Liebe Leserin, lieber Leser,

was wird heute wichtig? Hier sind die Termine des Tages:

• Tag der offenen Tür auf der Baustelle des House of One. Das House of One am Petriplatz ist ein geplantes Gebäude, das eine Synagoge, eine Kirche und eine Moschee unter einem Dach vereinen soll.

• BEW Berliner Energie und Wärme GmbH mit Bilanz-Pressekonferenz. Unter anderem zum aktualisierten Dekarbonisierungsfahrplan der BEW.

• Übergabe von 148 neuen Mietwohnungen in Lichtenberg mit Bausenator Christian Gaebler (SPD).

Neues aus Berlin
Neues aus Berlin

Das ist ein großer Wurf: Die neue Idee, das Tempelhofer Feld zu bebauen, hat viele Vorteile. Vor allem die Art und Weise überzeugt, wie gebaut werden soll. An den Rändern sollen sich Schillerkiez und Bergmannkiez auf das Feld erstrecken. In der Struktur der bestehenden Wohngebiete. Keine Hochhäuser mit Glasfassaden, sondern 2000 Wohnhäuser für 50.000 Menschen, gebaut in der Blockstruktur der Gründerzeit. Natürlich ist damit Berlins Wohnungsproblem nicht komplett gelöst. Aber 50.000 Menschen mitten in der Stadt ein neues Zuhause bieten zu können, das ist schon was.

Konzept „Zuhause am Tempelhofer Feld“. Bild: Kollhoff/Nöfer/Astigmatic 
26_05_20_zuhause_am_tempelh... 

Konzept „Zuhause am Tempelhofer Feld“. Bild: Kollhoff/Nöfer/Astigmatic 
26_05_20_zuhause_am_tempelh... 
Konzept „Zuhause am Tempelhofer Feld“. Bild: Kollhoff/Nöfer/Astigmatic
So könnte das Tempelhofer Feld bebaut werden und im Wesentlichen frei bleiben. © Kollhoff/Nöfer/Astigmatic | Kollhoff/Nöfer/Astigmatic

Die Bauweise ist zwar nicht aufregend, aber ein Entwurf, der das Tempelhofer Feld auch nicht erschlägt. Der eigentliche Clou ist, dass ein Großteil der Freifläche auf dem ehemaligen Flughafen auch frei bleibt. Nämlich 200 Hektar. Der eigentliche Charakter des Areals bleibt also erhalten.

Fraglich sind allerdings die Zeit- und Kostenpläne. Für neun Milliarden Euro soll das neue Quartier errichtet werden. Die Baukosten wollen die Initiatoren durch eine serielle Bauweise senken. Bei solchen gewaltigen Summen muss der Senat noch mal gründlich nachrechnen. Laut Initiatoren um Stararchitekt Hans Kollhoff sollen die landeseigenen Wohnungsunternehmen dort bauen. Auch hier muss man prüfen, ob sie in der Lage sind, in einer solchen Größenordnung in nur sechs Jahren das Areal fertigzustellen. Wenn man die Berliner Bautätigkeiten kennt, klingt das zumindest sehr optimistisch.

Aber selbst wenn die Prüfung hier Korrekturen ergibt: Die Idee wäre gut für die Berlinerinnen und Berliner. Sie versöhnt den dringend benötigten Wohnungsbau mit der zu erhaltenden Freifläche – und wäre damit ein guter Kompromiss.

Montag bis Samstag

Morgenpost der Chefredaktion

Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Kompromisslos zeigen sich die Befürworter der Freifläche. Sie wollen am Volksentscheid von 2014 nicht rütteln. Am Sonntag protestierten sie am Grill gegen die neuen Ideen einer Randbebauung. Pia Pentzlin hat mit ihnen gesprochen. Auch SPD, Linke und Grüne sehen den Vorstoß kritisch. Die CDU wiederum macht Druck, will die Entwicklung in die nächsten Koalitionsverhandlungen hineintragen. Das Tempelhofer Feld ist mittendrin im Berliner Wahlkampf.

Wie gefällt Ihnen dieser Newsletter? 👉 Jetzt an unserer kurzen Umfrage teilnehmen!

Außerdem wichtig
Außerdem wichtig

Viel Tanz, viele Feiernde – die große Bilanz und die schönsten Bilder des Karnevals der Kulturen finden Sie hier.

Berlins Hauptbahnhof wird 20 Jahre alt – und polarisiert. Uta Keseling gratuliert.

Panne bei der Razzia, an der auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner teilnahm. Julian Würzer kennt die Details.

Passend zum Wetter: Wo in Berlin neue Badestellen entstehen sollen, weiß Jessica Hannack.

Ich wünsche Ihnen einen sommerlich schönen Dienstag.

Ihr Gilbert Schomaker,

stellvertretender Chefredakteur.

Dieser Newsletter gefällt Ihnen? Empfehlen Sie ihn gern weiter.

Mehr Newsletter

  • Morgenpost Späti – Hier steckt alles drin: Montag bis Freitag um 18 Uhr das Wichtigste aus Berlin direkt ins Postfach – kompakt, nah dran & persönlich. Wie im Späti um die Ecke.
    🔗 Hier kostenfrei anmelden!
  • Hauptstadt Inside – Jörg Quoos, erfahrener Politikjournalist, gibt Ihnen dreimal die Woche Durchblick durch den politischen Dschungel Berlins.
    🔗 Hier kostenfrei anmelden!
  • Berlin erleben – Felix Müller bringt Sie jeden Donnerstag in Wochenendstimmung: Die besten Ideen für Kultur, Unternehmungen und Ausflüge in Berlin – direkt in Ihr Postfach.
    🔗 Hier kostenfrei anmelden!
  • WahlheYmatPost – Morgenpost auf Englisch: In Berlin leben so viele Nationalitäten wie in kaum einer anderen Stadt im Lande. Für all diese Menschen ist der Newsletter „WahlheYmatPost“.
    🔗 Hier kostenfrei anmelden!

Unsere Empfehlungen

Auch interessant

Karikatur des Tages

Aussichten
© Mirco Tomicek