Knapp zwei Wochen nach Schüssen auf ein Wohnhaus in Kreuzberg haben die Berliner Polizei und Staatsanwaltschaft einen Zeugenaufruf veröffentlicht. Am 13. Februar feuerten Unbekannte mehrfach auf das Haus an der Ritterstraße. Zeugen hörten die Schüsse demnach gegen 1.43 Uhr. Die Projektile hatten die Scheiben einer Wohnung durchschlagen. Verletzt wurde niemand.

Die Ermittlungsbehörden fragen:

  • Wer kann Hinweise zum Tatgeschehen geben?
  • Wer kann Angaben zu beteiligten Personen machen oder auch Zeugen benennen, die sachdienliche Hinweise geben können?
  • Wer hat in der Nacht vom 12. auf den 13. Februar 2026, insbesondere in der Zeit zwischen 0:30 Uhr und 2:00 Uhr, eine oder mehrere auffällige Personen und/oder Fahrzeuge im abgebildeten Bereich gesehen?
  • Wer hat in diesem Zusammenhang Videos oder Bilder gefertigt?

Seit mehreren Monaten wird in Berlins Halbwelt immer wieder scharf geschossen. „Das Problem ist die hohe Verfügbarkeit von Schusswaffen“, sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel am Montag. „Streitigkeiten, die früher mit Fäusten ausgetragen wurden, werden heute vielleicht eher mit Schusswaffen ausgetragen.“

Zeugen gesucht: Hinweise zu verdächtigen Personen und Fahrzeugen erbeten

Seit November bündelt die Polizei ihren Kampf dagegen in der Besonderen Aufbauorganisation (BAO) „Ferrum“. Die hat seitdem fast 20 illegale Schusswaffen und mehrere Hundert Schuss Munition aus dem Verkehr gezogen. Laut Slowik Meisel wurden um die 260 Strafverfahren eröffnet. Die Staatsanwaltschaft übernimmt die Verfahren in der neu gegründeten Ermittlungsgruppe (EG) „Telum“.

Laut Justizsenatorin Felor Badenberg handelt es sich insbesondere um Schutzgelderpressungen. Die Taten seien „Ausdruck bandenmäßig organisierter Kriminalität“, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch im Rechtsausschuss des Abgeordnetenhauses. Opfer wurden vor allem türkisch-kurdischstämmige Gewerbetreibende. Es zeige sich, „dass die Opfer dieser Gewalt und Erpressung häufig selbst aus demselben Kulturkreis stammen wie die Täter“.

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Mutmaßliches Tötungsdelikt
Der Fahrer des Transporters wurde erschossen, als er hinter dem Steuer saß.© Thomas Peise | Thomas Peise

Zumeist entstand bisher nur ein Sachschaden. Teilweise wurden aber auch Personen verletzt, zwei starben. Ein 29-Jähriger erlag am 17. November den Folgen seiner Schussverletzungen. Ein 65-Jähriger steht im Verdacht, ihn drei Tage zuvor in Fennpfuhl (Lichtenberg) niedergeschossen zu haben. Der mutmaßliche Schütze stellte sich der Polizei und sitzt in Untersuchungshaft.

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Am Morgen des 31. Januar wurde ein 44-Jähriger in Weißensee (Pankow) erschossen. Er saß hinter dem Steuer eines Transporters, als ein Wagen daneben hielt. Die Suche nach dem Täter oder den Tätern läuft noch. Weitere Verletzte gab es unter anderem in Tegel, Staaken oder Tiergarten. „Der Schlüssel zur nachhaltigen Bekämpfung liegt nach meiner festen Überzeugung insbesondere in der Aufhellung und Zerschlagung der dahinterstehenden Täterstrukturen“, so Justizsenatorin Badenberg.