Johannes Evers, Vorstandsvorsitzender der Berliner Sparkasse, hat gute Laune. Der Grund sind die guten Zahlen, die seine Bank am Dienstag trotz Wirtschaftskrise vorlegen konnte. Mit 293 Millionen Betriebsergebnis wurde das gesteckte Ziel von 245 Millionen Euro übertroffen. Im Vorjahr waren es zwar 368 Millionen, dies lag aber an einem hohen Einmaleffekt. Rund 16.000 neue Girokonten wurden 2025 bei der Sparkasse eröffnet, 840.000 Kunden nutzen die Sparkassen-App. Die digitalen Dienste wurden unter anderem um das Loyalty-Programm Payback und den europäischen Zahlungsdienst Wero erweitert, den die Sparkassen als Alternative zu Paypal unterstützen.

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Kundeneinlagen (plus 816 Millionen Euro) und Kredite (plus 14 Prozent) sind gestiegen, acht Millionen Euro wurden für gesellschaftliches Engagement ausgegeben. Die weniger vorhandene Industrie ist für Berlin ein Vorteil, denn die Wirtschaft der Hauptstadt sei so weniger von Industrie-Insolvenzen betroffen. Die Wirtschaft wächst in der Hauptstadt stärker als im Bundesdurchschnitt, so Evers.
Kritisch sieht die Sparkasse den hohen Leerstand bei Büroflächen, auch wenn sie sich schon vor vier Jahren aus der Finanzierung von Büros zurückgezogen hat. Den Flaschenhals sieht Evers im Wohnungsbau. Immerhin 1500 Kunden hat die Sparkasse in der Mieterstadt Berlin 2025 zu neuem Wohneigentum verholfen. Enteignungsinitiativen bezeichnete Evers dagegen als eine Art Damoklesschwert, das über den Unternehmen Berlins hänge.
Immer noch wird in Berlin mehr Geld bar abgehoben, als bargeldlos bezahlt
Ihr engmaschiges Filialnetz will die Sparkasse weiter beibehalten: 78 Beratungscenter plus zwölf Firmencenter, zwei Innobiliencenter und vier Private-Banking-Standorte zählt die Bilanz auf. Auch einen „Klub der hohen Kante“ für jüngere Kunden in der Boxhagener Straße gibt es. Mit Lounge-Atmosphäre und kostenlosem WLAN will die Sparkasse Kunden in die Filialen locken. Die Zahl der Sparkassen-Mitarbeiter legte um 74 zu und beträgt jetzt 3441, davon machen 202 eine Ausbildung oder ein duales Studium.
Ein weiteres Wachstum verzeichnet die Berliner Sparkasse bei den Kartenzahlungen: 5,56 Milliarden Euro wurden 2025 per Karte bezahlt, 2024 waren es noch 5,31 Milliarden Euro. Die Bargeldabhebungen gingen weiter zurück, von 7,89 Milliarden 2024 auf 7,5 Milliarden Euro 2025. In der Bargeldstadt Berlin wird immer noch mehr Geld bar abgehoben, als bargeldlos bezahlt. Der Berliner Senat plant, Geschäften bundesweit vorzuschreiben, mindestens eine bargeldlose Bezahlmöglichkeit anzubieten.




