Lange schon wünschen sich Berliner und Berlinerinnen an heißen Tagen in der Spree eine Runde schwimmen zu können. Doch ein offizielles Badeverbot besteht seit über 100 Jahren, vor allem wegen der anhaltend schlechten Wasserqualität. Das soll sich nun ändern: In Mitte ist für den Sommer 2026 eine offizielle Badestelle im Spreekanal geplant. Das bestätigte Bezirksstadtrat Ephraim Gothe (SPD) gegenüber dem „Tagesspiegel“. Die Pilotbadestelle soll am sogenannten Flussbad-Garten an der Friedrichsgracht entstehen, unweit des Humboldt Forums.

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Für das Projekt stehen laut der Zeitung rund eine Million Euro bereit. Im Gegensatz zu früheren Flussbad-Plänen, die aufwändige Filteranlagen vorsahen, soll der Einstieg ins Wasser diesmal denkbar einfach sein: über eine Leiter von einer bereits bestehenden Holzplattform.
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Gothe sieht gute Voraussetzungen für das Vorhaben: „Wasserqualität hat sich deutlich verbessert“
„Die Wasserqualität hat sich durch den Bau von Kanalstauräumen stark verbessert“, sagte Gothe dem „Tagesspiegel“. Ein verlässliches Monitoring zur Wasserqualität sei durch den Verein Flussbad Berlin bereits etabliert, gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Wasser.
Ob am geplanten Standort auch Umkleiden, Duschen oder Bademeister erforderlich sind, sei noch offen. Klar sei jedoch: Die Badestelle soll nur geöffnet werden, wenn die Wasserqualität dies zulässt. Eine vor Ort angebrachte Anzeige soll über den tagesaktuellen Zustand informieren, wie die Zeitung weiter berichtet.
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CDU-Senatsverwaltung warnt vor verfrühter Euphorie
Trotz der Fortschritte gibt es noch zahlreiche offene Fragen. Vor allem bei starkem Regen gelangt nach wie vor Mischwasser, also eine Kombination aus Abwasser und Regenwasser, in die Spree. Damit verbunden sind gesundheitliche Risiken durch Bakterien und andere Schadstoffe.
Die CDU-geführte Senatsumweltverwaltung bremst entsprechend die Euphorie. Laut einem Sprecher, ebenfalls gegenüber dem „Tagesspiegel“, laufen derzeit wissenschaftliche Untersuchungen zu möglichen Fäkalkeimen und E. coli im Wasser. Eine abschließende Bewertung stehe noch aus, erste Ergebnisse seien frühestens im Laufe des Jahres zu erwarten. Bis dahin bleibe unklar, ob das Baden im Spreekanal tatsächlich genehmigt werden kann.
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Neben der Pilotstelle an der Friedrichsgracht werde auch über eine zweite mögliche Einstiegsstelle am Humboldt Forum nachgedacht. Dort entstehe derzeit eine Freitreppe, die den Zugang vom Schlossplatz zum Kanal erleichtern soll. Ob Berlin damit langfristig ein Flussbad nach Pariser Vorbild bekommt, bleibt abzuwarten.







