Ein Autofahrer hat am Mittwoch in Tempelhof auf der Flucht vor der Polizei einen Unfall mit mehreren Verletzten verursacht. Einsatzkräfte hatten zunächst gegen 12:50 Uhr in der Rollbergstraße in Neukölln beobachtet, wie der Autofahrer eine Verkehrsordnungswidrigkeit beging. Als die Polizisten das Vergehen ahnden und ihn kontrollieren wollten, beschleunigte der Mann und flüchtete. Während seiner Flucht über die Werbellinstraße, die Straße Am Sudhaus, die Rollbergstraße, die Mainzer Straße und die Biebricher Straße beging der Fahrer weitere Verkehrsordnungswidrigkeiten und gefährdete andere Verkehrsteilnehmer.

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An der Hermannstraße brach der Sichtkontakt der Polizisten zu dem Autofahrer vorerst ab. Etwas später stellten die Einsatzkräfte ihn dann am Tempelhofer Damm Ecke Thuyring fest. Dort stand er in Richtung A100 im Stau. Als sie sich näherten, raste der Autofahrer über die Mittelinsel in den Gegenverkehr. Mehrere Fahrzeuge hätten ihm ausweichen müssen. Unter der Autobahnbrücke am Tempelhofer Damm stieß er dann mit einem Opel, einem VW und einem Mercedes zusammen. Danach stieg er aus dem Auto und flüchtete zu Fuß in Richtung Alt-Tempelhof. Die Einsatzkräfte rannten ihm hinterher und nahmen den 23-Jährigen auf Höhe der Ringbahnstraße gegen 13:45 Uhr fest.

Bei dem Unfall erlitten die 30-jährige Opel-Fahrerin und der 70-jährige Mercedes-Fahrer Armverletzungen und kamen zur ambulanten Behandlung in Krankenhäuser. Ebenfalls in ein Krankenhaus kam die 35 Jahre alte VW-Fahrerin, die nach erlittener Bauchverletzung stationär aufgenommen wurde.

Kennzeichen gehören nicht zum Auto

Weitere Ermittlungen am Einsatzort ergaben, dass der Festgenommene nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis ist und die befestigten sowie sich unterscheidenden Kennzeichen nicht zum Audi gehören. Der Verdächtige kam in ein Polizeigewahrsam. Nachdem er dort erkennungsdienstlich behandelt und ihm Blut entnommen worden war, wurde er wieder entlassen.

Der 23-Jährige muss sich nun wegen des Verdachts des verbotenen Kraftfahrzeugrennens, diverser Straßenverkehrsgefährdungen, des Fahrens ohne Fahrerlaubnis, der Nötigung im Straßenverkehr, der Verkehrsunfallflucht, der fahrlässigen Körperverletzung, der Urkundenfälschung, des Kennzeichenmissbrauchs und des Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz verantworten. Das Verkehrsunfallkommando der Polizeidirektion 5 (City) übernahm die weiteren Ermittlungen am Unfallort und wurde vom Kriminaltechnischen Institut des Landeskriminalamtes unterstützt.

Am Unfallort waren beide Fahrtrichtungen zwischen den Auf- und Abfahrten der Anschlussstelle Tempelhofer Damm über Stunden bis etwa 17:40 Uhr gesperrt. Davon war auch der Busverkehr der BVG-Linien 140 und 184 betroffen. Der Audi wurde zum Zwecke der Beweissicherung beschlagnahmt.