Autofahrerinnen und Autofahrer mussten in Berlin am Montagmorgen mehr Zeit einplanen. Die Stadtautobahn A100 war zwischen Treptower Park und Autobahnkreuz Neukölln für eine Dreiviertelstunde beidseitig gesperrt. Hintergrund war eine Blockade der Aktivisten der „Neuen Generation“ - ehemals „Letzte Generation“. Wie eine Sprecherin der Organisation auf Nachfrage sagte, sei die Aktion als Auftakt neuer Kampagnen für dieses Jahr zu bewerten. Ähnliche Blockaden habe es demnach in sechs weiteren deutschen Städten gegeben.

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„Wir steuern geradewegs in den Faschismus hinein“, so die Sprecherin. Mit disruptivem Protest und zivilem Ungehorsam wolle man auf die „Merz-Mafia“ aufmerksam machen und auf die aus Sicht der Aktivisten zunehmenden Verbindungen zwischen „rechten Akteuren und Superreichen“.
#UPDATE Die Höhenretter unserer #TEE haben eine Person von der Schilderbrücke über der BAB100 getragen. Die Autobahn ist nun wieder in beide Fahrtrichtungen freigegeben. Insgesamt haben wir derzeit eine weibliche und eine männliche Person in Gewahrsam. Die polizeilichen Maßnahmen… pic.twitter.com/QT51BSPkKX
— Polizei Berlin (@polizeiberlin) February 23, 2026
Auch laut Angaben der Berliner Polizei war eine Blockadeaktion auf der Hatun-Sürücü-Brücke der Grund für die Sperrung. Höhenretter hätten eine Person von der Schilderbrücke über der A100 getragen. Wie sie auf die verschlossene Schilderbrücke kam, sei noch unklar, so ein Sprecher. Ursprünglich wollten die Blockierer die ganze A100-Fahrbahn in beide Richtungen besetzen. Das konnte aber verhindert werden.
Ein Mann und eine Frau seien in Gewahrsam genommen worden. Die „Neue Generation“ selbst sprach von einer „Handvoll Teilnehmer“. Diese seien beim Eintreffen der Einsatzkräfte aber geflüchtet, hieß es von der Polizei. 180 Einsatzkräfte waren im Anschluss im Einsatz, um den Verkehr zu sichern.
Letzte Generation hat sich aufgespalten
Die „Neue Generation“ ist aus der „Letzten Generation“ entstanden. Die Klimabewegung machte seit 2022 immer wieder Schlagzeilen mit zahlreichen Straßenblockaden oder Farbanschlägen auf Gemälde und Gebäude. Ende 2024 dann die Wende: Das Bündnis kündigte an, sich neu ausrichten zu wollen. Daraus entstanden im Februar zwei Splittergruppen: die sogenannte „Neue Generation“ und das „Widerstands-Kollektiv“.
Das „Wiederstands-Kollektiv“ setzt nach eigenen Angaben vor allem auf direkte Aktionen. Man wolle Konzernzentralen, Flughäfen und Baustellen besetzen, heißt es auf der eigenen Webseite. Die „Neuen Generation“ wiederum will sich nicht nur für Klimaschutz – wie ihre Vorgängergruppe – einsetzen, sondern auch für Demokratie.
Polizeigewerkschaft fordert Verfahren wegen Bildung krimineller Vereinigung
Kritik daran kommt von der Berliner Gewerkschaft der Polizei GdP. „Es ist für jeden ersichtlich, dass hier im Deckmantel eines neuen Namens und unter möglichst breitgestreuter Themenmixtur versucht wird, Mitstreiter zu gewinnen, um fernab von rechtsstaatlichen Abläufen Maßnahmen zu erzwingen“, sagt GdP-Sprecher Benjamin Jendro. „Wir können auf solchen Nonsens gern verzichten, denn neben den vielen anderen Sicherheitsaufgaben sind Polizei und Justiz noch immer damit beschäftigt, die Tausenden Verfahren der Letzten Generation abzuarbeiten.“ Umso wichtiger seien nun die Verfahren wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung, bei denen dann auch Nachfolgeorganisationen verboten wären, so Jendro weiter.




