Im Streit um die eingesetzten Busse beim Ersatzverkehr zwischen Hamburg und Berlin hat die Deutsche Bahn dem Dienstleister Ecovista eine Frist gesetzt. Das Unternehmen müsse unverzüglich wieder die vertraglich vereinbarten Busse mit ausreichend Platz und klarer Fahrgastinformation einsetzen, teilte der bundeseigene Konzern mit.

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„Wir setzen alles daran, für die Fahrgäste eine zuverlässige und qualitativ hochwertige Lösung zu finden, aber wir lassen uns nicht erpressen“, hieß es vom Vorstand Infrastrukturplanung und -projekte bei der zuständigen Bahn-Infrastrukturtochter DB InfraGo, Gerd-Dietrich Bolte.

Bus
Die Bahn argumentiert, dass die nun eingesetzten Busse den vertraglich vereinbarten Qualitätskriterien nicht entsprechen. Wie auf dem Foto zu sehen ist, liegt in einem der neu eingesetzten Busse ein Gegenstand im Weg. Auch der Gang ist sehr eng und die Treppe zum Einstieg ist steil. © Jessica Pillatzki | Jessica Pillatzki

Ecovista organisiert den Bus-Ersatzverkehr während der umfassenden Sanierung der Bahnstrecke Berlin-Hamburg. Dafür setzt das Unternehmen rund 200 Busse und 500 Fahrerinnen und Fahrer in den betroffenen Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Schleswig-Holstein ein.

Vertragsbruch? Ecovista tauscht Busflotte aus

Diese Busse fahren nun statt der bekannten lila Busse
Anstelle der bei den Fahrgästen bekannten lila Busse, die den Qualitätskriterien der Deutschen Bahn entsprechen, fährt nun ein buntes Sammelsurium verschiedener Busse mit Kennzeichen aus dem gesamten Bundesgebiet.© Jessica Pillatzki | Jessica Pillatzki

Am Wochenende hat Ecovista angekündigt, aufgrund von Änderungen beim Fahrzeugleasing die Busflotte auszutauschen. Die neuen Fahrzeuge seien anders foliert als die bisherigen Busse und es komme infolge des Austauschs auch zu Einschränkungen bei der Übertragung von Echtzeit-Fahrdaten.

Die Deutsche Bahn (DB) reagierte deutlich verstimmt. Ecovista plane den Einsatz von Fahrzeugen, die nicht den vertraglichen Vereinbarungen mit der DB InfraGo und den zuständigen Eisenbahnverkehrsunternehmen entsprächen, teilte sie am Wochenende mit. Klar geregelte und mit Aufgabenträgern und Eisenbahnverkehrsunternehmen abgestimmte Qualitätskriterien in Bezug auf Fahrzeugdesign, Ausstattung der Busse und Reisenden-Information würden nicht eingehalten.

Die Bahn habe Ecovista daher abgemahnt, hieß es. „Angeblich sind die bisher genutzten Busse sogar noch vor Ort“, betonte Bolte.

dpa