Liebe Leserin, lieber Leser,
was wird heute wichtig? Beginnen wir mit einem Blick auf die Termine des Tages:
• Im Auswärtigen Amt wird heute gefeiert – und der Bundespräsident ist mit dabei: Jubiläumsveranstaltung zu 75 Jahre Wiedergründung des Auswärtigen Amtes, u. a. mit Frank-Walter Steinmeier.
• Pressevorbesichtigung der Ausstellung „Der Holocaust – Was wussten die Deutschen?“ der Stiftung Topographie des Terrors.
• Die SPD im Berliner Bezirk Mitte stellt ihr Wahlprogramm vor – mit SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach.
Neues aus Berlin
Die nächste Wahl, die nächsten Schlussfolgerungen: Rheinland-Pfalz hat entschieden, auf Bundesebene suchen die Parteien nach Erklärmustern, und für den Berliner Wahlkampf gibt es auch einige Lehren.

Montag bis Samstag
Morgenpost der Chefredaktion
Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.
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Für Kai Wegner: Berlins Regierender Bürgermeister (CDU) ist in der richtigen Partei, wenn man so will. Die CDU kann noch Wahlen gewinnen. Das war ja nach Baden-Württemberg nicht mehr sicher. Wir erinnern uns: großen Vorsprung verspielt. Auch in Berlin liegt die CDU in Umfragen vorn. Der rheinland-pfälzische Spitzenkandidat Gordon Schnieder hat gezeigt, dass man mit landespolitischen Themen gewinnen kann. In Rheinland-Pfalz gab es ein klares Duell: SPD gegen CDU. Und in Berlin? Wegner geht von einem Duell gegen Elif Eralp von der Linkspartei aus. Aber ob das so bleibt?
Für Steffen Krach: Der Spitzenkandidat der Berliner SPD will unbedingt ins Duell mit Wegner. Aber er muss machtlos mitansehen, wie seine Partei von einem Wahldebakel ins nächste schlittert. Erst die Baden-Württemberg-Wahl, wo die Sozialdemokraten knapp die Fünf-Prozent-Hürde schafften, jetzt der Verlust des Ministerpräsidentenjobs in Rheinland-Pfalz. Die Bundes-Spitze lädt am Freitag zum Krisentreffen. Irgendwie gegensteuern. Tipp an Krach: Weg vom verbalen Duell „Ich oder Wegner“. Das ist bei den Umfragewerten der SPD ohnehin eher unwahrscheinlich. Mehr eigene Berlin-Akzente setzen – und dabei vor allem die Zielgruppe der potenziellen SPD-Wähler ins Visier nehmen.
Für Elif Eralp: Die Linke ist wieder gescheitert. Erst in Baden-Württemberg, jetzt in Rheinland-Pfalz. Trotz engagiertem Wahlkampf und eigentlich Rückenwind aus Berlin, weil man als Oppositionspartei doch von den Problemen der Bundesregierung bei Landtagswahlen profitieren kann. Nichts ist sicher, auch nicht der Umfrageplatz 2 in Berlin. Beim in der Hauptstadt gewonnenen Bundestagswahlkampf setzte die Partei auf einen Haustür- und Internet-Wahlkampf. Bei Jungwählern kam vor allem Heidi Reichinnek an. Tipp an Eralp: Genau da ansetzen – und die Fraktionsvorsitzende im Bundestag massiv einbinden.
Für Werner Graf: Die Grünen sind im Duell SPD gegen CDU nicht untergegangen, sagen sie selbst. Aber 7,9 Prozent sind auch nicht glorreich. Explodierende Energiekosten – eigentlich müsste das Thema bei den Grünen einzahlen, deren Wesenskern alternative Energien sind. Das Thema könnte in Berlin andersherum gedacht in der Innenstadt verfangen. Denn dort, wo die Grünen-Wähler in der Hauptstadt wohnen, stellt man sich schon die Frage, wieso die Autofahrer immer noch und vielleicht bald noch mehr massiv staatlich unterstützt werden. Tipp an Graf: Den Wesenskern der Grünen hervorkehren. Die Klimafrage hat mal Zehntausende Jugendliche motiviert, auf die Straße zu gehen.
Für Kristin Brinker: Die Lehre für AfD-Politiker aus den vergangenen beiden Landtagswahlen: Ist doch alles egal. Vetternwirtschaft, umstrittene Reisen – die AfD wird trotzdem gewählt.
Für Christoph Meyer: Die Lage scheint hoffnungslos für den FDP-Spitzenkandidaten. Seine Partei ist das Gegenteil zur AfD: Es ist egal, was sie macht. Die FDP wird nicht mehr gewählt. Wo die Rettung herkommen soll, weiß wohl niemand, zumal in einer strukturell linken Hauptstadt.
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Ich wünsche Ihnen einen schönen Dienstag.
Ihr Gilbert Schomaker,
stellvertretender Chefredakteur
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