Was hat Kai Wegner am Morgen des 3. Januar gemacht? Welche Behörden hat er angerufen, als sich abzeichnete, dass Zehntausende Haushalte in Steglitz-Zehlendorf tagelang ohne Strom bleiben würden? Hat er tatsächlich schon am Vormittag Kontakt aufgenommen mit dem Kanzleramt und Bundesinnenministerium? Oder hat er die Öffentlichkeit getäuscht?

Montag bis Samstag

Morgenpost der Chefredaktion

Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Berlins Regierender Bürgermeister ist am Dienstag bei der Senatspressekonferenz in ein Kreuzverhör von Journalisten geraten, das auch zwei Tage danach noch nachhallt. Ein Zusammenschnitt der Antworten Wegners geht beim Kurznachrichtendienst X viral. Den Clip können Sie hier sehen:

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von X, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Kai Wegner über seinen Blackout-Samstag: „Ich habe dazu alles gesagt“

Es passt gut, dass der Senat am Dienstag zunächst über das Thema „Verteidigung“ in der Hauptstadt informiert. Denn im letzten Drittel der Pressekonferenz (hier können Sie das komplette, rund 45-minütige Video sehen) muss der Regierende selbst in den Verteidigungsmodus schalten.

Inhaltlich geht es um Nachfragen zu einer Recherche des „Tagesspiegels“ über das Arbeitspensum Wegners am ersten Tag des Stromausfalls – und seine Kommunikation darüber. Wegners Antworten auf die Fragen der Hauptstadtjournalisten wiederholen sich dabei – und fallen dürr aus. Auf die Frage, wann er denn genau zum Telefonhörer gegriffen habe, antwortet er ganze sechsmal: „Ich glaube wirklich, dass dazu alles gesagt ist.“

Kommentar zu diesem Thema

Auf die konkreten zeitlichen Abläufe und Telefonate ging Wegner trotz wiederholter Nachfragen nicht ein. Er habe immer gesagt, dass er an dem Samstag mit diversen Stellen im Austausch gewesen sei. Er erkenne an den aktuellen Recherchen keine Neuigkeit, sondern lediglich eine neue Interpretation, gegen die er juristisch vorgehen wolle.

Auch interessant

45.000 Berliner Haushalte tagelang ohne Strom

Durch den Anschlag auf eine Kabelbrücke waren 45.000 Berliner Haushalte und 2200 Gewerbeeinheiten ohne Strom – zum Teil vier Tage lang. Die linksextremistische Vulkangruppe bekannte sich zu dem Anschlag. Eine öffentliche Fahndung nach dem Täter, bei der eine Belohnung von einer Million Euro ausgesetzt wurde, erbrachte mehrere Hundert Hinweise. Die Ermittlungen dauern an.

Wegner ist Spitzenkandidat der Berliner CDU bei der Abgeordnetenhauswahl am 20. September. In aktuellen Umfragen erreichen die Christdemokraten einen Wert von 22 Prozent, etwa sechs Prozent weniger als bei der vergangenen Wahl.

bee