Der Iran-Krieg und die Blockade der Straße von Hormus haben negative Auswirkungen für Berlins Wirtschaft. Diese Kriegsfolgen können die Kaufkraft, die Erholung beim Konsum und den Tourismus bremsen, warnt die Berliner Sparkasse in ihrem Konjunkturspiegel. Im Außenhandel sei die Nachfrage in der EU um zwölf Prozent gewachsen und gleiche den Einbruch bei den Ausfuhren nach China (minus 28 Prozent) und in die USA (minus 6 Prozent) mehr als aus.

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Die Arbeitslosenquote für Berlin liegt derzeit bei 10,5 Prozent. Eine Trendwende sei aufgrund höherer Unsicherheiten „wenig wahrscheinlich“. Laut Florian Seyfert, Volkswirt bei der Sparkasse, gab die Zahl der Stellenausschreibungen nach Beginn des Iran-Kriegs zunächst deutlich nach.

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In Berlin droht der Autozulieferer IAV, seinen Standort zu schließen. Mehr als 1000 Arbeitsplätze sind in Gefahr. Laut Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) ein „schwerer Schlag für den Zuliefererindustriestandort Berlin“. Sie habe mehrfach der Geschäftsführung angeboten, Lösungen für den Erhalt des Standorts zu entwickeln, und Unterstützungsangebote gemacht. „Jetzt ist das Unternehmen gefordert, Verantwortung zu übernehmen und eng mit dem Betriebsrat zusammenzuarbeiten, statt den Standort vorschnell aufzugeben“, forderte Giffey. Für Dienstag hat die IG Metall zu einer Demo aufgerufen.

Sollte sich die Lage im Nahen Osten beruhigen, kann die Wirtschaft wieder zulegen

Berlins Wirtschaft ist 2025 um 1,1 Prozent gewachsen und lag damit über dem Bundesdurchschnitt. „Für 2026 ist trotz des schwierigen Umfelds ein Zuwachs von 1,0 Prozent möglich“, erklärt die Sparkasse. Von der Entwicklung auf Bundesebene würde sich die Berliner Entwicklung im laufenden Jahr nur noch minimal abheben, so der Bericht. Seyfert: „Sollte sich die Lage im Nahen Osten stabilisieren, dürfte die Wirtschaftsdynamik 2027 wieder anziehen.“

Mit dem Iran-Krieg habe „sich auch der Konjunkturhimmel über Berlin eingetrübt“. Die Folgen seien Lieferengpässe und Preissteigerungen. „Sie dürften die Kaufkraft der Verbraucherinnen und Verbraucher schmälern und auf Unternehmensseite die Margen drücken“, so Seyfert.

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Die Baukosten steigen, Gaststätten und Tourismus leiden

Auch die Baukosten dürften weiter anziehen und die Kosten für Wohneigentum belasten. Im Gastgewerbe sorgen Konsumzurückhaltung und rückläufige Flug- und Tourismuszahlen für „Herausforderungen“, so der Bericht. Positive Impulse für die Berliner Wirtschaft kommen aus den staatlichen Ausgabenprogrammen und „einer regen Start-up-Aktivität“.

Laut den Zahlen der Investitionsbank Berlin (IBB) hat die Hauptstadt ihre Start-up-Förderung weiter ausgebaut. IBB Ventures, die Gesellschaft der Venture-Capital-Fonds des Landes Berlin, finanziert mit privaten Partnern junge Firmen. Sie hat 2025 insgesamt 39 Deals abgeschlossen, davon 13 Erstfinanzierungen und 26 Folgerunden. Investiert wurden 14,4 Millionen Euro, Partner steuerten weitere 98,3 Millionen Euro bei. In der frühen Phase (Pre-Seed) wurden vom neuen B#-Fond acht Tech-Start-ups mit insgesamt 2,1 Millionen Euro finanziert.

In den geförderten Start-ups arbeiten heute 3414 Mitarbeiter

Laut Giffey führe Berlin das deutsche Start-up-Ökosystem an. „Wir arbeiten darauf hin, Innovationsstandort Nummer eins in Europa zu sein. An den Zahlen sehen wir, dass wir auf einem guten Weg sind“, sagte sie.

Vier IBB-Fonds legen ihren Schwerpunkt auf Zukunftstechniken. 99 Start-ups gehörten Ende 2025 zur Förderfamilie. Sie erzielten einen Gesamtumsatz von 772 Millionen Euro und beschäftigten 3414 Mitarbeiter.