Man muss Kai Wegner fast dankbar sein. Nicht für sein Krisenmanagement, sondern für das Lehrstück, das er gerade liefert. Es geht längst nicht mehr um Tennis. Es geht um Kommunikation. Und die ist komplett aus dem Takt geraten.

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Der ursprüngliche Vorwurf war einigermaßen überschaubar: Während in Berlin tausende Haushalte ohne Strom waren, stand der Regierende Bürgermeister auf dem Tennisplatz. Kann man kritisieren, kann man aber auch erklären. Nur: Genau diese Erklärung kam nie sauber.

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Ein kommunikatives Desaster in mehreren Akten

Stattdessen passierte das, was aus mittelgroßen Affären verlässlich große macht: eine wackelige Erzählung. Mal waren Telefonate früher, mal später. Mal klang alles nach Kontrolle, dann wieder nach Nachbesserung. Und mit jeder Korrektur wuchs der Eindruck: Hier stimmt etwas nicht. Vielleicht nicht in der Sache, aber ganz sicher in der Darstellung.

Das eigentlich Erstaunliche: Wegner ist nicht allein. Er hat ein Kommunikationsteam, erfahrene Berater, eine Regierungssprecherin mit journalistischem Hintergrund. Und trotzdem wirkt das Ganze wie ein unmoderierter WhatsApp-Chat.

Wegners Griff nach Schertz sendet fatales Signal

Nun berichtet der Tagesspiegel, der Regierende Bürgermeister habe bei seinen Angaben zu seinem Arbeitspensum an diesem Tag – insbesondere zu angeblich früh geführten Telefonaten mit der Bundesregierung – eine zeitlich widersprüchliche Darstellung abgegeben. Wegners sofortiger Griff zu Staranwalt Christian Schertz, der die Anschuldigungen als „haltlos“ bezeichnete, passt ins Bild.

Und es ist gleichzeitig das nächste kommunikative Eigentor. Juristisch mag das für ihn sinnvoll sein. Politisch sendet es vor allem ein Signal: Hier wird nicht erklärt, hier wird Druck aufgebaut.

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Am Ende bleibt eine einfache Erkenntnis: Skandale entstehen selten nur durch das Ereignis selbst. Sondern durch das, was danach gesagt wird – oder eben nicht. Wegner hätte das Thema längst beenden können. Stattdessen hat er es kommunikativ größer und größer gemacht.