.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

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Berlin und Amerika: Freundschaft überdauert politische Krisen

Hendershott hat später einen Song über Berlin geschrieben. Über seine Sehnsucht nach der besten Zeit und dem perfekten Ort dafür. Freundschaften, Kultur, Musik, die Menschen oder die Nächte in den Bars prägen ihn bis heute. Diese Verbindung ist tiefer als jeder populistische Ausfall von Trump. Und sie lebt fort, solange Transatlantiker nicht nur in Chefsesseln von NGOs und Instituten sitzen, sondern auch als Menschen mit echten Bindungen, Erinnerungen und Überzeugungen diesen Geist weitertragen. Trump wird vorbeigehen. Die negativen Schlagzeilen auch. Aber die besondere Freundschaft zwischen Berlin und Amerika bleibt.