Der Verein Flussbad Berlin will sein Engagement für das erlaubte Baden in der Spree ausweiten und erhöht den Druck auf die Politik. Von Mai an sind bis zur Abgeordnetenhauswahl im September monatliche Mitschwimm-Demonstrationen geplant, wie der Verein Ende April mitteilte. Unter dem Motto „Am 20. ist Badetag“ sollen dabei regelmäßig Aktionen im Wasser stattfinden.

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Die erste Demo im Spreekanal ist heute (20. Mai) geplant. 101 Jahre, nachdem das Verbot in Kraft trat, das Baden in der innerstädtischen Spree untersagt. Damals waren die zunehmende Verschmutzung des Flusses und damit verbundene Gesundheitsgefahren der Anlass. Heute ist das Baden nach wie vor verboten – die Umweltverwaltung könnte das ändern, hat das bisher aber abgelehnt. 

Doch ausgerechnet heute machte der Starkregen den Demonstranten einen Strich durch die Rechnung. Die Kanalisation könnte durch den Regen überlaufen und die Spree mit Abwässern belasten – ins Wasser ging deshalb niemand. Laut einem Reporter vor Ort fand stattdessen nur eine Kundgebung mit rund 50 Menschen statt. Der nächste Versuch, gemeinsam in der Spree zu schwimmen, ist für den 20. Juni geplant.

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Senatsverwaltung bleibt hart: Baden im Spreekanal rechtswidrig

Aus heutiger Sicht gebe es dafür keine fachliche Grundlage mehr, sagte Vereinsmitgründer Tim Edler. Der Verein plädiert deshalb dafür, zunächst eine Pilotbadestelle am Spreekanal in Mitte einzurichten. Später könnten weitere in ganz Berlin hinzukommen. „Es geht“, sagte Edler. 

Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) zeigt sich von den Plänen des Vereins hingegen nicht begeistert. Sie weist darauf hin, dass das Baden im Spreekanal laut aktueller Rechtslage untersagt ist. Auch für die Schwimm-Demo gebe es keine Ausnahme. „Wer im Rahmen dieser Veranstaltungen in den Spreekanal steigt, handelt daher rechtswidrig und auf eigenes Risiko“, heißt es in einer Mitteilung der Senatsverwaltung von Dienstag. Das Verbot sei aus sicherheitsrelevanten sowie hygienischen Gründen weiter sinnvoll.

Dies wollte wiederum der Verein Flussbad Berlin nicht so stehen lassen. Er warf der Senatsverwaltung in einem Statement von Mittwoch vor, Baden mit Demonstrieren zu verwechseln. Die Schwimm-Demo sei ordnungsgemäß angemeldet worden „und innerhalb dieses versammlungsrechtlichen Rahmens geschützt“. Demonstrierende würden durch die Aussagen der Senatsverwaltung „eingeschüchtert“. Die Demo werde wie geplant stattfinden. „Mitarbeitende der Senatsverwaltung, die schwimmen wollen, sind ausdrücklich eingeladen“, schließt die Mitteilung des Vereins leicht polemisch.

Ein einzelnes Flussbad ist inzwischen nicht mehr das Ziel des Vereins, der sich deshalb in Fluss Baden Berlin umbenennen will. Sein bisheriges Monitoringsystem zur Prognose der Wasserqualität in der Spree hat er nach eigenen Angaben weiterentwickelt. Mit dessen Hilfe soll sich am Smartphone oder Rechner auf einen Blick abrufen lassen, ob Baden im Spreekanal möglich ist. Nach Einschätzung des Vereins ist die Wasserqualität zwischen Mai und Oktober zu 80 Prozent der Zeit gut genug. 

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Dass sich das zum Beispiel nach einem Gewitterregen kurzfristig ändern könne, sei aber nicht anzuzweifeln. Das gilt vor allem, wenn es zum Überlaufen der Berliner Mischwasserkanalisation kommt – und die Spree dadurch verschmutzt und möglicherweise auch mit Krankheitserregern belastet wird.

Am „Fluss Bad Garten“, der Informationsstelle des Vereins am Spreekanal an der Friedrichsgracht, soll künftig eine Fahne tagesaktuell anzeigen, wie die Lage ist. Grüne Farbe signalisiert: Baden ist kein Problem. Gelb steht für grenzwertig, Rot für mangelhafte Wasserqualität. Am 20. September – dem Termin für die vorerst letzte Mitschwimm-Demo in diesem Jahr, ist die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus.

lth/tok/dpa