Liebe Leserin, lieber Leser,
was wird heute wichtig? Beginnen wir mit einem Blick auf die Termine des Tages:
• In Berlin demonstrieren queer-feministische Gruppen bei der Walpurgisnacht-Demonstration „Take Back the Night“. Der Zug führt vom Hohenstaufenplatz über die Wiener Straße bis zur Köpenicker Straße. (20 Uhr).
• In Potsdam tagt die Tierschutzkonferenz mit Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke und Verbraucherschutzministerin Hanka Mittelstädt in der Staatskanzlei. Themen sind unter anderem Tiersammelsucht, die Gefährdung von Kleintieren durch Mähroboter sowie der Umgang mit Fundtieren. (10 Uhr)
• Der Ausschuss für Wirtschaft im Brandenburger Landtag kommt zu einer Sondersitzung zur Ölraffinerie PCK zusammen. Hintergrund ist die Ankündigung Russlands, ab dem 1. Mai kein Öl mehr durch die Pipeline Druschba nach Deutschland zu leiten. (10 Uhr)
Neues aus Berlin
„Am Ende wählte Kai Wegner die kleine Lösung: Kein neuer Kultursenator tritt die Nachfolge der infolge der Fördermittel-Affäre entlassenen Sarah Wedl-Wilson an.“ So lautet das Fazit unseres Chefreporters Joachim Fahrun.
Denn am Mittwoch wurde klar: Finanzsenator Stefan Evers wird sich neben den Landesfinanzen bis zur Wahl auch um die Kultur kümmern. Der Grund: Der Finanzsenator „verhandelt bereits den Hauptstadtfinanzierungsvertrag, bei dem es auch um die Finanzierung der Hauptstadtkultur geht“, sagte am Mittwoch Wegner. Evers meinte wiederum, die Berliner Kulturszene brauche „Planungssicherheit und verlässliche Rahmenbedingungen“.
„Eine suboptimale Wahl, jedenfalls für Berlins Kultur. Wie Evers die Doppelrolle als Sparkommissar und Kulturlobbyist meistern soll, ist kaum vorstellbar. In vielen Fällen, etwa wenn es ums Geld für die Atelierhäuser geht, verhandelt er quasi mit sich selbst“, findet wohl nicht nur der Kollege Fahrun.

Montag bis Samstag
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Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.
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Diese Konstellation hat es in Berlin noch nie gegeben. Zwar habe schon mal mit Klaus Wowereit (SPD) ein regierender Bürgermeister das Kulturressort im Nebenjob geführt. Dass aber ein Finanzsenator wie Stefan Evers (CDU) nun auch für Theater, Museen, Konzerthäuser, freie Szene und obendrein noch für gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie den Kampf gegen Antisemitismus zuständig wird, sei jedoch ein Novum. Damit sei Evers „Faust und Mephisto“ zugleich, kritisierte der Intendant der Berliner Ensembles, Oliver Reese.
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Außerdem wichtig
So sollen Berliner entlastet werden: SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach will Berlin mit einer „Mietenpolizei“, günstigeren Energietarifen und einem Mietendeckel bezahlbarer machen, berichtet unser Kollege Hans Cord Hartmann. Beim Tankrabatt der Bundesregierung spart er nicht mit Kritik: Die 17 Cent kämen bei den Verbrauchern kaum an – besser wäre eine Tankdeckelung nach europäischem Vorbild.
Die Zukunft ist weiblich: Berlins ältestes produzierendes Unternehmen, die Späth‘schen Baumschulen, bekommt eine neue Führung – und die ist gleich dreifach weiblich, wie unsere Volontärin Antonia Weber schreibt. Mit Karoline Leu, Susanne Schmohl und Laura Lichtenheldt übernehmen zwei Töchter des bisherigen Geschäftsführers Holger Zahn sowie eine langjährige Mitarbeiterin die Leitung des 1720 gegründeten Traditionsbetriebs. Erstmals der Öffentlichkeit vorstellen wollen sie sich beim Frühlingsfest „Späth‘er Frühling“ am 9. und 10. Mai.

Im Blumenkiez in Lichterfelde West brodelt es: Die geplante Abschaffung der kombinierten Bus- und Radspur auf einem Abschnitt der B1 auf der Straße Unter den Eichen sorgt für Streit zwischen Grünen und CDU – und lässt Anwohner sowie Gewerbetreibende ratlos zurück, hat Bezirksreporterin Katrin Lange erfahren. Einig ist man sich nur in einem: „So wie es jetzt ist, kann es nicht weitergehen.“
Die besten Trainingsbedingungen für Männer und Frauen: Union Berlin hat Richtfest für sein neues Profileistungszentrum gefeiert – ein 40-Millionen-Euro-Projekt, das Männer- und Frauen-Bundesligateam erstmals unter gleichen Bedingungen und unter einem Dach vereint. Klubchef Zingler nutzte die Feier für einen deutlichen Appell: Im Frauen-Fußball würden längst überfällige Veränderungen noch viel zu selten wirklich umgesetzt, berichtet Michael Färber.
Ich wünsche Ihnen eine schöne Walpurgisnacht!
Ihre
Heike Dietrich
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