Sonne, 15 Grad, volle Parks – doch wer in diesen Tagen in Berlin auf ein spontanes Bier im Biergarten hofft, steht an vielen Orten der Stadt noch vor verschlossenen Türen. Obwohl die Temperaturen schon den Frühling in Berlin einläuten, haben manche Biergärten noch geschlossen. Woran liegt das?

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Ein genauerer Blick zeigt: Hinter der scheinbar einfachen Entscheidung „auf oder zu“ steckt für die meisten Läden ein erheblicher organisatorischer Aufwand. Der Branchenverband Dehoga Berlin verweist darauf, dass sich die Betriebe nicht an einzelnen frühlingshaften Tagen orientieren. „Die derzeit frühlingshaften Temperaturen sorgen zwar für erste Vorfreude auf die Biergarten-Saison, allerdings orientieren sich viele Betriebe bei der Öffnung nicht an einzelnen warmen Tagen, sondern an einer stabileren Wetterlage“, sagt Gerrit Buchhorn, Hauptgeschäftsführer des Dehoga Berlin.
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Berlin: Wieso sich ein Biergarten nicht „mal eben“ hochfahren lässt
Der Betrieb eines Biergartens lasse sich nicht „mal eben“ hochfahren. „Ein Biergartenbetrieb ist organisatorisch und wirtschaftlich mit Aufwand verbunden – Personalplanung, Wareneinkauf, Aufbau von Außenflächen oder auch Genehmigungsfragen müssen vorbereitet sein. Für nur wenige warme Tage lohnt sich dieser Aufwand für viele Betriebe noch nicht“, so Buchhorn.
Hinzu komme, dass viele Biergärten mit saisonalem Personal arbeiten, das erst später einsteigt: „Diese Saisonkräfte beginnen häufig erst im Laufe des Frühjahrs, wenn absehbar ist, dass der Außenbetrieb dauerhaft läuft. Ein kurzfristiger oder spontaner Start ist daher für viele Betriebe schwierig zu organisieren.“
„Eine Herausforderung, ausreichend Personal zu finden“
Auch der anhaltende Fach- und Arbeitskräftemangel spiele eine Rolle. „Gerade im Servicebereich ist es für viele Betriebe nach wie vor eine Herausforderung, ausreichend Personal zu finden. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer müssen deshalb sehr genau planen, wann sie zusätzliche Außenbereiche öffnen können“, erklärt Buchhorn.
Der Verband rechnet damit, dass sich das Bild bald deutlich ändert: „Wir gehen davon aus, dass mit stabileren Temperaturen und längeren Tagen ab Ende März bzw. Anfang April deutlich mehr Biergärten in Berlin öffnen werden. Spätestens rund um die Osterzeit startet in der Regel die breite Biergarten-Saison in der Hauptstadt. Grundsätzlich gilt: Wenn das Wetter dauerhaft mitspielt, reagieren viele Betriebe durchaus flexibel – die Berliner Gastronomie freut sich immer über Gäste im Freien.“
Tempelgarten: Komplette „Outdoor-Location“ noch im Winterschlaf
Wie verschieden die Voraussetzungen für die Betriebe sind, zeigt ein Blick auf den „Tempelgarten“ auf dem Tempelhofer Feld. Dort ist man noch im „Winterschlaf-Modus“ – aus technischen Gründen. „Bei uns auf dem Tempelhofer Feld ist das Öffnen etwas schwieriger als in einem normalen Biergartenrestaurant“, heißt es von den Betreibern. „Wir sind eine reine Outdoor-Location mit ‚selbst konstruierter‘ Bar mitten auf dem Feld und sind vollkommen wetterabhängig.“

Das bedeutet: Bevor das erste Bier über den Tresen geht, muss die komplette Infrastruktur wieder hochgefahren werden. „Heißt, dass Wasser, Strom und Schanktechnik erst wieder instand gesetzt werden müssen. Dies ist erst möglich, wenn es keine kälteren Temperaturen mehr gibt.“
Tempelhofer Feld: Darum hat der Biergarten noch geschlossen
Ein weiterer Faktor sind die Öffnungszeiten des Tempelhofer Feldes selbst: „Zudem sind unsere Öffnungszeiten auch an die Öffnungszeiten vom Tempelhofer Feld gekoppelt – diese sind aktuell bis 19 Uhr.“ Für einen vollwertigen Biergartenbetrieb mit Abendgeschäft sei das wenig attraktiv.
Ganz untätig bleiben die Betreiber trotzdem nicht: „Wir arbeiten aber gerade auf Hochtouren daran, vor offiziellem Saisonstart Ende März ein paar Pop-ups mit kleiner Bar oder Ähnlichem zu machen. Eventuell sogar schon kommendes Wochenende, wenn das Wetter so gut bleiben sollte.“

Anders als viele andere Betriebe kämpft der „Tempelgarten“ derzeit nicht mit Personalmangel: „Personal zu finden, ist glücklicherweise aktuell kein Problem, da viele vom letzten Jahr auch wieder am Start sind, was für den Anfang reicht.“
Schleusenkrug: Einer der Frühstarter
Ganz andere Voraussetzungen herrschen im Schleusenkrug im Tiergarten. Dort hat der Biergarten in abgespeckter Form auch im Winter geöffnet. Seit gut zwei Wochen allerdings wurden aus ein paar Tischen im Außenbereich schon deutlich mehr. „Jetzt haben wir den halben Garten schon aufgebaut“, sagt ein Mitarbeiter. Für den großen Ansturm in der Sommersaison benötige man zwar mehr Mitarbeiter, aber bei so einem Wetter sei auch das Kernteam sofort bereit, den Biergarten zu öffnen.
Ebenfalls bereits am ersten Märzwochenende geöffnet hat das Gasthaus Zenner im Zentrum des Treptower Parks. Dort bildeten sich am vergangenen Wochenende lange Schlangen. Der Durst ist groß nach diesem Winter.






