Liebe Leserin, lieber Leser,

was wird heute wichtig? Hier sind die Termine des Tages:

• Bundesbauministerin Verena Hubertz und Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner feiern gemeinsam mit Bausenator Christian Gaebler das „Stapelfest“ der Gewobag für ein neues Wohnbauprojekt an der Landsberger Allee. Dabei sollen 1.548 Wohnungen in Modulbauweise entstehen. (10 Uhr)

• Auf der Medienkonferenz re:publica spricht Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey über Energiesicherheit, Blackout-Szenarien und die Frage, wie gut Berlin für den Ernstfall gerüstet ist. (11.30 Uhr)

• Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) und die Gewerkschaft GEW Berlin unterzeichnen im Roten Rathaus eine gemeinsame Vereinbarung zur Entlastung an Berliner Schulen. (11.30 Uhr)

Neues aus Berlin

In Raum 1131 des Berliner Landesverwaltungsamtes am Fehrbelliner Platz stehen zwei schlichte Aluminiumregale. Auf den Rücken der darin aufgereihten Aktenordner zwei unscheinbare Worte: „Widersprüche Unteralimentation“. Für manche ist das ein Millionenschatz. Für andere wohl eher ein Sprengsatz.

Das Bundesverfassungsgericht hatte im November geurteilt: Die Besoldung der Berliner Beamten war zwischen 2008 und 2020 verfassungswidrig. Wer rechtzeitig Widerspruch eingelegt hat, darf auf eine Nachzahlung hoffen. Von im Einzelfall bis zu 52.000 Euro ist die Rede. Die Senatsfinanzverwaltung hatte bereits eine Rücklage von knapp 500 Millionen Euro gebildet.

Das klingt nach guter Vorbereitung. Doch es ist fraglich, ob das reicht. Denn das Karlsruher Urteil stellt das System der Beamtenbesoldung komplett neu auf. Und das hat wohl weitreichende Folgen: „Als Konsequenz des Urteils wird sich der Umgang mit dem Berufsbeamtentum bundesweit ändern“, sagte Finanzsenator Stefan Evers (CDU) unserem Kollegen Hans Cord Hartmann exklusiv. In Hessen forderte Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) schon Verbeamtungsstopps und Wiederbesetzungssperren.

Unser Kollege lief mit Evers an den endlosen Aktenreihen vorbei. 21 Menschen durchsuchen derzeit im Landesverwaltungsamt Akte für Akte. Manche haben die Stärke eines Umzugskartons. Sie suchen nach fristgerecht eingereichten Widersprüchen. Parallel streitet die Politik: Der Beamtenbund fordert Nachzahlung für alle, unabhängig vom Widerspruch. Finanzsenator Evers nennt es „ein klassisches Dilemma“.

Montag bis Samstag

Morgenpost der Chefredaktion

Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.

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Ob das noch in dieser Legislatur auf den Weg gebracht wird, ist sehr fraglich, analysiert Hans Cord Hartmann. Mit dieser Bombe wird sich wohl der nächste Senat auseinandersetzen müssen.

Außerdem wichtig

Bauen statt sparen: Während Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und ihr Stellvertreter Omid Nouripour den Stopp des Luisenblock Ost II verkünden, drehen sich im Berliner Regierungsviertel andernorts weiter die Kräne. Isabell Jürgens hat sich umgeschaut und zeigt, wo trotz Sparmaßnahmen gebaut wird – und erklärt, was das für das Stadtbild der Hauptstadt bedeutet.

Krise als Dauerzustand: Zweieinhalb Jahre nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober verzeichnet die Berliner Beratungsstelle bei antisemitischer Gewalt und Diskriminierung (OFEK) anhaltend hohe Fallzahlen. Zwischen Oktober 2024 und September 2025 dokumentierte sie 730 Fälle antisemitischer Gewalt und Diskriminierung. OFEK-Gründerin Marina Chernivyky spricht im Interview von einer derantisemitischen Radikalisierung und Enthemmung in Berlin. Das zeige sich auch auf Berlins Straßen.

Marina Chernivsky israelische Psychologin und Antisemitismusforscherin
Marina Chernivsky, israelische Psychologin und Antisemitismusforscherin.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Vom Schüler zum Komponisten: Mit 16 Jahren hat der Kreuzberger Schüler Zeki Cavkaytar bereits mehrere Musikpreise gewonnen – darunter einen Bundespreis beim Wettbewerb „Jugend komponiert“. Aufgewachsen mit dem bunten Straßenmusik-Sound des Bergmannkiezes, komponiert er vor allem Filmmusik und wird im Oktober im Haus des Rundfunks mit dem ältesten Laienorchester Berlins auftreten. Nicole Dolif hat ihn getroffen.

Ein Comeback, das keines sein will: Das SchwuZ ist wieder da – doch ein bloßes Revival soll es nicht sein. 1500 Gäste feierten im Metropol in Schöneberg den Auftakt einer neuen Pop-up-Partyreihe des legendären queeren Clubs, der im Juli 2025 Insolvenz angemeldet hatte. Die nächste Station ist bereits geplant, berichtet Leonard Laurig.

An der Schmerzgrenze: Die Berliner Rapperin Ikkimel sperrt Männer in Käfige und landet mit drastischen Formulierungen in den Top 10 der deutschen Albumcharts. Jetzt erschien ihr zweites Studioalbum „Poppstars“. Ein Porträt der studierten Linguistin.

In eigener Sache: Vielfalt ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Gesellschaft. Wer wüsste das besser als die Berlinerinnen und Berliner? Am Dienstag ist der Deutsche Diversity Tag – ein Tag, der der Vielfalt der Menschen gewidmet ist. Die FUNKE Mediengruppe, zu der auch die Berliner Morgenpost gehört, nimmt den Anlass ernst und macht eine Diversity Week daraus. An allen FUNKE-Standorten finden in diesen Tagen Veranstaltungen statt, in denen sich die Redaktionen und Abteilungen mit der Bedeutung von Diversität auseinandersetzen. Soziale oder ethische Herkunft, Religion, Geschlecht, Alter oder sexuelle Identität, geistige oder körperliche Fähigkeiten – in welcher Hinsicht sind Sie divers?

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine vielfältige Woche!

Ihre
Heike Dietrich

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