Liebe Leserin, lieber Leser,

was wird heute wichtig? Beginnen wir mit einem Blick auf die Termine des Tages:

• Im Abgeordnetenhaus fällt der Startschuss für die U16-Wahl zum Abgeordnetenhaus. Kinder und Jugendliche sollen sich dabei berlinweit mit politischen Themen auseinandersetzen, eigene Positionen entwickeln und den demokratischen Wahlprozess praktisch erleben. Die U16-Wahl selbst ist für den 11. September 2026 geplant – neun Tage vor dem offiziellen Wahltermin zum Berliner Abgeordnetenhaus. (9 Uhr)

• Die Gruppe „Neue Generation“ startet heute in Berlin eine Protestwoche, die bis zum 24. April andauern soll. Angekündigt sind dabei kreative, sportliche und künstlerisch gestaltete Aktionen für mehr Mitbestimmung und soziale Gerechtigkeit.

Montag bis Samstag

Morgenpost der Chefredaktion

Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.

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• Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner und Verkehrssenatorin Ute Bonde (beide CDU) besuchen die Sicherheitsleitstelle der BVG. Dort geht es um die Sicherheitsbilanz der BVG für das Jahr 2025 sowie einen Ausblick auf 2026. (12 Uhr)

• Im Görlitzer Park in Berlin findet am Montag eine Kundgebung des Cannabis Social Club Berlin statt. Anlass ist der internationale Aktionstag „4/20“, bei dem Unterstützer und Vertreter aus Politik und Zivilgesellschaft auf Defizite bei der Umsetzung des Cannabisgesetzes aufmerksam machen wollen. (16 Uhr)

Neues aus Berlin

Es ist schon ein paar Jahre her, seit mir zum vorläufig letzten Mal ein Fahrrad gestohlen wurde. Es stand an einem Fahrradbügel in Prenzlauer Berg, angeschlossen, über Nacht. Die Diebe konnten damals noch einfach den Bügel aus dem Boden graben, keine Ahnung, ob diese Sicherheitslücke inzwischen geschlossen wurde. Ich erstattete Anzeige. Ein Ermittlungsergebnis kam nie.

Seitdem fahre ich ein altes Rad. Stabil, kindersitztauglich, aber nicht schön. Der Sattel ist nach Regen und Frost aufgeplatzt, ich wollte ihn längst austauschen. Der Vorteil: So will es bestimmt keiner haben.

Möglicherweise ist das der einzige Diebstahlschutz, der in Berlin wirklich funktioniert: ein wirklich hässliches Rad zu fahren. Denn die Zahlen, die Grünen-Politiker Vasili Franco jüngst abgefragt hat und die unserem Kollegen Dennis Meischen exklusiv vorliegen, sind ernüchternd: 20.459 angezeigte Fahrraddiebstähle im Jahr 2025, dem niedrigsten Wert seit 2022. Die Aufklärungsquote verharrt gleichzeitig bei 4,9 Prozent.

Die Hotspots des Fahrraddiebstahls sind seit Jahren bekannt – Alt-Treptow, Charité-Viertel, Oranienburger Straße. Zehn der dreißig gefährlichsten Kieze liegen allein in Mitte. Man müsste nicht lange suchen. Man müsste nur handeln. Doch die Polizei hat ihre Schwerpunkteinsätze um 30 Prozent reduziert. So bleibt Berlin die Hauptstadt der Fahrraddiebe.

Velophil – Räder
Annette Blum führt das Geschäft Velophil in der Jagowstraße. © FUNKE Foto Services | Reto Klar

Gleichzeitig gibt es viele Menschen in dieser Stadt, die das Fahrrad so ernst nehmen, dass sie ihr Leben damit verbracht haben, es besser zu machen. Rolf Wietzer, Jahrgang 1950, ehemaliger Lehrer und Hausbesetzer, gründete 1986 im Hinterhaus der Jagowstraße 12 in Moabit den Laden Velophil – damals mit dem Anspruch, einfach bessere Räder anzubieten. In einer Zeit, als die Industrie meinte, mehr als 600 Mark dürfe ein Rad nicht kosten. Heute liegt der Einstiegspreis bei 1500 Euro, die meisten Räder verkaufen sich zwischen 2000 und 3000 Euro. Wer sich dafür entscheidet, sollte beim Diebstahlschutz auf keinen Fall sparen.

Doch auch der Fahrradhandel leidet unter der Konjunkturschwäche. So ist die Nachfrage nicht zu vergleichen mit der Zeit der Corona-Pandemie, sagt Annette Blum, die seit 1999 bei Velophil arbeitet und heute das Geschäft mitführt. Ernst August Ginten hat sich die Werkstatt dieses Urberliner Unternehmens angesehen.

Mein Sattel ist nach dem gestrigen Regen übrigens wieder richtig voller Wasser. Sehr unangenehm, ich hoffe, auch für Diebe. Sicher ist sicher.

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Außerdem wichtig

Die Füchse Berlin haben es geschafft! Mit einem fulminanten 42:33 (22:17)-Finalsieg gegen den Bergischen HC konnten die Handballer aus der Hauptstadt in Köln den zweiten Pokal-Triumph feiern. Warum der Pokalerfolg für Coach Nicolej Krickau ein besonderer Coup ist, erklärt Nelis Heidemann.

Mit großer Verspätung starten die Bauarbeiten auf dem Platz zwischen S-Bahnhof und Rathaus Steglitz. Auch werden sie viel teurer als geplant. Die Investitionssumme für den Hermann-Ehlers-Platz steigt auf vier Millionen Euro. Warum das so ist, hat Katrin Lange erfahren.

Berlins Grüne wollten am Sonnabend mit einem historischen Großparteitag in den Wahlkampf starten – doch statt der erhofften Tausenden kamen nur knapp 950 Mitglieder ins Estrel, zu wenig für die geplante basisdemokratische Abstimmung, berichtet Nicole Dolif. Die Landesliste für die Wahl am 20. September wurde dennoch beschlossen: Bettina Jarasch führt sie mit 91,9 Prozent an, Spitzenkandidat Werner Graf folgt satzungsbedingt auf Platz zwei. Derweil fordert die IHK mehr Mut vom Senat, berichtet Nicole Dolif.

Fußgängertunnel am ICC
Der Tunnel des Grauens am ICC: Nun gibt es einen neuen Vorschlag für seine Verwendung.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Jahrelang war die charakteristisch orangefarben gekachelte Unterführung am ICC ein Sorgenkind des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf: defekte Rolltreppen, Dämmerlicht, Vermüllung. Nun wagen CDU und Grüne einen neuen Anlauf. In einem gemeinsamen Antrag fordern sie das Bezirksamt auf, zu prüfen, wie der Fußgängertunnel bei der Messe Nord zu einem Fahrradparkhaus umgebaut werden könnte. Doch die Hürden sind hoch, erklärt Norman Börner.

Europas wertvollstes Unternehmen baut in Neukölln: Der niederländische Chipmaschinen-Hersteller ASML, hat am Berliner Standort den Grundstein für ein neues Produktionsgebäude mit 26.000 Quadratmetern gelegt. Für eine weitere Expansion wird es allerdings eng – hinter der Baustelle beginnt eine Schrebergartenkolonie, berichtet Helge Denker.

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