Die Einladungen waren bereits verschickt, nun mussten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) kurzfristig einen Rückzieher machen: Die Premierenfahrt des „Urbanliners“, der neuen superlangen Tram (50 Meter), kann nicht wie geplant am Montag stattfinden. Das teilte das Verkehrsunternehmen am Samstag mit.

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„Auf der Zielgeraden des Genehmigungsprozesses hat sich gezeigt, dass für die abschließende, finale Zulassung noch weitere Punkte gemeinsam mit der Aufsichtsbehörde zu überprüfen und Nachberechnungen durchzuführen sind“, hieß es zur Begründung. Der volle gemeinsame Fokus richte sich jetzt darauf, die noch offenen Punkte zügig und abschließend zu klären. Nach einem Bericht des „ND“ soll der Bremsweg der neuen Züge zu lang sein.
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Superlange Tram bietet Platz für mehr als 300 Fahrgäste

Die BVG hatte im vergangenen Jahr einen Testbetrieb mit der neuen Straßenbahn gestartet, die bereits im Sommer 2024 von der BVG vorgestellt wurde. Seitdem wird um die Zulassung gerungen. Ursprünglich sollte sie ab Frühjahr 2025 in den Regelbetrieb gehen. Doch dann wurde der Termin erst auf den Sommer, dann auf Februar 2026 und nun erneut verschoben.
Die BVG betont aber, dass sich durch die Verschiebung nichts für die Fahrgäste ändere. Auf der Linie M4 seien weiterhin moderne, barrierefreie Straßenbahnen im Einsatz. „Die BVG verfügt über eine leistungsfähige Straßenbahnflotte, die den Betrieb mit hoher Zuverlässigkeit sicherstellt – bis auch der neue Urbanliner bald das Stadtbild bereichern wird“, hieß es. Derzeit fahren auf der M4 zwischen Mitte und Lichtenberg zwei gekoppelte Züge von jeweils 30 Metern, die insgesamt 300 Menschen transportieren können. Der neue „Urbanliner“ bietet 312 Fahrgästen Platz, davon 92 auf Sitzen. Pro Tag kommt die M4 auf 100.000 Fahrgäste.
Dass die neuen Straßenbahnen in den Betrieb gehen, ist auch deshalb wichtig, weil mit den Trams alte Fahrzeuge ersetzt werden sollen, die aus den 1990er-Jahren stammen. Planmäßig sollen 2026 zehn bis 20 alte Fahrzeuge ausgemustert werden. Es sollen noch 18 neue Trams geliefert werden, die die wegfallenden alten Fahrzeuge ausgleichen können.
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Neue Straßenbahnen sollen ruhiger sein
Im Januar 2025 hatte der Aufsichtsrat der BVG zudem die Mittel für die Bestellung von 45 weiteren Straßenbahnen freigegeben. Auch dabei soll es sich ausnahmslos um Trams in der 50-Meter-Variante handeln, deren Auslieferung ebenfalls ab 2026 starten soll. Insgesamt produziert Alstom bis zu 117 Straßenbahnen für die BVG. Darunter sind neben den extralangen Fahrzeugen allerdings auch 30 Meter lange.
Die neuen Straßenbahnen sollen Fahrgästen wie Anwohnern von Tramstrecken auch durch ihre Konstruktion Vorteile bringen. So soll ein neu entwickeltes Fahrzeuggestell Erschütterungen reduzieren und dazu führen, dass die Straßenbahnen ruhiger sind. Auch der Verschleiß der Straßenbahn-Trassen soll abnehmen, die Barrierefreiheit verbessert werden und ein neues Beleuchtungskonzept soll ermöglichen, das Licht an die Jahres- und Tageszeit anzupassen.
jp





