Liebe Leserin, lieber Leser,
ich beginne nach den Osterferien mal mit einem Blick auf die Termine des Tages:
• Es wird gestreikt: Die Lufthansa fliegt zwei Tage lang nicht, auch nicht vom BER. Zwanzig Flüge fallen aus.
• Das Abgeordnetenhaus startet nach den Ferien mit diversen Ausschüssen: Stadtentwicklung, Umwelt, Kultur. Unter anderem die Beschwerdestelle für Mieter der landeseigenen Wohnungsgesellschaften wird Thema sein.

Montag bis Samstag
Morgenpost der Chefredaktion
Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.
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• Die Berliner Stadtreinigung (BSR) bekommt eine neue Unternehmenszentrale. Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) und Finanzsenator Stefan Evers (CDU) nutzen die Grundsteinlegung für einen gemeinsamen Fototermin.
• Der Angriff auf den jüdischen Studenten Lahav Shapira muss vom Berufungsgericht in Moabit neu beurteilt werden. Es wird heute mit einem Urteil gerechnet.
Neues aus Berlin
Manchmal hat man ja so eine Ahnung. Wenn von 1223 Sechstklässlern, die unbedingt aufs Gymnasium wollen, den Probeunterricht gerade einmal 15 Kinder bestehen, kann irgendwas nicht stimmen. Doch was macht man mit so einer Vermutung? Wir haben uns erlaubt, das Prozedere zu hinterfragen. Und dachten uns, am besten werde das wohl gelingen mit Kindern – die den Test mal eben selbst testen.
Gesagt, getan. So hatten wir vor einigen Tagen eine Horde Grundschüler in unserem größten Konferenzraum zu Besuch. Drei Stunden lang durften diejenigen, die schon sicher eine Empfehlung fürs Gymnasium hatten, sich noch einmal prüfen. Wir wollten feststellen, ob Kinder mit Gymnasialempfehlung den Test bestehen würden – der ja genau diese Empfehlung prüfen soll.
Die Kinder waren bunt zusammengewürfelt, zufällig, aus ganz verschiedenen Bezirken. Und die Prüfungsumgebung gestalteten wir so realistisch wie möglich. Drei Stunden lang, unter Aufsicht zweier Lehrer. Einziger Unterschied: Es gab keinen Druck, keine Nervosität. Die Kinder hatten ja ihre Gymnasialempfehlung schon in der Tasche.
Das Ergebnis ist, wie wir es vermutet hatten: entlarvend. Von 17 Sechsklässlern bestanden gerade einmal drei den Test.
Ab 68 von 90 möglichen Punkten gilt die Prüfung als bestanden. 14 der 17 Teilnehmer verfehlten diese Schwelle. Einige scheiterten schon daran, dass der Test abfragt, was an ihren Schulen erst noch gegen Ende des Jahres gelehrt wird. Die Schülerinnen und Schüler konnten die Aufgaben also gar nicht lösen.
Da entsteht eine Nähe zu Franz Kafka. Dessen Werke sind zwar nicht Lernstoff in der Grundschule, immerhin. Aber sie könnten durchaus Vorbild für den Test sein. Einer, der gar nicht dazu gemacht ist, bestanden zu werden. Er existiert zwar. Aber nicht, um etwas abzutesten. Sondern um von etwas abzuhalten.
So haben in diesem zweiten Jahr des Probeunterrichts schon deutlich weniger Kinder an dem Test teilgenommen. Im nächsten Jahr werden es vermutlich noch weniger sein. Er bringt ja nichts. Deshalb will die SPD den Test ganz grundsätzlich überarbeiten. Egal, wie man zu dem Test steht. Eines sollten Bildungspolitiker nicht vergessen: Es sollte bei Bildung immer darum gehen, Menschen einen guten Start ins Leben zu ermöglichen, und Chancen zu eröffnen. Frustrationsmomente können da manchmal wertvoll sein. Aber einen kafkaesken Test zu erfinden, ist nicht fair jungen Menschen gegenüber.
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Außerdem wichtig
Der Musiker Peter Fox hat dieser Stadt ja mal den lyrischen Satz gewidmet: „Du kannst so schön schrecklich sein.“ Er bezog das auf die düsteren und dunklen Ecken, und zweifelsohne ist die Bahnunterquerung Lewishamstraße in Charlottenburg genau so eine. Meine Kollegin Jessica Hanack hat nun recherchiert, dass es noch deutlich schlimmer kommen könnte: Der Brücke droht der Zusammensturz. Womöglich, muss man ergänzen. Die Schäden werden noch untersucht. Experten sehen allerdings Parallelen zur Dresdner Carolabrücke.
Viel prominenter müsste man eigentlich diese Frau würdigen: Marie-Louise Eta. Seit gestern ist sie auch ganz offiziell Pionierin der Fußballgeschichte. Wir widmen der neuen Union-Trainerin ein Porträt, und unsere Sportchefin Alexandra Gross kommentiert. Am gestrigen Sonntag war der Kollege Leo Laurig zudem am Spielfeldrand in Köpenick unterwegs, um mit Menschen zu reden.
Und noch eine Leseempfehlung zum Schluss. Unser Polizeireporter Philipp Siebert hat sich für eine große Reportage in das Milieu der türkischen Banden begeben. Die versuchen seit gut einem Jahr, die Stadt unter sich aufzuteilen. Und sind verantwortlich für die vielen Schießereien der vergangenen Monate.
Tickets zu gewinnen
Brahms und Wagner: zwei musikalische Schwergewichte sondergleichen – an einem Abend. Zwei konkurrierende Klangwelten, zwei grundverschiedene Denkansätze. Am 18. April (20 Uhr) lädt Vladimir Jurowski, Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin, zum Gipfeltreffen der Klassik ins Konzerthaus. Mit etwas Glück können Sie dabei sein: Wir verlosen 3 × 2 Tickets. Dazu einfach unter morgenpost.de/jurowski das Formular ausfüllen und absenden. Einsendeschluss ist der 16. April. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Ich wünsche Ihnen einen entspannten Start in die Woche. Kommen Sie gut rein.
Ihr Peter Schink,
Chefredakteur
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