Der Titel der für den 14. März angemeldeten Demonstration klingt betont anschlussfähig: „Freiheit für alle politischen Gefangenen! – Für die Wahrung des Artikel 5 Grundgesetz!“. In den einschlägigen Gruppen der sozialen Netzwerke aber wird derzeit der wahre Charakter der geplanten Versammlung in Berlin-Mitte offenbar. Im Telegram-Kanal der rechtsextremen Jugendgruppe „Deutsche Jugend voran“ (DJV) heißt es wenig verklausuliert: „Freiheit für alle Nationalisten – lasst unsere Kameraden raus!“.

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Laut Angaben der Berliner Polizei wurde der Demonstrationszug von einer Einzelperson angemeldet. 200 Teilnehmer sind angekündigt. Geplant ist die Demo von 13 bis 20 Uhr, Startpunkt ist der Potsdamer Platz. Nach einer Kundgebung wollen die Rechtsextremen von dort über die Potsdamer Straße, durch das Botschaftsviertel an der Tiergartenstraße bis zum Bundesjustizministerium nahe des Gendarmenmarkts ziehen. Dann soll es über die Leipziger Straße zurück zum Potsdamer Platz gehen.
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Bereits zahlreiche Gegenproteste angekündigt
In den vergangenen zwei Jahren wagten sich Berlins rechtsextreme Szene sowie ihre Verbündeten aus Brandenburg immer wieder vom Stadtrand ins Zentrum, produzierten mit Märschen durch linke Szeneviertel in Friedrichshain Schlagzeilen. Dahinter, so die Einschätzung von Experten, stecken vor allem Provokation und der Wunsch, das eigene Selbstvertrauen zur Schau zu stellen.
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Für den 14. März sind bereits zahlreiche Gegendemonstrationen angekündigt, die allerdings nicht in unmittelbarer Nähe der rechtsextremen Demo-Route liegen und etwa am Warschauer Platz oder am Ostbahnhof stattfinden.
Deutschen Jugend Voran entstand zunächst im digitalen Raum
Insbesondere die DJV mobilisiert im Internet für den Marsch. Der Verfassungsschutz stuft die DJV als „aktionsorientierte Jugendgruppe“ ein. In sozialen Netzwerken verbreiten Mitglieder laut Einschätzung der Behörde White-Power-Symbole, Reichskriegsflaggen und Hassbotschaften gegen politische Gegner, Migranten und Homosexuelle. Die DJV ist eine von vielen rechtsextremen Jugendgruppen, die seit dem Frühsommer 2024 zunächst im digitalen Raum entstanden sind.
Im Fokus der DJV stehen queere Veranstaltungen
Die Verlagerung in den analogen Raum und die zunehmende Aktionsbereitschaft – im Visier stehen vor allem queere Veranstaltungen wie der Christopher Street Day – haben den Berliner Verfassungsschutz 2025 dazu veranlasst, eine eigene Kategorie zu entwickeln. Der Nachrichtendienst ordnet das neue Phänomen der Kategorie „gewaltorientierte rechtsextreme Netzkultur“ zu, unter die auch die „Attentäter-Fanszene“ fällt – Personen, die die Täter von rechtsextremen Anschlägen verherrlichen.








