Die Sicherheitsmitarbeiterin am Empfang ist nicht überzeugt. „Geht mir weg damit!“, herrscht sie die Frau an, die ihr einen Flyer mit der Aufschrift „#MerzMafia“ überreichen will. Da war die Farbe schon längst vergossen.

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Vier Aktivisten der „Neuen Generation“ haben am Donnerstagmorgen blaue Farbe auf den Eingangsbereich des Hauptgebäudes des Axel-Springer-Konzerns in Berlin geschüttet. Die Polizei rückte kurz darauf an. Die vier Protestierenden ließen sich im Anschluss widerstandslos abführen, worauf ihre Personalien aufgenommen werden konnten. Gegen alle vier wurde ein Verfahren wegen des Verdachts der Sachbeschädigung eingeleitet. Zahlreiche Schaulustige und Mitarbeiter des Medienunternehmens betrachteten das Spektakel. Die Reinigungsarbeiten erfolgten umgehend.
Aktivisten der Neuen Generation haben einen Farbanschlag auf das Hauptgebäude des Axel-Springer-Konzerns verübt. #morgenpost pic.twitter.com/jTNEmdxEMb
— Dennis Meischen (@DennisMeischen) April 23, 2026
Protestwoche der „Neuen Generation“ – Aktionen an mehreren Orten
„Der Protest markiert den Axel-Springer-Konzern als Teil der #MerzMafia: Über Lobbyismus, Geld und mediale Reichweite beeinflusst das Milliardenunternehmen die öffentliche Meinung sowie politische Entscheidungen zum eigenen Vorteil“, heißt es in einer Mitteilung der Gruppierung. Die blaue Farbe könne dabei sowohl für die CDU als auch für die AfD stehen. „Beide Parteien sind Teil der #MerzMafia, die in Deutschland den drohenden Faschismus befeuert.“
Die Aktion der „Neuen Generation“ ist Teil einer Protestwoche, in der von Montag (20. April) bis Freitag (24. April) aufsehenerregende Maßnahmen an verschiedenen Orten der Hauptstadt stattfinden sollen. Die Neue Generation hat hierfür für Verflechtungen, die aus ihrer Sicht zwischen Wirtschaft und Politik bestehen, den Begriff #MerzMafia geprägt. „Das gemeinsame Streben der #MerzMafia nach Macht, Profit und Einfluss verhindert eine Politik für alle“, heißt es. Und bezogen auf die Farbattacke vom Donnerstag: „Milliardär*innen, die wie Medienmogul Mathias Döpfner an unserer Demokratie herumpfuschen, wie es ihnen gerade in den Kram passt, sind brandgefährlich!“.
Ende Februar besetzen Aktivisten der Neuen Generation deswegen bereits eine Schilderbrücke auf der Stadtautobahn A100 zwischen Treptower Park und Autobahnkreuz Neukölln. In der vergangenen Woche klebte sich eine Aktivistin an einer Vitrine im Bodemuseum fest, am Montag tanzten Aktivisten im Sicherheitsbereich des Reichstagsgebäudes.
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GdP warnt vor Überlastung der Polizei durch Protestaktionen in Berlin
Die Protestwoche hat für scharfe Kritik von der Berliner Gewerkschaft der Polizei GdP gesorgt. Sie führe aufgrund des nötigen Bereitschaftsdienstes zu einer starken Überbelastung des Personalkörpers. „Unsere Kolleginnen und Kollegen der Hauptstadtpolizei geben auch heute alles, damit keine Straftaten im Namen des Klimas begangen werden“, sagte GdP-Sprecher Benjamin Jendro auf der Plattform X. Allein am Mittwoch hätten drei Einsatzhundertschaften eine Dienstzeitverlagerung und eine Einsatzhundertschaft einen Alarm für diesen „Nonsens“ ertragen müssen. „Danke an alle Kolleginnen und Kollegen“, so Jendro.

Die „Neue Generation“ ist aus der „Letzten Generation“ entstanden. Diese Klimabewegung machte seit 2022 immer wieder Schlagzeilen mit Straßenblockaden und Farbanschlägen auf Gemälde und Gebäude. Ende 2024 dann die Wende: Das Bündnis kündigte an, sich neu in Richtung soziale Gerechtigkeit und Kampf gegen Rechtsextremismus ausrichten zu wollen.






