Die Pläne des Automobilzulieferers IAV für einen Stellenabbau von mehr als 1000 Arbeitsplätzen in Berlin und zur Schließung des Standorts stoßen auf Gewerkschaftsseite auf erheblichen Widerstand. „Statt eine Strategie für eine langfristige Sicherung der Arbeitsplätze vorzulegen, setzt die Geschäftsführung die Axt an“, kritisierte der IG‑Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen, Jan Otto. „Dies wird auf massiven Widerstand der IG Metall und der Beschäftigten stoßen“, kündigte er an.

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Für die kommende Woche bereitet die Gewerkschaft IG Metall Berlin eine Protestaktion in der Hauptstadt vor. Am kommenden Dienstag soll ab 12.15 Uhr eine Demonstration mit anschließender Kundgebung stattfinden. Der Startpunkt befindet sich in Charlottenburg auf der Helmholtzstraße, auf Höhe der Hausnummer 41. Dort soll auch die Kundgebung stattfinden. „Es werden Gäste aus der Berliner Landespolitik erwartet“, teilte die Gewerkschaft mit. Angekündigt haben sich bereits Arbeitssenatorin Cansel Kiziltepe (SPD), SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach, die Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp und der Linken-Abgeordnete Damiano Valgolio. Das teilte die Gewerkschaft auf Anfrage der Berliner Morgenpost mit. Die IAV hat ihren Sitz in Berlin in der Charlottenburger Carnotstraße.
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Die IAV plane „unter anderem eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden, keine Tariferhöhungen bis mindestens 2028, Kürzungen im tariflichen und außertariflichen Entgeltbereich sowie nur noch 25 Tage Urlaub. Hinzu kommen verpflichtende Qualifizierungsmaßnahmen mit Tests“, teilte die IG Metall mit.
Das Firmengelände soll verkauft, die Wertschöpfung aus Berlin verlagert werden
Das Unternehmen hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass das Betriebsgelände in Berlin „bis spätestens 2027“ veräußert werde, da die Wertschöpfung „an den Standorten Gifhorn und Stollberg fokussiert werden“ solle. Insgesamt ist demnach der Abbau von 1400 Stellen in Deutschland geplant, „um Überkapazitäten abzubauen und die Organisation an veränderte Marktbedingungen anzupassen“.
In Berlin soll lediglich ein „kompakter Kern der Beschäftigten zur Sicherung bestimmter Technologien“ verbleiben. Allen anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Standorts werde ein Wechsel ins niedersächsische Gifhorn angeboten, erklärte das Unternehmen.
Die Gewerkschaft IG Metall spricht von einem „Kahlschlag“
Die IG Metall kritisierte dies als „Kahlschlag“: „IAV ist Teil der Berliner Industrielandschaft und trägt Verantwortung für die rund 1250 Beschäftigten hier“, erklärte die zweite Bevollmächtigte und Geschäftsführerin der IG Metall Berlin, Ines Beeck. „Berlin ist ihr Lebensmittelpunkt – hier leben ihre Familien, hier sind soziale Bindungen und gewachsene Strukturen“, fügte sie hinzu. „Deshalb erwarten wir vom Unternehmen klare Zusagen für den Erhalt des Standorts und der Arbeitsplätze in Berlin.“

Der Zulieferer, der unter anderem Software sowie Elektronik- und Fahrzeugarchitekturen entwickelt und nach eigenen Angaben weltweit rund 6600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an 25 Standorten beschäftigt, hatte im Februar angekündigt, die Zahl der Stellen in Deutschland deutlich zu reduzieren. Der Abbau sei „sehr schmerzhaft“, aber notwendig, um das Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig aufzustellen, hatte Geschäftsführer Jörg Astalosch dem Nachrichtenportal t-online gesagt. IAV hatte zuletzt unter anderem ein Lademanagement für die Elektroflotte von DHL entwickelt.
mit dpa





