Es sind schlechte Nachrichten für Pendler: Die Sanierung und die damit verbundene Sperrung der Bahnstrecke zwischen Berlin und Hamburg wird länger dauern als geplant. Das hat die Deutsche Bahn am Montag in einem kurzfristig anberaumten Pressetermin bestätigt und zur Begründung auf den aktuellen Winter verwiesen. „Der Januar und die erste Hälfte des Februars haben uns aus der Kurve geworfen“, sagte Gerd-Dietrich Bolte, Vorstand Infrastrukturplanung und -projekte bei der DB InfraGo. Die geplante Wiederinbetriebnahme der wichtigen Strecke zum 30. April ist damit nicht mehr zu schaffen.

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Zwar betonte Bolte, dass ein gewisser Zeitpuffer eingeplant worden sei. Mit zwei bis drei Wochen, in denen kaum gebaut werden kann, wäre man dem Vorstand zufolge klargekommen. Doch die inzwischen seit sechs Wochen andauernde Frostperiode war zu viel. „Wir haben uns auf die Statistiken verlassen und sind in diesem Jahr ein Stück weit überrascht worden“, so Bolte. In den vergangenen 15 Jahren habe im Januar perfekt gebaut werden können. Jetzt sind allerdings unter anderem Kabelkanäle vereist und teils zugefroren. Die Folge: Kabel für die Signal- und Stellwerkstechnik können nicht wie eigentlich vorgesehen verlegt werden. Auch Arbeiten an der Oberleitung und die Montage von Weichenantrieben sowie Signalanlagen sind laut Bahn seit Wochen nicht möglich.
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Sperrung Berlin-Hamburg: Wie lange sich die Arbeiten verzögern, lässt die Bahn offen
Die Bahn und die beteiligten Firmen hoffen den Verantwortlichen zufolge mit jedem Tag darauf, dass das Wetter wieder mehr Arbeiten zulässt. Schon Ende Januar hatte die Deutsche Bahn auf Anfrage der Berliner Morgenpost betont, dass die personellen Kapazitäten auf der Baustelle „signifikant“ verstärkt werden sollen, sobald die Temperaturen steigen. Es gebe schon heute einen 24/7-Betrieb, sagte Bolte. Sobald das Wetter besser wird, sollen aber noch mehr Trupps parallel arbeiten. „Die Firmen stehen bereit, jeder Tag ist wichtig.“ Man wolle möglichst nah am ursprünglich geplanten Inbetriebnahmetermin dranbleiben, betonte er.
Wie lange sich das Projekt verzögern wird, ließ die Bahn am Montag aber offen, ebenso, inwiefern es Auswirkungen auf die Kosten gibt. Diese wurden bereits zu Beginn der Bauarbeiten mit mehr als zwei Milliarden Euro kalkuliert. Am 13. März will die DB InfraGo ein neues Konzept für die Inbetriebnahme präsentieren. Dafür soll auch geprüft werden, ob einzelne Abschnitte schon vorzeitig eröffnet werden können oder ob es bei der gleichzeitigen Inbetriebnahme der gesamten Strecke bleibt. Der Schienenersatzverkehr soll Fahrgästen aber auch bei der länger dauernden Sperrung erhalten bleiben.





