Schlechte Nachricht für die Pendler entlang der Bahnstrecke Hamburg–Berlin: Die Strecke wird mit sechswöchiger Verspätung erst ab 14. Juni wieder durchgehend befahrbar sein. Das teilte die Deutsche Bahn am Mittwoch mit. Ursprünglich war die vollständige Inbetriebnahme am 1. Mai geplant. Teilstrecken sollen zwar bereits ab dem 15. Mai befahren werden – allerdings nicht im Bereich, der viele Tausend Menschen im Berliner Umland betrifft.

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Mitte Februar hatte die Deutsche Bahn eingeräumt, dass die Sanierungsarbeiten auf der seit August 2025 gesperrten ICE-Strecke zwischen Berlin und Hamburg nicht wie geplant Ende April fertig werden. Begründet hatte das Unternehmen dies mit dem unerwartet frostigen und langen Winter. Offengelassen hatte die DB bis zum heutigen Mittwoch allerdings, wann der mehr als zwei Milliarden Euro teure Trassenbau wieder in Betrieb gehen soll.
Die vollständige Inbetriebnahme des gesamten Korridors Hamburg–Berlin soll demnach erst am Morgen des 14. Juni 2026 erfolgen. Dann fahren wieder alle Fern-, Regional- und Güterzüge auf ihrem Regelweg. Dabei wird das Angebot für Fahrgäste größer sein als früher: „Flixtrain fährt zusätzlich zu den halbstündigen ICE im Zweistundentakt“, sagte Gerd-Dietrich Bolte, Vorstand Infrastrukturplanung und -projekte bei der DB InfraGo.
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Fernverkehr: Bis 13. Juni 45-Minuten-Umweg – auch wenn die DB-App etwas anderes sagt
Am aktuell bestehenden Angebot im Fernverkehr ändert sich bis einschließlich 13. Juni nichts. Es fahren weiterhin stündlich direkte ICE-Züge sowie täglich zwei bis drei Flixtrains zwischen Hamburg und Berlin auf der Umleitungsstrecke über Uelzen und Stendal. Seit Beginn der Generalsanierung der Strecke Hamburg–Berlin im August 2025 hat sich dadurch die Fahrzeit um durchschnittlich 45 Minuten verlängert.
Dass Frühbucher selbst an diesem Mittwoch über die DB-App noch Tickets für Fahrten nach dem 15. Mai auf der 45 Minuten schnelleren direkten Strecke erwerben konnten, erklärte Bolte damit, dass die „DB Fernverkehr AG als Netzzugangsberechtigte auch erst heute früh informiert wurde“. Er gehe davon aus, dass die DB Fernverkehr AG genauso wie Flixtrain die Buchungssysteme zügig anpassen werde und die Kunden, die bereits gebucht haben, entsprechend informiert würden.
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Regionalverkehr: Rückkehr zur Normalität vorerst nur im Norden
Immerhin gibt es gute Nachrichten für den nördlichen Abschnitt der Strecke im Regionalverkehr: Ab dem 15. Mai fahren im nördlichen Streckenabschnitt zwischen Hamburg und Schwerin und weiter nach Rostock und Stralsund die Regionalzüge wieder durchgehend. Damit entfällt dort auch ein Großteil des Busersatzverkehrs. Leider gilt das nicht für den Bereich Berlin bis Hagenow/Schwerin: Hier bleibt der Ersatzverkehr mit Bussen bis zum 13. Juni bestehen.
Der Ersatzverkehr mit Bussen sorgt seit dem 1. März noch zusätzlich zu den ohnehin erheblichen Fahrzeitverlängerungen für Ärger. Die Betreibergesellschaft Ecovista habe die Busflotte „vertragswidrig“ ausgetauscht. Marode Busse, Fahrzeugausfälle und fehlende digitale Fahrgastinfos waren die Folge. „Wir haben Ecovista zweimal abgemahnt und könnten jederzeit rechtskonform kündigen“, betonte Wolfgang Weinhold, Programmleiter Generalsanierung der DB InfraGo. Auch die weiteren betroffenen vier Eisenbahnverkehrsunternehmen hätten Ecovista abgemahnt. Bis wann die DB Ecovista eine Frist gesetzt habe, wollte Weinhold „aus verhandlungstaktischen Gründen“ allerdings nicht sagen.






