Laut Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel gibt es derzeit „keine Hinweise auf einen Bandenkrieg in dieser Stadt“. Das sagte die Behördenleiterin am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. „Es gibt auch keine Hinweise, dass in Berlin Geschäftsfelder neu verteilt werden.“ Entsprechende Einordnungen, zuletzt insbesondere in den Boulevardmedien, „sorgen für hohe Klickzahlen“, hätten aber keine Grundlage.

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„Das Problem ist die hohe Verfügbarkeit von Schusswaffen“, so Slowik Meisel weiter. Dazu sei im November die Besondere Aufbauorganisation (BAO) Ferrum gegründet worden. Nur für einen Teil der Schüsse, die sich seit ein paar Monaten häufen, seien Banden verantwortlich. Es gehe teils um Erpressung. Verantwortlich seien teils ausländische Täter, die hier Gewerbetreibende erpressen. Sie würden versuchen, in Berlin Fuß zu fassen. „Es gibt Täter, die überhaupt nicht in Verbindung zu solchen Strukturen stehen.“

Die Polizeipräsidentin widerspricht damit der Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU). Die CDU-Politikerin hatte in der vergangenen Woche von einer „quantitativ als auch qualitativ neuen Bedrohungslage“ gesprochen. Im rbb sagte Badenberg: „Wir sehen inzwischen rivalisierende Banden, die auf Berlins Straßen sichtbar Gewalt einsetzen, sei es durch Handgranatenwürfe auf Lokale, sei es durch Schüsse auf Menschen, Fahrzeuge und auch Gebäude.“ Die Senatorin sprach in diesem Zusammenhang von Revierkämpfen.

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„Das Bild ist aber sehr differenziert“, sagte die Polizeipräsidentin. Es gebe Familienstreitigkeiten, bilaterale oder spontane Konflikte. „Da wird jemand aus einem Lokal verwiesen und kommt dann mit Waffe zurück.“ Was früher mit Fäusten ausgetragen wurde, wird heute mit Schusswaffen ausgetragen. Ziel der BAO Ferrum sei es, die Zahl der Schusswaffen in der Stadt zu begrenzen.

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Insgesamt habe die BAO Ferrum seit ihrer Gründung im November 5000 Personalien festgestellt, 3000 Fahrzeuge und 800 Lokale durchsucht, sagte die Polizeichefin. Es gab 260 Strafanzeigen, 13 Haftbefehle und 78 sichergestellte Gegenstände „gefährlicher Art“, darunter auch Schusswaffen. Zuletzt hatte die Berliner Polizei an der Wollankstraße in Gesundbrunnen einen Erfolg vermeldet. Dort wurden am vergangenen Mittwoch fünf Schusswaffen bei einer Durchsuchung sichergestellt.